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Stadt und Vermieter im StreitEltern kämpfen um den Erhalt ihrer Südstadt-Kita

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Kinder und ihre Eltern protestieren gegen die mögliche Schließung ihrer Südstadt-Kita.

Kinder und ihre Eltern protestieren gegen die mögliche Schließung ihrer Südstadt-Kita. 

Nach mehr als 40 Jahren steht die Kita an der Karl-Korn-Straße vor einer ungewissen Zukunft. Ein Mietstreit zwischen Stadt und Vermieter könnte zur Schließung führen – Eltern machen nun öffentlich Druck.

„Rettet die Kita Karl-Korn-Straße“ steht auf einem Schild, das ein kleiner Junge hochhält. Für eine Protestaktion waren etwa 40 Kinder und Eltern in der vergangenen Woche vor ihre Kita in der Südstadt gezogen. Sie wollen sich nicht damit abfinden, dass die Einrichtung nach mehr als 40 Jahren möglicherweise zum Jahresende schließen könnte. Die Kinder müssten in diesem Fall auf andere Einrichtungen in der Umgebung verteilt werden.

Differenzen über den Mietpreis

Die Stadt und der Vermieter der Immobilie könnten sich nicht auf einen neuen Mietpreis einigen, erläutert Stephan Schmitz, Vorsitzender des Elternbeirats. In den vergangenen Jahren sei die Miete vergleichsweise günstig gewesen. Im März 2022 habe der Vermieter aber den Preis erhöhen wollen, die Stadt habe sich geweigert, den Aufpreis zu zahlen. Ein auf fünf Jahre laufender Schutzvertrag habe ein sofortiges Aus der Kita verhindert.

Stephan Schmitz ist Vorsitzender des Elternbeirats.

Stephan Schmitz ist Vorsitzender des Elternbeirats.

Wenn sich beide Parteien nicht einigen, drohe der Einrichtung spätestens zum März 2027 die Schließung. Das Jugendamt habe mitgeteilt, das die Kinder in diesem Fall die Kita schon zum Jahresende verlassen müssten, weil die Stadt noch einige vertraglich zugesicherte Rückbauarbeiten durchführen müsse. Immerhin sei es dem Elternbeirat gelungen, beide Seiten wieder an einen Tisch zu bekommen.

Schmitz zufolge liegt die Mietpreisforderung des Eigentümers im sachgerechten Rahmen und nur geringfügig über der formalen Mietpreis-Grenze für Kitas. „Es benötigt einer politischen Entscheidung, damit beide Seiten zu einer pragmatischen Lösung finden“, sagt er. Ralf Heinen (SPD), Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, sagte dagegen nach einem Gespräch mit der Verwaltung, dass die Forderungen des Vermieters über das übliche Maß hinausgingen.

Es benötigt einer politischen Entscheidung, damit beide Seiten zu einer pragmatischen Lösung finden
Stephan Schmitz, Elternbeirat Kita Karl-Korn-Straße

Für Mutter Kathrin Barthen, deren fünfjähriger Sohn die Kita besucht, kam die Nachricht völlig überraschend. „Ich war absolut schockiert“, sagt sie. Die mögliche Schließung der Einrichtung bereitet ihr große Sorgen, denn ihr Sohn sei auf feste Strukturen angewiesen, ein Wechsel in eine andere Kita würde ihn vor enorme Herausforderungen stellen. „Das wäre eine Katastrophe“, sagt die Mutter. Besonders schätzt sie die familiäre Atmosphäre der kleinen Kita an der Karl-Korn-Straße. Mit nur rund 50 Kindern sei die Einrichtung überschaubar, die Kinder und Mitarbeitenden kennten sich untereinander gut. Diese vertraute Umgebung gebe den Kindern Sicherheit und Orientierung, sagt Barthen. Ähnlich sieht das Alexander Hoppe, Vater einer vierjährigen Tochter: „Man reißt die Kinder jetzt aus ihrer sozialen Umgebung.“

Man reißt die Kinder jetzt aus ihrer sozialen Umgebung
Vater Alexander Hoppe

Nach Angaben der Stadt Köln ist die Zukunft der Kita derzeit noch offen. Sollte bis zum 1. April 2027 kein neuer Mietvertrag zustande kommen, müsste die Einrichtung die Räume spätestens Ende März 2027 an den Eigentümer zurückgeben. Die von der Vermieterseite geforderte Miete habe die Stadt nicht akzeptieren können, da sie aus Sicht der Verwaltung deutlich über dem vertretbaren Rahmen liege.

Viele Kinder schätzen die familiäre Atmoshäre der kleinen Kita.

Viele Kinder schätzen die familiäre Atmoshäre der kleinen Kita.

Einen Zeitplan für einen möglichen Auszug gibt es bislang nicht. Gleichzeitig betont die Stadt, weiterhin an einer einvernehmlichen Lösung interessiert zu sein, um den Betrieb der Kita aufrechterhalten zu können. Als öffentliche Einrichtung sei die Kommune jedoch verpflichtet, wirtschaftlich und sparsam mit Steuergeldern umzugehen.

Die Eltern stemmen sich mit aller Macht gegen das Aus und haben eine Petition gestartet, die bislang von mehr als 2000 Menschen unterschrieben wurde. „Ich werde tagtäglich auf der Straße auf die Petition angesprochen“, sagt Elternbeirat Schmitz. „Die Reaktionen sind sehr positiv.“ Zudem haben die Eltern Kontakt mit Politikern der Bezirksvertretung Innenstadt und des Jugendhilfeausschusses aufgenommen. Letzteres Gremium will am heutigen Dienstag über das Thema diskutieren, Grüne und Volt haben eine Anfrage an die Verwaltung gestellt. Auch die Grünen in der BV haben für die Sitzung am Donnerstag eine Anfrage an die Verwaltung gestellt.