Italienische Kultur ist mehr als Pasta und „dolce vita“. Das will das Festival „Italiana Kulturbrücke am Rhein“ zeigen, das von Donnerstag, 5. November, bis Montag, 30. November, zum zehnten Mal in der Südstadt stattfindet. Konzerte, Fotografie und Geschichten über Migration und Zusammenleben stehen auf dem Programm. Ein besonderer Anlass ist das 25-jährige Bestehen des „MenschenSinfonieOrchesters“ (MSO).
Der Musiker und Komponist Alessandro Palmitessa gründete das Festival 2008. Er möchte italienische Kultur jenseits gängiger Klischees präsentieren und den Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft fördern. Das Programm ist stilistisch offen und verbindet italienische Liedkunst mit Jazz, Tango und anderen musikalischen Traditionen.
Fotoausstellung, Rundgang und Italo-Abend im Veedel
Den Auftakt macht am Donnerstag, 5. November, die Fotoausstellung „Mostra Diffusa“. Arbeiten von elf Fotografinnen und Fotografen sind bis zum Monatsende an mehreren Orten zu sehen. Die Eröffnung führt ab 17 Uhr vom Vringstreff über das Café PL678 und das Café Sur bis zu Mondo Aperto am Zugweg 22. Musiker des MSO begleiten den Rundgang.
Am Samstag, 7. November, um 20 Uhr bringt Daniele Grivel mit „E la chiamano estate“ italienisches Sommergefühl in den November. Bei Live-Musik, Gesang und Karaoke in Mondo Aperto ist auch das Publikum gefragt.
Eine Woche später treffen dort um 20 Uhr der Pianist Sebastian Rodríguez und Palmitessa aufeinander. Ihr Konzert „Last Tango in Cologne“ verbindet am Samstag, 14. November, Tango und modernen Jazz. Neben Musik von Astor Piazzolla und anderen stehen eigene Kompositionen auf dem Programm.
Um italienische Lieder und Migrationserfahrungen geht es am Samstag, 21. November, mit dem Trito e Ritrito Trio. Cosimo Erario, Palmitessa und der Schauspieler Luca Paglia verbinden Musik und Erzählungen über Herkunft, Erinnerung und das Ankommen in einem neuen Land. Das Programm erinnert an das deutsch-italienische Anwerbeabkommen von 1955.
Am Sonntag, 22. November, um 16 Uhr verbinden „Malaparata“ mit Roberto Pappalardo und Stefano Arrigo gesprochene Sprache, Gesang und Klang. Im Mittelpunkt steht die sprachliche und musikalische Vielfalt Italiens, insbesondere Neapels.

Ein Saxofon-Spieler beim Festival „Italiana Kulturbrücke am Rhein“ (Archivbild)
Copyright: Roberto Cifarelli
Großes Jubiläumskonzert
Höhepunkt ist das Jubiläumskonzert des MSO am Donnerstag, 26. November, um 19 Uhr in der Lutherkirche am Martin-Luther-Platz. Seit 25 Jahren bringt das von Palmitessa und dem ehemaligen Pfarrer Hans Mörtter gegründete Ensemble Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten und musikalischen Hintergründen zusammen. Zum Jubiläum treten unter anderem der kalabrische Cantautore Peppe Voltarelli, Klaus der Geiger, der Bluesmusiker Richard Bargel und der italienische Gitarrist Cosimo Erario auf. Auch der senegalesische Griot-Meister Aladji Mbaye Tama sowie der Choreograf Christian Korbella und die Golden Girls wirken mit. So treffen Blues, Jazz, italienische Liedkunst, westafrikanische Rhythmen und Tanz aufeinander.
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei, Spenden sind willkommen. Wegen begrenzter Platzkapazitäten wird eine Reservierung empfohlen. Informationen und Reservierungen unter www.festival-all-italiana.de oder per E-Mail an festivalitaliana@googlemail.com.

