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150 aus 150Trude Herr war eine Ikone des Kölner Theaters

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Trude Herr, deutsche Volksschauspielerin, Deutschland frühe 1960er Jahre. German folklore actress Trude Herr, Germany early 1960s. Nur redaktionelle Nutzung. Editorial usage only. Copyright: ArthurxGrimm UnitedArchives82001022

Die Volksschausspielerin Trude Herr. (Archivfoto)

Die Schauspielerin trat zunächst im Kölner Karneval auf. Später war sie auch als Regisseurin und Sängerin aktiv.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 57. Teil der Serie geht es um die Schauspielerin und Sängerin Trude Herr.

Bedeutung

Trude Herr begann ihre Theaterkarriere 1946 als Autodidaktin auf einer Aachener Wanderbühne. Ab 1948 trat sie in Nebenrollen im Volkstheater Millowitsch auf. 1955 gelang ihr der Durchbruch als Karnevalssolistin mit ihrer unnachahmlichen Art des Ganzkörpereinsatzes und durch mitreißende Vorträge, etwa als „Besatzungskind“. Herr nutzte gern die ganze Bühne. Beim Publikum kam sie gut an, aber weniger bei den „Karnevalsoffiziellen“. Sie beendete daher 1960 ihre Karnevalskarriere.

Ihre Auftritte bei Revuen weckten die Neugierde der Filmbranche. Unvergesslich ist sie als Fahrlehrerin in dem Heinz-Erhardt-Film „Natürlich die Autofahrer“. In den 1960er Jahren spielte Herr vor allem in Klamauk- und Musikfilmen mit. So kam sie zum Gesang und landete 1960 mit „Ich will keine Schokolade“ ihren damals größten Hit.


Trude Herr

Geboren: 4. Mai 1927 in Köln

Gestorben: 16. März 1991 in Lauris, Marseille


Wirken in Köln

In den 1970er und 1980er Jahren war Trude Herr „die“ Kölner Volksschauspielerin. Zunächst trat sie mit eigenem Ensemble im Millowitsch-Theater auf. Die Stücke schrieb sie selbst, wie „Scheidung op Kölsch“ oder „Et versoffe Lenche“. 1977 gründete sie an der Severinstraße ihr eigenes, nicht subventioniertes „Theater im Vringsveedel“.

Anfang der 1980er Jahre wirkte sie als Regisseurin und Schauspielerin in schrägen Filmkomödien wie „Frankensteins Schwiegermutter“ oder „Schöne Bescherung“ mit, die zum Teil in ihrem Theater gedreht wurden. Das nach Auslastungszahlen bestbesuchte Haus in NRW schloss sie 1986 aus Gesundheitsgründen.

Bemerkenswert

Von Krankheit gezeichnet, zog sie sich auf die Fidschi-Inseln zurück. 2007 erschien posthum eine filmische Dokumentation über diese Zeit. Einer ihrer letzten Auftritte war 1987. Mit Tommy Engel und Wolfgang Niedecken sang sie „Niemals geht man so ganz“ – das Lied errang Platz 20 in den deutschen Charts.

Spuren in der Stadt

Der Park am Bürgerhaus Stollwerck trägt seit 1995 ihren Namen. Dort steht auch ein Denkmal zu ihren Ehren. An ihrem ehemaligen Theater, heute das Odeon-Kino, erinnert eine Bronzetafel an sie: „Hier wor et Trude in singem Element.“ Ihr Grab ist auf dem Nordfriedhof. 2020 beschloss die Gesamtschule in Mülheim, wo sie aufgewachsen war, ihren Namen zu tragen.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.