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Blaulichtaktion 2026Colonia Kochkunstverein lädt 25.000 Einsatzkräfte zum Grillfest ins Stadion ein

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Daniel Richmann, Ernst Vleer, Serap Güler, Florian Braun, Martin Lotz (v.l.) bei der Pressekonferenz des Colonia Kochkunstverein.

Daniel Richmann, Ernst Vleer, Serap Güler, Florian Braun, Martin Lotz (v.l.) bei der Pressekonferenz des Colonia Kochkunstverein.

25.000 Einsatzkräfte, 30 Grills und ein großes Dankeschön: Der Colonia Kochkunstverein lädt am 14. Juni ins Rhein-Energie-Stadion ein.

Rund 10.000 Übergriffe auf Einsatzkräfte werden laut Landeskriminalamt jährlich in Nordrhein-Westfalen gemeldet. Für Ernst Vleer, den ersten Vorsitzenden des Colonia Kochkunstverein und Gasteria von 1884, ist das ein Grund mehr, den Menschen in den Uniformen Anerkennung zu zeigen. Mit der erstmals geplanten Blaulichtaktion am 14. Juni möchte der Verein Einsatzkräften aus Köln für ihren Dienst danken und auf die zunehmende Gewalt gegen Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei aufmerksam machen.

Unter dem Motto „Nicht reden, machen“ lädt der Kochkunstverein mehr als 25.000 Beamtinnen und Beamte zu einem Grillfest ins Rhein-Energie-Stadion ein. Von 12 bis 18 Uhr erwarten die Einsatzkräfte frisch gegrillte Würstchen, vegetarische Burritos und Getränke, dazu gibt es Musik. Unter dem Leitgedanken „30 Präsidenten und 30 Grills“ stellen sich zahlreiche Persönlichkeiten aus anderen Kölner Vereinen hinter den Grill.

Aktion soll auf steigende Gewalt gegen Einsatzkräfte aufmerksam machen

Die Idee zu dem Fest kam Vleer bei einer Führung durchs Kölner Polizeipräsidium. Dort erfuhr er von der steigenden Zahl der Gewaltvorfälle gegenüber Einsatzkräften und war schockiert: „Wir alle haben mal ein Knöllchen gekriegt und waren dann vielleicht net esu jood auf die Polizei zu sprechen, aber das, was sich da gerade entwickelt, ist inakzeptabel.“ 

Bereits im Januar lud der Kochkunstverein 36 Einsatzkräfte, die Übergriffe im Einsatz erfahren mussten, zur jährlichen Köche-Sitzung ein. Doch Vleer wollte noch mehr: „Als ich dem Vorstand gesagt habe: Wir müssen Danke sagen, wir laden alle ein, da klang das erstmal absurd“, erzählt er. Er wandte sich mit seiner Idee an Innenminister Herbert Reul, dem der Kochkunstverein 2024 als erstem Preisträger seinen Fritz-Schramma-Preis verliehen hatte.

Staatssekretärin Güler übernimmt Schirmherrschaft

Das Preisgeld von 1000 Euro wollte Reul damals an die Polizeistiftung NRW spenden und denen danken, „die jede Nacht für unsere Sicherheit unterwegs sind und das Recht durchsetzen“, wie er in seiner Dankesrede betonte. Damit war Reul wohl ein angemessener Ansprechpartner für Vleers Idee. „Der Herr Innenminister fand die Idee verrückt, aber genial und so kam alles ins Rollen“, so Vleer.

Die Schirmherrinnenschaft für die Blaulichtaktion übernimmt Staatssekretärin Serap Güler (ebenfalls CDU). Für sie ist diese Aufgabe Ehrensache: „Politisch ist Gewalt gegen Einsatzkräfte immer wieder ein Thema, dem wir uns entschieden entgegenstellen. Darauf aufmerksam zu machen, Danke zu sagen und das mit einem großen Fest zu verbinden, finde ich toll.“ Unterstützt wird der Kochkunstverein von zahlreichen Partnerinnen und Partner aus Gastronomie, Stadtgesellschaft und Vereinswesen. Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Florian Braun setzt sich für die Aktion ein: „Respekt ist nichts, was man per Gesetz verordnen kann, umso schöner sind Zeichen wie diese Blaulichtaktion hier in Köln“, sagt er.

Am Sonntag in einer Woche wird das Rhein-Energie-Stadion also zum Blaulicht-Bereich. Als Eintrittskarte reicht der Dienstausweis, Partnerinnen und Partner dürfen mitgebracht werden. Auch wenn die Idee, 25.000 Einsatzkräfte ins Stadion einzuladen, zunächst verrückt geklungen haben mag, übernächsten Sonntag wird sie Realität. Schirmherrin Serap Güler hat darin nie gezweifelt: „Wenn der Colonia Kochkunstverein die Ärmel hochkrempelt, dann kriegt man sowas hin. Ganz bestimmt.“