Der Archäologe gehörte zu den einflussreichsten Orientalisten. Viele Teile seiner Sammlugen werden in Köln aufbewahrt.
150 aus 150Max von Oppenheim forschte in Ägypten und Nahost

Der Kölner Archäologe und Orientalist Max von Oppenheim. (Archivfoto)
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 35. Teil der Serie geht es um den Archäologen und Orientalisten Max von Oppenheim.
Bedeutung
Nach der Lektüre von „Tausend und eine Nacht“ und von Reiseberichten über den Orient entschied sich der Bankiers-Sohn Max von Oppenheim gegen eine Laufbahn im Familienunternehmen und beschloss stattdessen, die islamische Welt zu erforschen. Nach Jurastudium, Staatsexamen und Promotion sicherte sein Vater ihm hierfür Unterstützung zu. 1892 reiste Oppenheim nach Kairo, wo er seine Kenntnisse von Sprache und Kultur vertiefte.
Ein Jahr später unternahm er eine erste Expedition von Damaskus nach Basra. Er durchquerte Landstriche, die noch kein Europäer betreten hatte. Prägend war die Begegnung mit Beduinen. Sein vierbändiges Werk über die Wüstennomaden wurde ein Standardwerk. 1896 bis 1910 war er Attaché am deutschen Generalkonsulat in Kairo. In dieser Zeit sandte er 467 politische Berichte nach Berlin. Nach seinem Ausscheiden widmete sich Oppenheim den Ausgrabungen am Hügel Tell Halaf im heutigen Syrien, wo er die Reste einer aramäischen Stadt freilegte, darunter Skulpturen und Reliefs sowie monumentale Grabfiguren.
Der Erste Weltkrieg unterbrach seine Grabungen. Oppenheim ließ sich als Privatgelehrter in Berlin nieder und gründete dort ein Orient-Forschungs-Institut. 1927 und 1929 reiste er erneut zum Tell Halaf und erreichte bei der französischen Mandatsregierung, dass die Hälfte der Ausgrabungsstücke nach Berlin gebracht werden konnte. Mit der anderen Hälfte gründete er die Keimzelle des heutigen Nationalmuseums in Aleppo. Das Tell-Halaf-Museum sowie Oppenheims Privatsammlung und Bibliothek in Berlin wurden im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt.
Max von Oppenheim
Geboren: 15. Juli 1860 in Köln
Gestorben: 15. November 1946 in Landshut
Wirken in Köln
Oppenheim legte sein Abitur am Apostel-Gymnasium ab.
Bemerkenswert
Zu seiner Beerdigung auf dem Friedhof von Landshut erschien auch eine arabische Abordnung.
Spuren in der Stadt
Eine 1929 von Oppenheim gegründete Stiftung ist seit 1982 in Köln ansässig. Sie widmet sich dem Werk des Stifters und archäologischen Forschungen. Sein schriftlicher Nachlass wird in der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln aufbewahrt. Das Rautenstrauch-Joest-Museum sowie das Archäologische Institut und das Orientalische Seminar bewahren Teile seiner Sammlung.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.

