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Ein Stück Savoir-VivreWie ein Kölner Verein die Verbindungen zu Frankreich pflegt

Die Deutsch-Französische Gesellschaft Köln hält die Freundschaft zum Nachbarland, zur Sprache und zur Lebensart aufrecht.

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Zur ersten Auflage von „Marcher et Parler“ ging es im Oktober durch die Südstadt. Hier ist die Gruppe auf dem Chlodwigplatz zu sehen.

Zur ersten Auflage von „Marcher et Parler“ ging es im Oktober durch die Südstadt. Hier ist die Gruppe auf dem Chlodwigplatz zu sehen.

„Die meisten von uns haben natürlich eine Affinität zu Frankreich“, erläutert Gudrun Bießmann, Geschäftsführerin der Deutsch-Französischen Gesellschaft (DFG), beim Gespräch in der Bibliothek des Institut Français am Sachsenring 77. „Sei es durch Reisen, den Partner oder die Partnerin, oder die Liebe zur französischen Musik oder Küche.“ Sie selbst sei überrascht gewesen, wie französisch Köln wirke und wie viele Verbindungen bestünden, als sie aus Hannover an den Rhein kam, ergänzt die Vereinsvorsitzende Angelika Sandte-Wilms.

„Ich merkte hier deutlich die viel größere Nähe Kölns zu Frankreich“ – etwa durch französische Restaurants, die frankophonen Einsprengsel in der kölschen Sprache und natürlich die zahlreichen Verbindungen ins Land, angefangen von der Freundschaft zwischen dem früheren Kölner OB und späteren Bundeskanzler Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, die ab 1962 die deutsch-französische Freundschaft besiegelten. Bereits seit 1958 sind Köln und das nordfranzösische Lille durch die Ringpartnerschaft verbunden, die außerdem Rotterdam, Lüttich, Esch-sur-Alzette und Turin umfassst.

Ein Bildtrio von Gudrun Bießmann in der Ausstellung im Institut Français.

Ein Bildtrio von Gudrun Bießmann in der Ausstellung im Institut Français.

Umfassendes Aktivitätsprogamm

Seit 1993 besteht die DFG mit derzeit rund 220 Mitgliedern, die bei ihrer Gründung an bereits vorhandene Beziehungen zu Frankreich anknüpfte. Der Verein bietet eine große Palette an Aktivitäten: von Boule-Partien über einen monatlichen Kochclub, das traditionelle Neujahrstreffen mitsamt „Galette des rois“ – dem Königskuchen, in dem sich eine Figur versteckt, die dem Finder Glück bringt –, Theater- und Museumsbesuche, einen französischen Literaturkreis und den monatlichen thematischen Stammtisch „Table ronde“. Zudem arbeitet man mit Schulen zusammen und vergibt einen jährlichen Exzellenzpreis für die besten Abiturleistungen in Französisch.

Jährlich gehen Mitglieder gemeinsam auf Reise – dieses Jahr ging es nach Bordeaux, im kommenden Jahr nach Paris. Ganz neu ist das Format „Marcher et Parler“: Hierbei begibt sich eine Gruppe auf Stadtteil-Exkursion innerhalb Kölns, dies aber natürlich möglichst auf Französisch; als erstes Veedel war Anfang Oktober die Südstadt an der Reihe – wo es im Übrigen gleich zwei hochklassige französische Restaurants gibt.

Französisch ist leichter als sein Ruf

Überraschenderweise spricht selbst, wie Bießmann schätzt, nur ein Viertel der Vereinsmitglieder Französisch. Dabei sei, wie Sandte-Wilms bemerkt, die Sprache gar nicht so schwer, wie sie gemeinhin gilt. Sie sei grammatikalisch sehr logisch strukturiert und verfüge, anders als etwa Englisch, über feste Ausspracheregeln. „Leider ist Französisch in Schulen derzeit etwas auf dem Rückzug und wird oft abgewählt.“

Das eigene Französisch aufzubessern, funktioniert im Institut Français sehr gut – dem Pendant zum deutschen Goethe-Institut –, wo neben der großen Bibliothek auch Kurse angeboten werden. Mit dem Institut ist die DFG freundschaftlich verbunden.

Im Obergeschoss des Riphahn-Baus, in dem das Institut sitzt, war am Donnerstag, 29. Oktober, zum letzten Mal die Ausstellung „Sehnsüchte – Nostalgies“ mit deutsch-französischer Mal- und Fotokunst zu sehen. Unter den zehn Teilnehmenden, auf deutscher Seite alles Vereinsmitglieder, ist auch Bießmann vertreten, die ebenso im „Kölner-Maler-Kreis“ aktiv ist. Interessanterweise gebe es im Französischen übrigens keine punktgenaue Übersetzung für Sehnsucht, weiß die Vorsitzende: Denn „nostalgies“ seien im Französischen auf die Vergangenheit bezogen, Sehnsüchte seien hingegen eher auf die Zukunft gerichtet.

Infos zur Mitgliedschaft in der DFG (Einzelpersonen 55 Euro, Paare 70 Euro, Schule/Studium 15 Euro, Firmen 170 Euro) gibt es auf der Vereins-Website. www.dfgkoeln.de