Viele Jahre lang lehrte die Goldschmiedin an den Kölner Werkschulen. Sie war die erste deutsche Professorin für Goldschmiedekunst.
150 aus 150Elisabeth Treskow arbeitete an Dreikönigenschrein und Meisterschale

Die Goldschmiedin Elisabeth Treskow restaurierte den Dreikönigenschrein im Kölner Dom. (Archivfoto)
Copyright: Alexander Schwaiger
Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 34. Teil der Serie geht es um die Goldschmiedin Elisabeth Treskow.
Bedeutung
Elisabeth Treskow war eine erfolgreiche Gold- und Silberschmiedin. 1918 bestand sie in München die Gesellenprüfung. Sie machte sich selbstständig, erst in Bochum, dann in Essen. 1924 bestand sie die Meisterprüfung vor der Handwerkskammer Düsseldorf. 1929/30 beschäftigte sie sich mit der Metallurgie der Etrusker, deren Granulationstechnik sie fortan in eigenen Arbeiten verwendete.
Vermutlich hatte sie in München von der Wiederentdeckung durch den Goldschmied Johann Michael Wilm erfahren. Treskow machte die Granulation durch Vorträge und Publikationen populär. Sie galt daher als Pionierin der antiken Technik. Über die NS-Zeit behauptete Treskow später, sie habe Glück gehabt, keine offiziellen Aufträge erhalten zu haben. Dies stimmte nicht, so arbeitete sie an der Amtskette des Oberbürgermeisters von Essen und 1938 an einer „Treuebotschaft“ des NSDAP-Gaus Essen für Adolf Hitler mit.
Im Gegensatz zu anderen Goldschmieden widmete sie sich aber hauptsächlich der Schmuckgestaltung. Nach dem Krieg war die Herstellung der Meisterschale für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) im Jahr 1949 ihr bekanntester Auftrag. Die „Salatschüssel“ wurde später mehrfach erweitert, zuletzt 2026.
Elisabeth Treskow
Geboren: 20. August 1898 in Bochum
Gestorben: 6. Oktober 1992 in Brühl
Wirken in Köln
1948 wurde Treskow zur Leiterin der Gold- und Silberschmiedeklasse der Kölner Werkschulen berufen. Dort lehrte sie bis zu ihrer Pensionierung 1964. Vom Kölner Domkapitel wurde sie nach dem Krieg mit der Restaurierung des Dreikönigenschreins beauftragt. Im Auftrag der Stadt entwarf und fertigte sie 1955 die Amtskette des Oberbürgermeisters. Diese zeigt die Geschichte Kölns seit römischer Zeit.
Bemerkenswert
1956 erhielt Treskow als erste Goldschmiedin den Professorentitel. Für die Firma Pott in Solingen entwarf sie ein 36-teiliges Besteck-Set.
Spuren in der Stadt
2006 benannte die Stadt einen Platz im neugestalteten Rheinauhafen nach Treskow. Dem Museum für Angewandte Kunst Köln schenkte sie ihre bedeutende Sammlung vorwiegend antiker Gemmen und 1.300 Entwurfszeichnungen. Die Stadt Köln verlieh ihr die Jabach-Medaille als höchste Auszeichnung für Kunstmäzene.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
