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SicherheitskonzeptKöln rückt zum 11.11. die Südstadt stärker in den Blick

Mehr Präsenz und neue Unfallhilfsstellen in der Südstadt: Stadt, Polizei und Feuerwehr haben ihre Pläne für den Sessionsauftakt vorgestellt.

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11.11.2025
Köln:
Reportage über den Kneipenkarneval zur Sessionseröffnung „Elfter im Elften“ in der Südstadt und dem Belgisches Viertel.

Im vergangenen Jahr verlagerte sich das Geschehen teils vom Zülpicher Viertel in die Südstadt.

Schon eineinhalb Wochen nach dem turbulenten Wochenende samt „Gen-Z-regelt“-Demo und Halloween-Krawallen in der Innenstadt steht Köln die nächste Großveranstaltung bevor: Am 11.11. feiern zehntausende Jecke den Sessionsauftakt auf Kölns Straßen und in den Kneipen. Ausschreitungen wie in der Halloween-Nacht befürchtet die Polizei nach jetzigem Stand nicht: „Ich habe bisher noch keine Anzeichen dafür, dass am 11.11. etwas Vergleichbares auf uns zukommt, aber ganz ausschließen kann man es nicht“, sagte Einsatzleiter und Polizeidirektor Martin Lotz am Montag bei der Vorstellung der gemeinsamen Planungen von Stadt, Feuerwehr und Polizei für den 11.11.

Im Fokus der Vorbereitungen steht diesmal, stärker als in der vergangenen Session, neben dem Zülpicher Viertel die Südstadt. Während der Andrang auf das Studentenviertel in den vergangenen Jahren leicht nachgelassen hat, strömen immer mehr junge Feiernde in die Gegend rund um den Chlodwigplatz – mit unangenehmen Begleiterscheinungen wie Wildpinkeln, Müll und zerstörten Glasflaschen.

Jugendschutz weiter im Fokus

„Gemeinsam mit den Interessengemeinschaften aus der Südstadt, die die Anwohner vertreten, mit Gewerbetreibenden und auch Vertretern aus dem politischen Raum haben wir einen Dialog geführt und Workshops abgehalten, um zu schauen, welche Maßnahmen helfen, diese Begleiterscheinungen abzumildern“, sagte Dirk Käsbach, Leiter des Ordnungsamtes.

Das Ergebnis: Rund um den Chlodwigplatz wollen Ordnungsamt und Polizei mehr Präsenz zeigen. Die KVB-Haltestelle wird mit Absperrschranken gesichert, und zwei Unfallhilfsstellen in der Südstadt sollen hilflosen und verletzten Personen zeitnah helfen. Außerdem stellt die Stadt zusätzliche Toiletten und Urinale auf – darunter auch welche, die zuletzt im Bereich der Uniwiese nicht mehr gebraucht wurden. Ein Glasverbot wie im Zülpicher Viertel wird es aber erneut nicht geben, stattdessen setzt die Stadt weiterhin auf eine freiwillige Glasabgabe. „Unsere Erfahrung aus dem Straßenkarneval war, dass das wirksam war. Wir hoffen, dass es auch jetzt wirksam sein wird“, so Käsbach. „Sollte es dort aber zu größeren Schäden durch Glas, zu Verletzten oder weitreichenden Vorfällen kommen, werden wir ein Glasverbot prüfen und gegebenenfalls umsetzen.“

02.11.2026, Köln: Christian Miller (Feuerwehr), Dirk Käsbach (Stadt Köln) und Martin Lotz (Polizei Köln/v.l.).). Elfter im Elften: Stadt Köln und Polizei informieren über Planungen zur Sessionseröffnung am Elften im Elften.  Foto: Arton Krasniqi

Christian Miller (Feuerwehr), Dirk Käsbach (Stadt Köln) und Martin Lotz (Polizei Köln/v.l.) geben Auskunft über die Planungen für den 11.11.

Sonst bleibt aber vieles beim Alten: Zum Schutz der Anwohner werden am 11.11. erneut große Teile des Zülpicher Viertels für Feiernde gesperrt. Erlaubt ist das Feiern vor allem entlang der Zülpicher Straße zwischen Zülpicher Platz und Moselstraße. Drei Zugänge führen in die Partyzone: an der Roonstraße, in Höhe der Unimensa und am Barbarossaplatz.

Wird es auf der Zülpicher zu voll, stehen Ausweichflächen im Inneren Grüngürtel zwischen Mensa und Luxemburger Straße bereit. Die zum Schutz vor Schäden abgedeckten Rasenflächen sollen laut Käsbach außerdem als Transitwege dienen – zum Feiern sind sie nicht gedacht: keine Bühnen, keine Musik, keine Getränke, nichts zu essen. Weil die Flächen in den vergangenen Jahren kaum genutzt wurden, hatte die Stadt sie zur vergangenen Session verkleinert. Für den 11.11. gilt das nicht: Man habe sich entschieden, erneut dieselben Flächen abzudecken und abzusperren und die Lage zunächst weiter zu beobachten. Sollte der Trend beim Sessionsauftakt anhalten, wolle man die Flächen weiter verkleinern.

Auch der Jugendschutz steht wieder im Fokus: Neben Streetworkern und Mitarbeitern des Jugendamts sind am 11.11. erneut jugendliche Testkäufer im Einsatz, die kontrollieren, ob ihnen Alkohol und Zigaretten verkauft werden. So soll verhindert werden, dass Alkohol, Tabak oder Betäubungsmittel unerlaubt an Minderjährige abgegeben werden. Seit 2024 habe es dabei rund 920 Kontrollen und 648 festgestellte Verstöße gegeben, heißt es von städtischer Seite.

Im Einsatz sind an diesem Tag mehr als 1000 Polizeibeamtinnen und -beamte, kündigte Martin Lotz an – ähnlich viele wie im Vorjahr. Hinzu kommen 450 Mitarbeitende des Ordnungsamts sowie 500 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Sanitätsdienst, darunter viele Ehrenamtliche. Christian Miller, Leiter der Berufsfeuerwehr, betonte: „Diese große Aufgabe – Karneval in Köln – können wir nur stemmen, weil wir sehr viele ehrenamtliche Kräfte an diesem Tag mit einbinden. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken.“ Zugleich appellierte er an die Feiernden: „Wenn es zu einem Einsatz kommt, bitte ich darum, die Einsatzkräfte nicht zu behindern, sondern sie zu unterstützen. Sie versorgen Patienten, Verletzte oder erkrankte Menschen, die Nothilfe brauchen.“