Ehrenfelder Vertreter hoffen durch Förderantrag „Stark“ auf Unterstützung für Stadtbahnlinie 4. Machbarkeitsstudie verzögert sich jedoch.
Förderantrag eingereichtStadtbahn-Verlängerung – neues Wohnquartier in Bocklemünd braucht Anbindung

Ende Gelände ist für die Linie 4 derzeit an der Haltestelle „Bocklemünd“. Von hier aus geht’s zurück nach Schlebusch. (Archivbild)
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Es ist ein Begriffsmonster, wie es sich Mitarbeiter der Verwaltung gern mal ausdenken: „Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten“ – kurz: Stark – nennt sich ein Förderprogramm des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Derzeit sorgt es für verhaltenen Optimismus unter den Ehrenfelder Bezirksvertretern. Denn zu ihrer jüngsten Sitzung konnte Mobilitätsdezernent Ascan Egerer mitteilen, dass im März ein Förderantrag gestellt wurde: Über das Stark-Programm soll der Bund einen Zuschuss für die Machbarkeitsstudie zur Verlängerung der Stadtbahnlinie 4 gewähren.
Das ist nicht ganz unwichtig in diesen klammen Zeiten. Aber auch die geplante Verlängerung der Linie 4 über Bocklemünd hinaus weiter nach Widdersdorf, Pulheim-Brauweiler und Bergheim-Glessen bis Bergheim-Niederaußem, die schon seit Jahrzehnten im Gespräch ist, gewinnt für den Kölner Westen immer mehr an Bedeutung. Denn die vielen Bewohner des Neubaugebiets in Widdersdorf warten nicht zuletzt unter dem Aspekt Mobilitätswende zunehmend ungeduldig auf die Stadtbahn-Anbindung.
WDR-Verkauf treibt Stadtbahn-Debatte voran
Seit Anfang des Jahres, als bekannt wurde, dass der WDR sein 300.000 Quadratmeter großes Gelände in Bocklemünd an der Straße nach Widdersdorf verkaufen möchte, hat das Thema zusätzlichen Schub bekommen. Schließlich werden am Freimersdorfer Weg aller Voraussicht nach viele neue Wohnungen entstehen. Ohne einen Stadtbahn-Haltepunkt in der Nähe ist das neue Wohnquartier kaum denkbar.
Geduld ist aber auf jeden Fall gefragt. Denn die Machbarkeitsstudie hätte längst auf den Weg gebracht werden sollen, für die Fertigstellung war 2024 angepeilt. Dazu hatte der Verkehrsausschuss die Verwaltung bereits im Januar 2022 beauftragt. Aufgrund von „personellen Engpässen“ wurde die Vorbereitung der Studie aber zunächst auf Eis gelegt, die Linie 17 und das Projekt „Stadtbahn Bonn-Niederkassel-Köln“ hatten Vorrang.
Förderantrag für Stadtbahn-Machbarkeitsstudie gestellt
Dann kam die schwierige Haushaltslage hinzu, und die Stadt entschloss sich, gemeinsam mit dem Rhein-Erft-Kreis einen Förderantrag zur Erstellung der Machbarkeitsstudie zu stellen. Der Rhein-Erft-Kreis übernimmt dabei die Federführung und 60 Prozent der Kosten für die Studie, während die Stadt Köln 40 Prozent beischießt. Ohne Fördermittel entspräche das etwa 220.000 Euro.
Derzeit gehe man von einer „Bewilligungszeit von rund 12 Monaten“ für den Förderantrag im Rahmen des Stark-Programms aus, teilte Dezernent Egerer mit. Diese Zeit werde zur Vorbereitung der Ausschreibung für die Machbarkeitsstudie genutzt.
Die Arbeit an der Machbarkeitsstudie wird dann noch einmal zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen, danach müssen die Planungen erstellt werden und alle zuständigen politischen Gremien müssen ihnen zustimmen. Auch mit der Deutschen Bahn wird man wohl verhandeln müssen, denn die plant einen neuen S-Bahn-Haltepunkt in Bocklemünd. Eine räumliche Nähe zur KVB-Haltestelle wäre also sinnvoll.
Die Stadt Köln verspricht auf ihren Seiten „eine umfassende und frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung“ zum Projekt Stadtbahn-Verlängerung im Westen, „verschiedene Austauschformate“ mit den Bürgern seien vorgesehen. Mit einem Beginn der Bauarbeiten noch in den 2030er Jahren ist wohl kaum zu rechnen.
