Der Fußballplatz des SSV Roggendorf/Thenhoven, zu finden an der Sinnersdorfer Straße, kann sich im Grunde sehen lassen: Die großzügig dimensionierte Anlage umfasst neben einem kleineren Tennenplatz auch einen der inzwischen selten gewordenen Naturrasenplätze. Doch gerade der macht dem Verein zunehmend Sorgen, denn der Zustand des Rasenplatzes ist nach Einschätzung von Vereinsvertretern „alarmierend“. Seit Kurzem sammeln sie daher per Online-Petition Unterschriften, um auf die Missstände aufmerksam zu machen und für eine Sanierung zu werben.
Verletzungsgefahr auf maroden Plätzen: Löcher, Beleuchtung und Begrenzungen bereiten Sorgen
Marcos Paris Solorzano Diaz, der seit einem Jahr die F-Jugend des Vereins trainiert, beschreibt das Problem: „Der Rasen ist voller Löcher und der Untergrund total uneben, auf der ganzen Fläche findet man Aufwölbungen. Das erhöht die Verletzungsgefahr ungemein.“ Versuche, den Platz mit Rasenmäher und -Walze wieder sicherer bespielbar zu machen, hätten bislang nicht gefruchtet. Hinzu kommen die verwitterten Platzbegrenzungen, „an denen man besser nicht mit der bloßen Haut entlangstreift, sonst fängt man sich eine offene Wunde ein“, so Solorzano Diaz. Auch die Beleuchtung funktioniere kaum, so Diaz’ Trainerkollege Patrick Decker.
Die widrigen Umstände führen dazu, dass gerade unter den jüngeren Jahrgängen viele zu Vereinen in umliegenden Orten wechseln, die über Kunstrasenplätze verfügen – ganze Mannschaften sind so bereits ins Umland abgewandert. „Dabei steckt viel Potenzial in dieser Anlage“, meint Diaz bedauernd. „Wir sind als Verein nicht auf Leistung aus, sondern wollen einfach allen eine Möglichkeit zum Fußballspielen bieten. Im Sommer machen wir Aktionen für Kinder, der Schützenverein nutzt unser Gelände – es ist wirklich ein Treffpunkt für den Stadtteil.“
Wäre Geld kein Thema, könnte sich Ralf Lux aus dem Vorstand eine umfassende Neugestaltung des Geländes vorstellen. „Aber fürs Erste würde es schon helfen, den Platz einmal zu begradigen. Den Boden mit einem Sand-Erde-Gemisch auffüllen, das Unkraut raus, nachsäen und glatt ziehen – das würde für zwei bis drei Jahre erst einmal ausreichen“, sagt er. Den Finanzierungsbedarf für diese „kleine“ Lösung schätzt er auf 15.000 bis 20.000 Euro.
Zwar hatte Oberbürgermeister Torsten Burmester auf die Vermittlung durch Ratsmitglied Mattis Dieterich (SPD) hin die Anlage im Sommer besichtigt, doch auf konkrete Zusagen seitens des Sportamts wartet der Verein bislang vergeblich. Dafür findet er in der Bezirksvertretung Chorweiler Fürsprecher: Sowohl die SPD- als auch die CDU‑Fraktion unterstützen sein Anliegen mit eigenen Anträgen in der kommenden Sitzung des Gremiums. „Wir wollen einfach ein Signal senden und hoffen, mit einem politischen Beschluss ein wenig mehr Druck auf die Verwaltung aufzubauen“, so Bezirksvertreter Jullian Meyer (SPD).

