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Krieg in der UkraineRWE überprüft Kraftwerksreserven

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Frimmersdorfneurath

Braunkohlekraftwerke Frimmersdorf und Neurath

Köln – Der Essener Energieversorger RWE hat der Politik angesichts des Krieges in der Ukraine und der Debatte über die Versorgungssicherheit in Deutschland Unterstützung zugesagt. „Als Teil der kritischen Infrastruktur kennen wir unsere Verantwortung und nehmen sie an“, versprach RWE-Vorstandschef Markus Krebber bei der Vorlage der Bilanz.

So prüfe der Konzern, welche Kohlekraftwerke im Ernstfall wieder ans Netz gehen oder länger als geplant weiterbetrieben werden könnten. Dabei geht es zum einen um Braunkohlekraftwerke mit einer Kapazität von insgesamt 2700 Megawatt und ein Steinkohlekraftwerk mit 800 Megawatt.

Erdgas durch Kohle ersetzen

Auch mit Blick auf die Stromversorgung werde man ausloten, wie man Strom aus Erdgas durch Strom aus Kohle ersetzen könne. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will angesichts der hohen Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas Kohlekraftwerke, die eigentlich stillgelegt werden sollen, vorübergehend als Reserve am Netz halten. Die weitere Nutzung von Atomkraftwerken macht laut Krebber wenig Sinn. Die Vorlaufzeit für den kommenden Winter sei schlicht zu kurz.

RWE gegen Embargo

Nun warte man auf klare Vorgaben der Politik, so der Vorstandschef. „Es ist an der Bundesregierung zu entscheiden, ob diese Blöcke temporär genutzt werden müssen und in welchem Umfang sie etwa zur Reduktion des Gasverbrauchs eingesetzt werden sollen“, sagte Krebber. RWE halte aber grundsätzlich unverändert am geplanten Kohleausstieg fest. „Es ist keine Rolle rückwärts, sondern allenfalls ein Schritt zur Seite für eine begrenzte Zeit“, betonte Krebber.

Der RWE-Chef verurteilte den russischen Angriff auf die Ukraine scharf. Es fühle sich „seltsam an“, so der Manager, in diesen Zeiten eine Pressekonferenz abzuhalten, während „ein grausamer Krieg mitten in Europa herrscht“.

Er sprach sich aber klar gegen ein Embargo auf Gas und Öl aus Russland aus. Er verstehe zwar die Forderung, Sanktionen müssten jedoch so gewählt werden, dass man sie auch durchhalten könne. „Ein sofortiger Stopp hätte ungeahnte Folgen für die Wärmeversorgung der Haushalte“, so Krebber. Zudem dürfte das auch die Industrie und den Mittelstand nachhaltig schädigen. RWE, so betonte Krebber, habe keine langfristigen aktiven Lieferverträge für Gas aus Russland. Man werde auch keine neuen mehr abschließen und habe auch ansonsten die Geschäftsbeziehungen nach Russland eingestellt.

Angefacht durch den Ausbruch des Krieges, erreichen die Energiepreise derzeit Höchststände. Das werde auf absehbare Zeit auch so bleiben, sagte Krebber. „Erst wenn die Wende zu den erneuerbaren Energien gelungen ist, werden die Preise wieder spürbar sinken“.

Gutes Geschäftsjahr

RWE verabschiedet sich derzeit aus dem Geschäft mit Kohle und Kernenergie und fokussiert sich auf den Ausbau erneuerbarer Energien und den Energiehandel. Bis 2030 sollen insgesamt 50 Milliarden Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert werden.

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Der Konzern profitiert derweil von den hohen Preisen. Im vergangenen Jahr hatte der größte deutsche Stromerzeuger dank Zuwächsen im Handelsgeschäft und beim Betrieb von Kohle- und Gaskraftwerken sein bereinigtes operatives Ergebnis auf 3,65 Milliarden Euro nach zuvor 3,29 Milliarden Euro gesteigert – ein Plus von elf Prozent. Der bereinigte Überschuss kletterte auf 1,57 Milliarden Euro nach 1,26 Milliarden Euro vor Jahresfrist. Die Aktionäre sollen wie angekündigt für 2021 eine Dividende von 90 Cent je Aktie erhalten, nach zuletzt 85 Cent. Für 2022 will RWE die Dividende stabil halten.