Statt einer alten Häuserzeile sind moderne Mietshäuser und eine Kita geplant – sie soll den Betreuungsnotstand im Stadtteil entschärfen.
Neues Quartier geplantMehr Wohnraum und eine Kita für Köln-Merkenich

Von außen noch ganz adrett anzusehen, doch der Zustand der Bausubstanz ist schlecht: Die Häuser in Am Höfenweg sollen modernen Neubauten weichen.
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Die Reihe der Mehrfamilienhäuser 46 bis 76 in der Straße „Am Höfenweg“ wurde etwa in den 1930er Jahren errichtet, ihren 100. Geburtstag werden die Gebäude aller Voraussicht nach jedoch nicht mehr erleben: Nach Auffassung der Stadtverwaltung entsprechen sie in Sachen Barrierefreiheit, Schall- und Wärmeschutz oder den Grundrissen der Wohnungen nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit, eine Sanierung im Bestand sei demnach nicht mehr wirtschaftlich. Sie sollen daher abgerissen werden und einem neuen, zeitgemäßen Wohnquartier Platz machen. Ein entsprechender vorhabenbezogener Bebauungsplan, beantragt von der Kölner Wohnungsgenossenschaft, war bereits im vergangenen Jahr durch eine Beschlussvorlage in der Bezirksvertretung (BV) Chorweiler öffentlich gemacht worden.
In der jüngsten Sitzung der BV wurde nun das städtebauliche Planungskonzept vorgestellt, aus dem weitere Einzelheiten über die Planungen hervorgehen. Vorgesehen ist demnach vor allem eine deutliche Ausweitung des verfügbaren Wohnraums: Anstelle der bestehenden 48 Wohneinheiten sollen in dem geplanten Gebäudeensemble gut 108 genossenschaftlich, zum Teil geförderte und zu verträglichen Preisen erhältliche Mietswohnungen entstehen, die Geschossfläche von zurzeit 3240 Quadratmetern auf etwa 6500 Quadratmeter steigen.
Neubau mit „Grüner Mitte“
Die Hausnummern 46 bis 76 sollen künftig von vier dreistöckigen Gebäuden mit sechs Wohneinheiten pro Geschoss sowie einem zusätzlichen Staffelgeschoss eingenommen werden, ergänzt von zwei zweistöckigen Gebäuden auf der östlichen Seite des Planungsgebiets, ebenfalls mit Staffelgeschoss – alle geplanten Neubauten werden mit Aufzügen ausgestattet sein.
Der Innenbereich, der zurzeit größtenteils versiegelt ist und vor allem von Garagen eingenommen wird, soll künftig als „grüne Mitte“ gestaltet werden, die den Mietern als Spiel- und Begegnungsbereich zur Verfügung stehen und auch öffentlich zugänglich sein soll. Der wegfallende Parkraum soll durch zwei Tiefgaragen ersetzt werden. Die Flachdächer der Häuser sollten mit Begrünung und Photovoltaik-Anlagen ausgestattet werden.
Zusätzlich zu den Wohnhäusern soll im nordöstlichen Viertel des Plangebiets eine neue Kindertagesstätte entstehen – etwas, das von Merkenicher Eltern schon lange heiß ersehnt wird, da die vorhandenen Betreuungseinrichtungen den Bedarf schon seit Jahren nicht mehr decken können. Der zweistöckige Bau soll künftig gut 1400 Quadratmeter Geschossfläche umfassen und in eine Grün- und Spielfläche eingebettet sein. Auch das Flachdach der Kita soll begrünt und für PV-Anlagen genutzt werden.
Nicht zuletzt die Kita-Pläne waren der ausschlaggebende Grund dafür, dass die Pläne in der BV ausdrücklich begrüßt wurden. „Wir freuen uns sehr, dass es mit der Vorlage vorangeht und vor allem, dass die Kita kommen wird“, sagte etwa Rainer Stuhlweißenburg (CDU). „Das wird auf breite Zustimmung stoßen und wir hoffen, dass es hier keine Verzögerung geben wird.“
