Der Philologe forschte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ausgiebig zur Geschichte Kölns und der kölschen Sprache.
150 aus 150Adam Wrede veröffentlichte den „Kölnischen Sprachschatz“

Adam Wrede
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 65. Teil der Serie geht es um den Sprachwissenschaftler Adam Wrede.
Bedeutung
Wrede, aufgewachsen im Kölner Kunibertsviertel, studierte in Bonn und Münster Geschichte, Germanistik, Philologie und Geographie. 1901 promovierte er in Tübingen über die mittelalterlichen Genossenschaften von Ackerbürgern, die Kölner „Bauerbänke“. Mit der 1905 publizierten Dissertation und Vorträgen errang er einen Ruf als Volkskundler. Wrede setzte sich mit Lebensformen, Traditionen, Liedern und Bräuchen der Rheinländer auseinander, insbesondere der Kölner.
1910 erlangte er die Unterstützung der Stadt für eine Darstellung der kölschen Sprache, die jedoch erst 1928 mit einer ersten Lieferung des „Altkölnischen Sprachschatzes“ vom 12. Jahrhundert bis 1815 erschien. Es folgte jedoch nur eine zweite Lieferung bis „Amandel“. In den Jahren 1956 bis 1958 brachte Wrede in drei Bänden seinen „Neuen Kölnischen Sprachschatz“ von A bis Z heraus, der die Zeit seit Beginn des 19. Jahrhunderts abdeckte. Der Greven-Verlag veröffentlichte 2017 die 14. Auflage dieses Werkes auf 1148 Seiten mit einem Vorwort von Wolfgang Niedecken.
Wredes volkskundliche Arbeiten brachten ihn mit völkischem Gedankengut zusammen. 1933 trat er in die NSDAP ein. 1936 veröffentlichte er ein Buch über „Deutsche Volkskunde auf germanischer Grundlage“ in der Schriftenreihe „Die nationalsozialistische Erziehungsidee im Schulunterricht“.
Adam Wrede
Geboren: 12. April 1875 in Düsseldorf
Gestorben: 21. Dezember 1960 in Köln
Wirken in Köln
Wrede war von 1903 bis 1927 Studienrat am Schiller-Gymnasium. 1915 habilitierte er sich an der Handelshochschule in Köln. Anschließend lehrte er dort als Privatdozent im Nebenamt Deutsche Sprache und Kulturgeschichte. Er blieb bei Errichtung der Universität 1919 im Amt, 1921 erhielt er den Titel Honorarprofessor. Er hoffte auf die Gründung eines Instituts für Volkskunde, was ihm aber auch in der NS-Zeit nicht gelang. 1941 wurde er emeritiert.
Bemerkenswert
Wrede hielt 1926 und 1927 Vorträge in Lettland, Estland und Rumänien. Für die „Kölnische Zeitung“ aus dem Haus M. DuMont Schauberg war er von 1924 bis 1932 als Rezensent tätig.
Spuren in der Stadt
1962 benannte die Stadt eine Straße in Nippes nach ihm. Wredes Sammlung zum Altkölnischen Sprachschatz mit 28.000 Zetteln befindet sich im Historischen Archiv der Stadt Köln.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
