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Neue Gebäude zum SchulstartHolzhybrid-Gesamtschule in Ossendorf in Rekordzeit fertig – Aula in Kalk günstiger als geplant

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Der neue Holzhybridbau der Gesamtschule Ossendorf.

Der neue Holzhybridbau der Gesamtschule Ossendorf.

Die vor zwei Jahren gegründete Schule erhält nun ein eigenes Gebäude. Es ist das erste fertiggestellte Projekt aus dem zweiten Schulbaupaket der Stadt Köln. 

Nach nur zweieinhalb Jahren Bauzeit steht die neue Gesamtschule in Ossendorf: Zum Start des neuen Schuljahres am Mittwoch ziehen die Schülerinnen und Schüler der dann fünften bis siebten Stufe in ihr neues „Zuhause“ ein. Gegründet ist die Schule schon seit zwei Jahren, nur ihr Gebäude fehlte noch. Leiterin Birgit Specht sagt: „Wir sind sehr darauf aus, dass wir hier unseren Lern- und Lebensraum draus machen.“ 

Der neue Schulcampus, so erscheint der Komplex mit vier Lernhäusern, Mensa, Aula und Fünffach-Sporthalle, ist wie bei neuen Schulen üblich in Lernclustern aufgebaut. Das heißt, Schülerinnen und Schüler haben eine Art Marktplatz, so nennt Specht es, in der Mitte ihrer Lernräume. Da gibt es Sofas, eine Pantryküche und etwa Schuhregale. Innerhalb des Flügels in einem Lernhaus werden keine verschmutzten Straßenschuhe getragen. Schließlich verbringen die Kinder und Jugendlichen hier ihren gesamten Tag. Von hier aus geht es auch auf die Balkone, begrünt mit Pflanzenkübeln und ausgestattet mit großen Sonnenschutzjalousien (dem Farbkonzept der Lernhäuser entsprechend).

Der „Marktplatz“ in der Mitte eines Lernhauses für die Schülerinnen und Schüler einer Jahrgangsstufe.

Der „Marktplatz“ in der Mitte eines Lernhauses für die Schülerinnen und Schüler einer Jahrgangsstufe. Die Träger an der Decke sind aus Holz.

Um den Marktplatz herum, nur durch helle Glaswände getrennt, liegen jeweils die Lernzimmer einer Jahrgangsstufe – mit moderner, digital steuerbarer Lüftung und digitalen Tafeln. Mitgestalten durften die Schülerinnen und Schüler auch, die Gebäudewirtschaft und das Schulentwicklungsamt der Stadt standen vor allem für die Einrichtung in engem Austausch mit der Schulgemeinschaft: Zehn „Hokkis“ pro Klasse haben sie zum Beispiel bekommen, das sind bewegliche Sitzhocker, die ein wenig – sicheres – Rumwippen beim Lernen erlauben. 

Kölner Schule in Rekordzeit fertig

Besonders an der Schule ist die Holzhybridbauweise, erstmals an einer Kölner Schule verwendet: Das komplette Tragwerk ist aus Holz, ebenso der Innenausbau. Das ließ den Bau schnell gehen und sieht richtig schick aus. Bei der Grundsteinlegung erst im vorigen Jahr hatte die damalige Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) gesagt: „So ein Tempo habe ich in Köln im Schulbau noch nie erlebt.“ Dass es so schnell ging, liegt auch daran, dass die Stadt die Schule durch einen Totalunternehmer, Fritz Meyer, hat bauen lassen, also den kompletten Bau und die Planung an einen Vertragspartner abgab.

Die Sporthalle im neuen Holzhybridbau der Gesamtschule Ossendorf.

Die Sporthalle im neuen Holzhybridbau der Gesamtschule Ossendorf.

Torsten Leesmeister-Zawacki, technischer Betriebsleiter der Gebäudewirtschaft der Stadt, sagte, die Holzbauweise sei nicht teurer gewesen als eine andere Bauweise: 150 Millionen Euro brutto inklusive Planung hat die Gesamtschule in der Fitzmauricestraße die Stadt gekostet. Der Preis komme über die Fläche zusammen: 33.000 Quadratmeter Geschossfläche haben Schule und Sporthalle. Anwendung fand noch das ältere Musterraumprogramm, ein Schlüssel, der zum Beispiel besagt, wie viele naturwissenschaftliche Räume es für die Schülerzahl benötigt. Nach neuem Programm, im Mai 2025 verabschiedet, werden Schulneubauten nach knapper bemessenen Quoten geplant, was Schulleiter wie Schüler kritisierten (wir berichteten).

Besseres Lernen in modernem Schulgebäude

1300 Schülerinnen und Schüler sollen die Gesamtschule in Zukunft besuchen. Das entspricht sechs Klassen pro Jahrgang in den unteren Stufen und fünf Klassen in den höheren Stufen. Noch ist die Schule in ihrer Schülerzahl im Aufbau – bis zu diesem Ziel wächst sie jedes Jahr um einen neuen Jahrgang an. Die vorigen zwei Jahre seit ihrer Gründung kam sie im Interim in Vogelsang im Snake-Gebäude am Wassermann unter. Specht sagt, als das Kollegium den Schul-Neubau das erste Mal begangen habe, hätten viele gesagt, in so einer modernen Schule noch nie gearbeitet zu haben. „Wir kriegen das Strahlen nicht mehr aus dem Gesicht.“

„Wir kriegen das Strahlen nicht mehr aus dem Gesicht“, sagt Schulleiterin Birgit Specht angesichts des neuen Holzhybridbaus der Gesamtschule Ossendorf.

„Wir kriegen das Strahlen nicht mehr aus dem Gesicht“, sagt Schulleiterin Birgit Specht angesichts des neuen Holzhybridbaus der Gesamtschule Ossendorf.

Ob die am Mittwoch einziehenden 405 Kinder in so einem Schulgebäude auch anders lernen? Specht ist davon überzeugt: „Man muss die Wertschätzung, die uns hier entgegengebracht wird, auch würdigen“, und das trage sie an die Kinder weiter. Die Schule funktioniere nach dem Graduiertenkonzept: „Je besser ich mich verhalte, desto mehr Freiraum habe ich“, das gelte auch in Bezug auf das neue Schulgebäude.

Stadt baut Schulen in Kalk aus

Die Gesamtschule Ossendorf ist das erste Projekt aus dem zweiten Schulbaupaket der Stadt, das fertig geworden ist. Und es ist eines der größten der insgesamt knapp drei Milliarden Euro schweren Sanierungsliste.

Die Stadt investiert dieses und nächstes Jahr besonders viel in die Schulen im Bezirk Kalk. So startet die Katharina-Henoth-Gesamtschule in Höhenberg mit einer neuen Aula ins Schuljahr. Schulleiter Martin Süsterhenn sagt: „Der ganze Stadtteil profitiert von unserer Aula.“ Treffpunkt für das Veedel soll sie wieder werden, die alte war schon seit rund 14 Jahren nicht mehr richtig nutzbar. Politisches Kabarett und Karneval stellt sich Süsterhenn hier vor. „Von den Kontakten unserer Schule in die Stadt hinein profitieren auch die Kinder“, sagt er.

Kölner Aula günstiger als geplant

7,5 Millionen Euro hat die neue Aula gekostet, das Projekt ist tatsächlich 1,5 Millionen Euro unter der Kostenschätzung geblieben und pünktlich fertiggestellt worden. Leesmeister-Zawacki sagt: „Die Erstellung einer Aula ist vergleichsweise standardisierter als etwa der Bau der Miqua oder Schaugewächshäuser, die so noch nie entstanden sind. Die Kosten im Schulbau kann man besser eingrenzen.“

Die Katharina-Henoth-Gesamtschule bekommt derzeit auch einen neuen Zweitstandort (13,9 Millionen Euro) in der Nürnberger Straße, nur fünf Minuten vom Gebäudekomplex mit der Aula entfernt. Auf demselben Grundstück entsteht auch ein neues Gebäude für die Grundschule Burgstraße (44 Millionen Euro).


Das städtische Objektmanagement hat in den Sommerferien an 76 Bau- oder Sanierungsmaßnahmen an 59 der insgesamt 292 Schulstandorten gearbeitet. Dabei investiert die Stadt rund 16,2 Millionen Euro an laufender Instandhaltung in ihre Schulgebäude. Davon wurden 4,2 Millionen Euro allein in den sechs Ferienwochen auf den Baustellen verausgabt.

Reine Ferienmaßnahmen gab es 39, mit denen 1,3 der 4,2 Millionen Euro investiert wurden. Die restlichen der 76 Projekte wurden bereits vor den Ferien begonnen und oder dauern planmäßig über das Ende der Sommerferien hinaus an.

Für das gesamte Jahr 2026 hat die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln rund 113,5 Millionen Euro in ihrem Wirtschaftsplan für ihren Gebäudebestand im Sondervermögen vorgesehen. Davon entfallen rund 93,9 Millionen Euro auf Schulen.