Den Südstadt-Klub und die Höhenberger eint ihr Saisonziel. Die Trainer sind Urgesteine ihrer Klubs. Doch es gibt auch viele Unterschiede.
Viktoria und Fortuna vor Drittliga-StartZwei Rheinseiten, zwei Trainer und ein Ziel

Fortuna-Coach Matthias Mink (links) und Viktoria-Trainer Marian Wilhelm
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Zwei Kölner Klubs, zwei Rheinseiten, zwei Veedel – eine Gemeinsamkeit: Sowohl der SC Fortuna als auch der FC Viktoria haben Trainer, die ihre Vereine bis ins letzte Detail kennen und tief in ihnen verwurzelt sind. Matthias Mink (58), geboren im baden-württembergischen Villingen, verbrachte sieben Jahre als Profi in Zollstock (1992 bis 1999, 156 Pflichtspiele) und ist, verteilt auf zwei Amtszeiten, acht Jahre als Trainer in der Südstadt tätig. „Die Fortuna ist mein Verein, schon als Spieler hatte ich eine hohe Identifikation“, hatte Mink kurz nach dem geglückten Drittliga-Aufstieg gesagt. „Auch wenn der eine oder andere Kölner sagt, dass ich zu ruhig und vielleicht nicht emotional genug bin: Ich glaube, ich passe hier schon gut hin.“
Marian Wilhelm geht ins 18. Jahr bei Viktoria Köln
Marian Wilhelm (37) geht bereits in sein 18. Jahr bei der Viktoria. Nicht einmal Sportvorstand Franz Wunderlich ist so lange im Klub. Wilhelm, gebürtiger Berliner, kann auf keine große Spieler-Karriere zurückblicken, schon früh wurde er von Verletzungen gestoppt. Aufgrund des Studiums führte sein Weg nach Köln und zur Viktoria. Jahr für Jahr arbeitete sich Wilhelm als Nachwuchscoach durch die Jugendabteilungen, ehe er 2025 zum Proficoach befördert wurde. Wilhelm hat die fußballerische Identität des Vereins geprägt und lebt die Jugendförderung wie kaum ein Zweiter. „Die Arbeit mit jungen Spielern hat mir schon immer am Herzen gelegen. Ich bin ein Entwickler“, sagt er. Mit seinem Team steht Wilhelm für fußballerische Qualität – will aber gleichzeitig eine aus seiner Sicht typisch rechtsrheinische Arbeitermentalität erkennen.
So sehr sich die beiden Rheinseiten unterscheiden, so sehr unterscheiden sich auch die Trainer und ihre Herangehensweisen. Mink hatte die Fortuna in der vergangenen Saison auf den Aufstieg ausgerichtet. Denn das Timing war günstig, kein anderer Traditionsverein konkurrierte mit viel Geld und großen Namen. So setzte der Coach auf Qualität und Erfahrung, hielt sein Spiel vergleichsweise simpel. Hinten gut stehen, schnell nach vorne kommen und auf die Stärken der Angreifer oder zweite Bälle hoffen. Mink hatte Erfolg – und seine Mannschaft darf sich in weiten Teilen in der neuen Klasse beweisen. Was zur Folge hat, dass die Fortuna mit 25,8 Jahren im Schnitt den ältesten Kader der Dritten Liga stellt. Weil das Team nur punktuell ergänzt wird, ändert sich auch an Fortunas Herangehensweise nicht viel. „Wir halten das so, wie wir es in der Regionalliga gehalten haben: dass du immer wieder Phasen hast, in denen du Fußball spielen musst“, sagt Mink.
Viktoria Köln setzt auf Jugend
Wilhelm und seine Viktoria setzen hingegen voll auf die Jugend. Kein Profi ist über 30. Die Höhenberger sind nach den Reserve-Teams von Stuttgart und Hoffenheim die jüngste Drittliga-Mannschaft (23,2). „Wir können nicht auf besonders viel Erfahrung setzen, dafür wird es mit jugendlichem Elan und einer gewissen Wildheit funktionieren. Das müssen wir fördern, anstatt es zu unterdrücken“, sagt Wilhelm. Während Mink Phasen erwartet, in denen sein Team „Fußball spielen muss“, will die Viktoria das aus eigenem Antrieb fortwährend machen – mit Dominanz und Intensität.

Viktoria-Trainer Marian Wilhelm
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Der Höhenberger Coach begann seine Cheftrainer-Laufbahn direkt in Liga drei. Und seine Viktoria ist nicht nur für viele Spieler ein Sprungbrett – auch für ihn selbst. Wilhelm gilt als großes Trainertalent. Es wäre überraschend, wenn sein Weg in Zukunft nicht in noch höhere Gefilde führt. Mink dürfte aufgrund seines Alters kaum noch als klassisches Talent durchgehen, die meiste Zeit seiner Karriere verbrachte er im Regionalliga-Bereich. Mit dem Drittliga-Aufstieg ging ein Traum in Erfüllung. „Ich wollte immer in dieses Segment, aber es war mir bisher durch Umstände verwehrt geblieben“, sagt er. „Auch das Ausland wäre mal möglich gewesen – aber ich habe davon Abstand genommen. Mit Familie und all dem drum herum gibt es immer wieder Risiken. Deswegen ist es jetzt eine schöne Vollendung. Etwas, das ich mir immer zum Ziel gesetzt habe. Aber es ist noch nicht zu Ende.“
Fortuna Köln ist Ende November zu Gast in Höhenberg
Die offizielle Zielsetzung beider Trainer und Klubs ist derweil wieder ähnlich: Schnell die 45 Punkte sammeln und den Klassenerhalt perfekt machen. Dazu natürlich Derbysiege und möglichst am Saisonende vor dem jeweils anderen stehen. Auf das erste Lokalduell muss bis zum 15. Spieltag gewartet werden, Ende November ist die Fortuna zu Gast in Höhenberg. Bis dahin könnte die Frage beantwortet sein, ob die Stadt Köln hinter dem übermächtigen FC eine klare Nummer zwei hat. Die Viktoria war in den vergangenen Jahren sportlich klar erfolgreicher, die Fortuna kann die insgesamt größere Historie für sich beanspruchen.

Fortuna-Trainer Matthias Mink
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In die Saison startet der Südstadt-Klub am Samstag (16.30 Uhr) beim Mitaufsteiger SG Sonnenhof-Großaspach. Die Viktoria hat zum Auftakt am Samstag Jahn Regensburg zu Gast (14 Uhr, Sportpark Höhenberg).

