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Zum 150. GeburtstagFestakt würdigt Konrad Adenauers Bedeutung für Köln

Beim Festakt wurde das Wirken Adenauers in Köln gewürdigt, insbesondere seine Projekte im Städtebau und in der Wirtschaft.

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Familie Adenauer: Nikolaus, Bettina, Paul, Konrad Paul Karl, Patrick (v.l.) mit Oberbürgermeister Torsten Burmester (mitte) im Rathaus.

Familie Adenauer: Nikolaus, Bettina, Paul, Konrad Paul Karl, Patrick (v.l.) mit Oberbürgermeister Torsten Burmester (mitte) im Rathaus.

„Konrad Adenauer war kein Städteplaner, kein Architekt und kein Ingenieur, aber er hat mehr in diesen Berufsfeldern geleistet als viele andere, die sich darin bewegen.“ So lobte Architekt Kasper Kraemer am Dienstag im Historischen Rathaus den Mann, der von 1917 bis 1933 und erneut im Jahr 1945 Oberbürgermeister Kölns war, bevor er 1949 zum ersten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland wurde. Anlass der Worte war die Festveranstaltung, die die Stadt aus dem Grund ausrichtete, dass Adenauer am 5. Januar dieses Jahres 150 Jahre alt geworden wäre. Vor den zahlreichen geladenen Gästen, zu denen Kölns frühere Stadtoberhäupter Henriette Reker und Jürgen Roters zählten, sagte Kanzlerenkel Konrad Adenauer, der schon beim Festakt zum 125. Geburtstag seines Großvaters im Ratssaal gesprochen hatte: „Wir sind in diesem Jahr spät dran. Man könnte sagen: Später, aber nicht zu spät.“

Im Mittelpunkt der Feier stand Adenauers Wirken als Oberbürgermeister, vor allem seine städtebaulichen Entscheidungen und Projekte, die Köln bis heute prägen. Beispiele sind die Grüngürtel, die Koelnmesse, der Sportpark Müngersdorf, die Fordwerke, die Universität und die heutige Autobahn 555. In seiner Begrüßungsrede hob Oberbürgermeister Torsten Burmester Adenauers Engagement für den Wohnungsbau hervor, denn dieses Thema sei dasjenige, „das mich am meisten umtreibt. Wenn Menschen sich ihre eigene Stadt nicht mehr leisten können, geht etwas verloren: Zusammenhalt“.

Burmester erinnerte daran, dass die Wohnungsbaugesellschaft GAG 1913 auf Initiative Adenauers, der damals Beigeordneter war, gegründet wurde. Geleitet habe diesen stets die Idee, dass Wohnen kein Privileg sein dürfe, so Burmester. Alles in allem sei er vorbildlich darin, in seiner Tatkraft nie nachgelassen zu haben, nach der Devise: „Besser etwas Verbesserungswürdiges machen als gar nichts.“

Ein „Wunder an Zähigkeit, Kraft und Energie“

Angesichts all der Leistungen Adenauers für Köln sagte Kraemer: „Von heute aus betrachtet scheint es wie ein Wunder, dass so etwas möglich war“, trotz der Not nach dem Ersten Weltkrieg, trotz Armut, Inflation, britischer Besatzung und Weltwirtschaftskrise. Adenauer sei ein „Wunder an Zähigkeit, Kraft und Energie“ gewesen, getragen von sozialer Verantwortung, immer orientiert am Menschen – und mit einer klaren Vision, aus Köln eine moderne Großstadt von internationaler Bedeutung zu machen. Als Paradebeispiel, an dem sich unter anderem Adenauers Verhandlungsgeschick zeige, griff Kraemer das Projekt Grüngürtel heraus. Nach dem Ersten Weltkrieg bestimmte der Versailler Vertrag, dass Köln seinen preußischen Festungsring, bestehend aus einem inneren und äußeren Gürtel mit Forts, Zwischenwerken und freien Schussfeldern, schleifen musste.

Adenauer habe die historische Chance genutzt, die Flächen möglichst von Bebauung freizuhalten, um grüne Erholungsräume zu schaffen. Zunächst machte er mit taktischem Geschick bodenpolitisch den Weg dafür frei. Dann galt es, einen Fachmann zu finden. Mit „Agilität und Entschiedenheit“ sei es ihm gelungen, Baudirektor Fritz Schumacher, der sich zunächst nicht von Hamburg lösen wollte, für die große Aufgabe in Köln zu gewinnen, sagte Kraemer und zitierte diesen mit den Worten: „Adenauer war eine Persönlichkeit, deren geniale Eigenschaften sich wohl nur ganz zu entfalten vermochten, wenn sie dem Zwang normaler Verhältnisse entrückt war und mit Möglichkeiten rechnen konnte, vor denen durchschnittliche Tätigkeit ratlos steht. Dann erwachten in ihm die Phantasie des Taktikers und die Leidenschaft des großen Schachspielers.“

Mit Adenauer, der Maßstäbe gesetzt und immer auch den ästhetischen Aspekt mitbedacht habe, als leuchtendem Beispiel vor Augen sollte Köln seine Entwicklung vorantreiben, sagte Kraemer. Er schlug vor, eine koordinierende „Stadtbaumeisterei“ als Art Stabsstelle beim Oberbürgermeister einzurichten.

Zu aktuellen Fragen der Stadtentwicklung in Köln äußerten sich im Podiumsgespräch außer Kraemer Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung, zurzeit Präsident des Deutschen Städtetages, Kanzlerenkel Paul Bauwens-Adenauer sowie Kölns Dezernent Andree Haack, der unter anderen zuständig für Stadtentwicklung ist. Außerdem Stephan Lenzen, dessen Büro RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten in Kooperation mit O&O Baukunst den Wettbewerb zur Planung der Parkstadt Süd gewonnen hat, die den Inneren Grüngürtel zum Rhein hin gleichsam fortsetzen wird. In der Runde kehrte ein Thema wieder, das zur Zeit Adenauers als Stadtoberhaupt noch keine Rolle spielte: der Klimawandel. Entscheidend sei die Frage, wie sich die Verkehrs- und Energiewende so gestalten lasse, dass menschliches Leben in Städten künftig möglich sei, sagte Jung.

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