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„Zwei Schmuckstücke“ Kölns berühmteste Baulücke am Alter Markt ist geschlossen

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Das Rote Haus am Alter Markt.

Köln – Nach sagenhaften 17 Jahren ist eine der prominentesten Baulücken der Stadt direkt am Alter Markt endgültig geschlossen. Das Rote Haus, gleich neben dem historischen Rathausturm gelegen, wurde 2005 im Zuge des Baus der Nord-Süd-Stadtbahn abgebrochen. Nach komplizierten Planungen, die mehrfach verworfen und erneuert werden mussten, hat Oberbürgermeisterin Henriette Reker das neu errichtete Gebäude mit seiner markanten roten Fassadenfarbe eröffnet. Auch die große Treppe zwischen Alter Markt und Rathausplatz ist nach langer Sperrung wieder begehbar.

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Nach 17 Jahren wurde nun das Rote Haus eröffnet.

Haus und Treppe seien „zwei Schmuckstücke“, sagte Reker. Im Roten Haus ist nun das Hotel „Legend“ mit 20 Zimmern untergebracht. Es wird am 17. Mai die ersten Gäste empfangen. Zudem eröffnet in dem Haus Sternekoch Daniel Gottschlich am 24. Mai sein Restaurant „Puls“. Gottschlich führt bereits das „Ox & Klee“ im Rheinauhafen, dem der Guide Michelin zwei Sterne verliehen hat.

Rotes Haus in Köln: U-Bahn-Aufzug im Haus integriert

Alles zum Thema Henriette Reker

Das Rote Haus ist aber auch aus noch einem anderen Grund besonders. Es steht über der U-Bahn-Haltestelle „Rathaus“. In das Gebäude ist ein Aufzug integriert, der von der Station in 21 Metern Tiefe auf den Alter Markt und schließlich bis zum noch eine Etage höher gelegenen Ratshausplatz fährt. „Von diesem Ort geht ein Signal aus für die inklusive Stadtgesellschaft“, sagte Reker. Barrierefreiheit seien kein Anhängsel der Stadtentwicklung, sondern würden ganz selbstverständlich von vornherein mitberücksichtigt.

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Der Weg zur Barrierefreiheit am Alter Markt war indes lang. 2002, erinnert sich Stefanie Haaks, Vorstandsvorsitzende der Kölner Verkehrs-Betriebe, sahen die Planungen noch vor, den Aufzug von der U-Bahn-Station mitten auf dem Alter Markt ans Tageslicht zu führen. Abriss und Neubau des Roten Hauses bot dann die Möglichkeit, den Lift in das Gebäude zu integrieren – was architektonisch durchaus anspruchsvoll war. Lange Zeit stand vor der Baustelle des Roten Hauses auf dem Alter Markt ein provisorischer Aufzug. Die Kölnerinnen und Kölner gaben der mit Holz verkleidete Übergangslösung schnell den Namen „Sauna“.

Rotes Haus Treppe

Die Treppe - kurz vor der Eröffnung - zwischen Alter Markt und Rathausplatz. Rechts der Zugang zum U-Bahn-Aufzug.

Wer zu Fuß vom Alter Markt hoch zum Rathausplatz möchte, kann das über eine neue breite Treppe zwischen Rotem Haus und Ratshausturm machen. Die Stufen sind aus hellem Stein, was manchen Betrachtern die Sorge bereitete, ob die Treppe lange so sauber bleiben könne. Die Stufen werden gerahmt von edlen Handläufen aus Messing, die die goldfarbenen Fensterrahmen des hinteren Teils des neuen Gebäudes – der übrigens schwarz gestrichen ist – aufgreifen.

Treppe und Aufzüge seien „ein komfortabler Weg zu dem Ort, wo die städtische Demokratie zu Hause ist“, sagte Reker. Denn die Stufen führen geradewegs zum Spanischen Bau, in dem der Stadtrat tagt und viele politischen Parteien ihre Fraktionsräume haben. Ob die Stufen deshalb eine Art Kölner „spanische Treppe“ werden, wie es Architektin Ines Kapplinghaus in Anlehnung an das berühmte Bauwerk in Rom formulierte, sei dahingestellt. Gelungen ist das Ensemble aus Rotem Haus und breiter Treppe allemal.