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EhrenamtskarteKöln plant Vergünstigungen für engagierte Bürger

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Köln – Die Ehrenamtskarte, die Oberbürgermeistern Henriette Reker in diesem Jahr einführen will, ist anderswo längst eine Selbstverständlichkeit. 213 nordrhein-westfälische Städte und Gemeinden bieten sozial engagierten Menschen den einer Scheckkarte ähnelnden Ausweis an, der eine Reihe von Vergünstigungen ermöglicht.

Ermäßigter Eintritt in Theater, Museen und Schwimmbäder, Rabatte in Restaurants, Startguthaben bei Banken: Insgesamt gibt es mehr als 3700 Möglichkeiten, den landesweit gültigen Ehrenamtlerausweis zu nutzen.

Reker kündigte ihr Vorhaben auf dem Dreikönigsempfang im Maternushaus an. Näheres war allerdings nicht zu erfahren. „Wir stehen noch am Anfang“, sagte Stadtsprecher Gregor Timmer.

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200 000 Ehrenamtler in Köln

Vertreter der Stadtverwaltung verhandeln mit städtischen Unternehmen über mögliche Vergünstigungen für ehrenamtlich tätige Kölnerinnen und Kölner. Deren Zahl wird im Rathaus grob auf 200 000 geschätzt.

Ob ihnen die Karte auch zu verbilligten Straßenbahnfahrten oder einem ermäßigten Eintritt in die Bäder verhelfen wird, ist ungewiss. „Derzeit wird innerhalb des Stadtwerkekonzerns geprüft, ob und wie sich die Unternehmen bei der Ehrenamtskarte einbringen können“, sagt KVB-Sprecher Matthias Pesch. „Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen.“

Das nordrhein-westfälische Ministerium für Familie, Kultur und Sport bezeichnet die 2008 von der damaligen Landesregierung Rüttgers eingeführte Ehrenamtskarte als „gelungenes Gemeinschaftsprojekt zwischen Land und Kommunen. Sie ist Wertschätzung und Dankeschön für zeitlich intensives Engagement“. Voraussetzung für den Erhalt: wöchentlich mindestens fünf Stunden unentgeltlicher Einsatz für die Mitwelt. Seit Beginn des Programms haben die Städte mehr als 34 000 Ehrenamtskarten ausgegeben.

Wohlfahrtsverbände befürworten die Absicht Rekers. „Es kommt aber auch auf die Ausgestaltung an, die Hürden dürfen nicht zu hoch sein“, sagt Caritas-Vorstand Peter Krücker. „Ohnehin wünschen wir uns von der Stadt eine stärkere finanzielle Unterstützung ehrenamtlicher Arbeit.“ Monika Dierksmeier vom Dachverband „Der Paritätische“ hält es für wichtig, Ehrenamtlern „eine zusätzliche Form der Anerkennung zu bieten“. Es stelle sich die Frage, warum das andernorts geschehe, in Köln aber noch nicht.

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