Kölner Stadt-Anzeiger · Community

Kommentare · 0

Abo

Übergabe im Historischen RathausDrei Kölner mit Bundesverdienstkreuz geehrt

Die Preisträger wurden für ihre Verdienste in den Bereichen Medizin, Kultur und Soziales ausgezeichnet.

Von
29.10.2026, Köln: Oberbürgermeister Torsten Burmester verleiht Bundesverdienstorden an Ulrich Krüger, Mayen Beckmann und Gerd Herold (v.l.). Foto: Arton Krasniqi

Oberbürgermeister Torsten Burmester (r.) mit den Preisträgern Ulrich Krüger, Mayen Beckmann und Gerd Herold (v.l.).

Generationen von Studierenden der Medizin war „Der Herold“, der das Wissen aller internistischen Fachgebiete bündelt, eine wertvolle Lernhilfe. Eigentlich heißt das Standardwerk, das seit Anfang der 1980er Jahre im Selbstverlag erscheint, jährlich aktualisiert wird und in 16 Sprachen übersetzt wurde, „Innere Medizin – Eine vorlesungsorientierte Darstellung“. Ins Leben gerufen hat es Gerd Herold, der es mit Co-Autoren herausgibt.

Der Internist und Arbeitsmediziner ist eine der drei Personen aus Köln, die am Donnerstag für ihre besonderen Verdienste um das Gemeinwohl mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden sind. Oberbürgermeister Torsten Burmester überreichte ihnen die Auszeichnungen im Rahmen eines Empfangs im Hansasaal des Historischen Rathauses. Allen dankte er dafür, aus freien Stücken Verantwortung übernommen zu haben „für eine Sache, an die Sie glauben“.

Nach seinem Medizinstudium an der Universität zu Köln war Herold an verschiedenen Kliniken tätig. Von 1981 bis 2003 leitete er den Gesundheitsdienst der Ford-Werke Köln. Danach wurde er freiberuflicher Gesundheitsberater. Außerdem engagierte er sich im Verband der Deutschen Betriebs- und Werksärzte und war Vorsitzender des Landesverbands Nordrhein-Süd. Zum „Herold“ sagte er, ohne die redaktionelle Tätigkeit seines langjährigen Freundes Heinz Beckers „hätte ich gar nicht schreiben können“.

Preisträger an Psychiatriereform beteiligt

Ulrich Krüger hat sich in verschiedenen sozialen Projekten für andere eingesetzt. Seit den 1990er Jahren ist er ehrenamtlich im Verein Aktion Psychisch Kranke tätig. Von 2001 an war er 20 Jahre lang dessen Geschäftsführer. Maßgeblich sei Krüger an der Weiterentwicklung der Psychiatriereform beteiligt gewesen, sagte Burmester. Unter anderem sei es ihm zu verdanken, dass sich Menschen mit eigener Psychiatrieerfahrung und deren Angehörige einbringen konnten.

Immer wieder habe er sich dafür starkgemacht, die Versorgung psychisch Kranker zu verbessern, von der Vernetzung von Selbsthilfeverbänden über die Organisation von Tagungen bis zur Beschaffung finanzieller Mittel. Darüber hinaus ist Krüger seit über 20 Jahren ehrenamtlicher Vorsitzender des Vereins Bürgerzentrum Ehrenfeld und daran beteiligt, niederschwellige Angebote für Kinder, Jugendliche, Familien, geflüchtete, behinderte und sozial benachteiligte Menschen aus dem Veedel zu schaffen.

Mayen Beckmann kümmert sich um Künstlernachlass

Mayen Beckmann, Kunsthistorikerin, Galeristin und Restauratorin, ist unter anderem dafür ausgezeichnet worden, dass sie sich seit Jahrzehnten um den Nachlass des Malers und Grafikers Max Beckmann kümmert, dessen einzige Enkelin sie ist. Zudem war und ist sie in leitenden Positionen in verschiedenen Vereinen tätig, die sich der Kunstförderung verschrieben haben.

Dazu zählen die Deutsche Gesellschaft für Ostasiatische Kunst, die Freunde des Max-Beckmann-Archivs, die Graphische Gesellschaft zu Berlin und die Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig, deren Vorsitzende sie ist und die in der kommenden Woche erneut den renommierten Wolfgang-Hahn-Preis verleiht. Von dessen Strahlkraft profitiere Köln als Kulturstadt, sagte Burmester. Überdies engagiert sich Mayen Beckmann im 2022 gegründeten Kuratorium zur Rettung der Historischen Stadt- und Wallraf-Bibliothek Köln.

In ihrer Dankesrede bat sie, der Kultur in Köln mehr Aufmerksamkeit zu schenken und vor allem zu verhindern, das Interim des Römisch-Germanischen Museums, das für die Stadt eine hohe identitätsstiftende Bedeutung habe, für Jahre zu schließen.