Nach den mutmaßlichen Sprengstoffanschlägen auf Polizeiwache Untereschbach ist ein 45-Jähriger festgenommen worden.
Nach Anschlagsserie auf PolizeiwacheTatverdächtiger mit mutmaßlichem Sprengsatz festgenommen

Einen mutmaßlichen dritten Anschlag auf die Polizeiwache in Untereschbach hat die Polizei durch eine Festnahme verhindern können.
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Die Fahnder hatten offenbar genau den richtigen Riecher. Nur wenige Tage nach den beiden Explosionen an der Polizeiwache Overath/Rösrath in Overath-Untereschbach haben Polizeibeamte in der Nacht zu Freitag (17.7.) einen mutmaßlichen Tatverdächtigen festgenommen – in unmittelbarer Nähe des Dienstgebäudes, das bereits zuvor zweimal Ziel von Anschlägen geworden war.
Wie die Polizei mitteilte, trafen Einsatzkräfte den 45-jährigen Mann gegen 1.30 Uhr „im Rahmen der Fahndung“ nahe der Wache an der Hoffnungsthaler Straße an. In seinem Rucksack soll sich eine Glasflasche befunden haben, die nach ersten Erkenntnissen als möglicher Sprengsatz eingestuft wird. Der Mann wurde noch vor Ort festgenommen.
In seinem Rucksack soll er eine Glasflasche mit möglichem Sprengsatz mitgeführt haben.
Nach Informationen der Redaktion hatten die Ermittler die Polizeiwache nach den beiden Explosionen vom vergangenen Samstag und Dienstag gezielt überwacht. Die Festnahme erfolgte demnach im Rahmen dieser verstärkten Fahndungs- und Sicherungsmaßnahmen.
Den Wohnort des 45-Jährigen nennt die Polizei bislang nicht. Nach Informationen der Redaktion stammt der Festgenommene jedoch aus der näheren Umgebung der Polizeiwache, allerdings nicht aus deren direkter Nachbarschaft.
Motiv für die Sprengattacken auf die Polizeiwache ist laut Polizei bislang unklar
Ob der 45-Jährige für die beiden Explosionen verantwortlich ist, teilte die Polizei zunächst nicht mit. Auch zu einem möglichen Motiv machten die Ermittler keine Angaben. Die Vernehmung des Tatverdächtigen stand am Freitagnachmittag noch aus. Der Mann befindet sich derzeit im Polizeigewahrsam. Sollte die Staatsanwaltschaft den Erlass eines Haftbefehls beantragen, müsste er spätestens bis zum Ende des Samstags einem Haftrichter vorgeführt werden.
Die Polizeiwache war innerhalb weniger Tage gleich zweimal Ziel mutmaßlicher Sprengstoffanschläge geworden. Am Samstagmorgen detonierte hinter dem Dienstgebäude ein Sprengkörper. Dabei wurden eine Tür der Wache sowie die Terrassenüberdachung eines benachbarten Wohnhauses beschädigt. Ermittler fanden anschließend die Überreste einer zerborstenen Glasflasche und mehrere Nägel.
Ein Angriff auf eine Polizeiwache ist ein Angriff auf uns alle. Wer unsere Polizei angreift, muss mit der vollen Härte des Rechtsstaats rechnen.
Nur drei Tage später, am frühen Dienstagmorgen gegen 4.50 Uhr, kam es zu einer weiteren Explosion auf einem Grundstück gegenüber der Wache. Durch die Detonation wurde eine Fensterscheibe auf der Rückseite des Polizeigebäudes beschädigt. Verletzt wurde bei beiden Taten niemand.
Die Ermittlungen hatte nach beiden Vorfällen die Kriminalinspektion Staatsschutz der Polizei Köln übernommen. Bereits nach dem ersten Anschlag hatte NRW-Innenminister Herbert Reul die Tat scharf verurteilt. „Ein Angriff auf eine Polizeiwache ist ein Angriff auf uns alle“, erklärte der Minister und kündigte an, die Täter mit der „vollen Härte des Rechtsstaats“ zu verfolgen.
Mit der Festnahme des 45-Jährigen haben die Ermittler nun erstmals einen konkreten Tatverdächtigen. Ob sich gegen ihn der Verdacht erhärten lässt, ob er tatsächlich für beide Explosionen verantwortlich ist und welche Rolle der in seinem Rucksack sichergestellte mutmaßliche Sprengsatz spielt, sollen die weiteren Ermittlungen zeigen.
