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12 Euro zu viel?„Er gehört uns allen“ – Das sagen Kölner Prominente zum Dom-Eintritt

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15.03.2026, Köln: Die Spitzen des Doms vor bewölktem Himmel. Frühlingswetter. Foto: Uwe Weiser

Die Spitzen des Doms vor bewölktem Himmel. Frühlingswetter. Foto: Uwe Weiser

Dass für den Besuch des Kölner Doms ab 1. Juli dieses Jahres zwölf Euro Eintritt erhoben werden, ruft geteilte Reaktionen hervor.

Der Theologe und Psychiater Manfred Lütz warnt vor einer Musealisierung des Kölner Doms durch die neue Eintrittsgebühr. „Es ist eigentlich ein Schritt der Verabschiedung des Christentums aus der deutschen Öffentlichkeit“, sagte Lütz dem Deutschlandfunk. „Der Kölner Dom hat ja auch einen symbolischen Charakter. Die Kirche musealisiert sich.“ Der Dom sei ein Glaubensbekenntnis, so der Vatikan-Berater. Auch Atheisten besuchten das Weltkulturerbe. „Diese Erlebnisse – in den Dom zu gehen und zu schauen, was dann passiert – die wird es nicht mehr geben. Und das finde ich unglaublich schade.“ Lütz forderte die Kölnerinnen und Kölner zu Protesten auf.

Eintritt für den Dom: Das sagen Kölner Prominente

Unter Kölner Prominenten gehen die Meinungen auseinander: Alice Schwarzer kann einer Eintrittsgebühr nichts Positives abgewinnen. „Ich finde es bedauerlich, dass man für den prächtigen Dom Eintritt zahlen soll“, sagt die Frauenrechtlerin. „Er gehört uns allen.“ Carolin Kebekus dagegen hat Verständnis für die Entscheidung. Dabei fiel ihr erster Reflex ganz anders aus: „Meine erste Reaktion war: Was? Nein! Das geht nicht!“, erinnert sich die Entertainerin. „Ich bin in meiner Jugend immer in den Kölner Dom gegangen, um für jeden Blödsinn, jede Matheklausur, jeden Liebeskummer eine Kerze anzuzünden.“ Auf der anderen Seite sei ihr aber auch klar, dass der Unterhalt des Doms viel Geld koste.

Wolfgang Niedecken findet, dass die katholische Kirche genug Geld für den Dom haben müsste. „Etwas anderes ist die Instandhaltung der Bausubstanz, die von der Dombauhütte gestemmt wird“, sagt der BAP-Sänger. Der Dom sei in der Instandhaltung unfassbar teuer. „Und wie die Fachleute von der Dombauhütte das hinbekommen, da erstarre ich in Ehrfurcht.“ Komiker und Moderator Guido Cantz zeigt mit Blick auf die Kosten ebenfalls Verständnis: „Unser Kölner Dom muss definitiv erhalten bleiben.“

Er gehe manchmal spontan in den Dom, um innezuhalten, berichtet Enthüllungsjournalist Günter Wallraff. Das sei dann kein klassisch touristischer Besuch, aber auch kein Beten im strengen Sinne, wie es auch in Zukunft kostenlos bleiben soll. Für Wallraff stellt sich die Frage, wie man da die Grenze ziehen und beide Gruppen auseinanderhalten will. Er betrachte es auch als problematisch, „wenn da Touristen reinschneien wie in jede andere Attraktion, zum Beispiel ins Schokoladenmuseum oder Disneyland“.

Schon im März hatte Gerhard Richter Eintrittsgeld für den Kölner Dom befürwortet. Dabei verwies der Künstler auf andere Sehenswürdigkeiten wie den Mailänder Dom, wo dies bereits praktiziert wird. Das von Richter gestaltete Fenster im Dom zählt zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Kathedrale.

Indes hält die Stadt Köln trotz des neuen Eintrittsgeldes an den Zuschüssen für das Gotteshaus fest. „Es gibt aktuell seitens der Stadt keine Pläne, an den Zuschüssen etwas zu ändern“, teilte Sprecher Alexander Vogel mit. Die Stadt weist Deutschlands bekanntester Kirche jedes Jahr 207.000 Euro für Restaurierungsarbeiten, Straßenreinigung und Abwassergebühren zu. (kna/dpa/jan)