Wenn die Verwaltung kleine Projekte nicht hinbekommt, schürt das Zweifel, ob sie ein großes Suchthilfezentrum eröffnen kann, sagt unser Autor.
Projekte dauern zu langeDie Stadt Köln muss bei der Drogenpolitik Vertrauen zurückgewinnen


Die Polizei bei einer Drogenkontrolle in der Nähe des Neumarkts.
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Für Oberbürgermeister Torsten Burmester und die von ihm geführte Stadtverwaltung geht es derzeit vor allem um eines: das Vertrauen der Menschen zu gewinnen, wenn es darum geht, neue Drogenkonsumräume und Suchthilfezentren zu bauen. Nicht hilfreich sind deshalb immer neue Verzögerungen bei Projekten, die bereits seit acht Jahren laufen und nicht zu einem Ende kommen.
Stadt Zürich arbeitet zuverlässig
Das wirft eine zentrale Frage auf: Wenn es die Stadt Köln nicht einmal schafft, einen vergleichsweise kleinen Drogenkonsumraum wie den in Kalk zu eröffnen, wie soll es ihr dann gelingen, mitten in einem Wohnviertel in der Kölner Innenstadt ein großes Suchthilfezentrum zu errichten?
Dass sowohl funktionierende Konsumräume als auch Suchthilfezentren wichtige Säulen für eine erfolgreiche Drogenpolitik sein können, zeigt sich am Beispiel Zürich. Insofern ist es nachvollziehbar, dass sich die Stadt Köln am erfolgreichen Modell aus der Schweiz ein Vorbild nehmen will.
Aber zu Zürich gibt es zumindest bislang noch einen entscheidenden Unterschied: Die Stadtverwaltung dort arbeitet schnell und zuverlässig. Das ist ein triftiger Grund für die Menschen dort, den Verantwortlichen zu vertrauen.
Wer es aber acht Jahre lang nicht hinbekommt, auf einem Spielplatz Spielgeräte aufzustellen, und dann auch noch ausgerechnet dort ein Suchthilfezentrum bauen will, muss sich nicht wundern, dass das Vertrauen dabei auf der Strecke bleibt.
Der Oberbürgermeister und Sozialdezernent Harald Rau haben noch einen langen Weg vor sich, bevor das Suchthilfezentrum im Pantaleonsviertel Realität wird. Bis dahin gilt es, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen und die Skepsis der Anwohnerinnen und Anwohner ernst zu nehmen.
Es ist schließlich längst klar, dass es so wie bislang mit der Kölner Drogenszene nicht weitergehen kann. Ein Suchthilfezentrum wird seiner Aufgabe aber nur dann gerecht werden können, wenn sich auch alle darauf verlassen können, dass es funktioniert.

