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Ausbau geplantDritte Autospur auf der Kölner Rheinuferstraße soll für neuen Radweg weichen

Vor der Kommunalwahl 2025 war die Entscheidung vertagt worden. Am 10. Dezember soll der Rat erneut beraten.

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Am Rheinufer in der Kölner Altstadt kommt es an vielen Stellen zu Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern.

Am Rheinufer in der Kölner Altstadt kommt es an vielen Stellen zu Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern.

Mobilitätsdezernent Ascan Egerer nimmt einen neuen Anlauf, um den geplanten Ausbau des Radwegs auf der Rheinuferstraße zwischen Schokoladenmuseum und Rheinufertunnel von der Politik doch noch beschließen zu lassen. Dafür soll in Fahrtrichtung Zoobrücke eine von bislang drei Autospuren entfallen. Der Stadtrat hatte die Entscheidung in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl im September 2025 vertagt. Nun soll sich der neu zusammengesetzte Rat am 10. Dezember erneut mit dem Vorhaben beschäftigen.

Stadt Köln hat provisorischen Radweg angebaut

Der rund 450 Meter lange Radweg an der Straße Am Leystapel soll auf bis zu fünf Meter verbreitert werden und künftig in beiden Richtungen befahrbar sein. Die Stadt will dafür die rechte der drei Fahrspuren in Richtung Norden beziehungsweise Zoobrücke umwandeln. An der Entwurfsplanung hat das Mobilitätsdezernat seit der Vertagung nichts geändert. Auch die Ampelplanung bleibt bestehen: An der Großen Witschgasse sollen Busse künftig bevorzugt werden. Die Fußgängerquerung am Knotenpunkt Filzengraben und Am Leystapel will die Stadt übersichtlicher gestalten.

Verändert hat sich dagegen die Situation vor Ort. Seit 2020 gab es auf der rechten Fahrspur einen provisorischen Zweirichtungsradweg, den die Stadt parallel zum Neubau der angrenzenden Uferpromenade eingerichtet hatte. Nach der vertagten politischen Entscheidung ließ sie das Provisorium am 6. November 2025 zurückbauen. Seitdem stehen dem Autoverkehr in Richtung Norden wieder drei jeweils etwa 3,25 Meter breite Spuren zur Verfügung.

Radweg auf der Rheinuferstraße zwischen Schokoladenmuseum und Rheinufertunnel

Für Radfahrer gilt seither die frühere Verkehrsführung. In Richtung Norden nutzen sie den alten, unmittelbar neben der Fahrbahn verlaufenden Radweg. Dieser ist je nach Abschnitt zwischen 1,80 und 2,80 Meter breit. Wer in Richtung Süden beziehungsweise Rheinauhafen fährt, wird über den Rheinboulevard durch die Fußgängerzone geleitet. Nach Darstellung der Stadt kommt es dort seit Jahren zu Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern. Mit dem neuen Zweirichtungsradweg will sie die beiden voneinander trennen.

Deutlich nach hinten verschoben hat sich durch die Vertagung im Rat der Zeitplan. Ursprünglich wollte die Stadt im dritten Quartal 2026 mit den Bauarbeiten beginnen. Nach aktuellem Stand ist die Umsetzung jetzt für das dritte Quartal 2027 vorgesehen. Entsprechend verlagern sich auch die Ausgaben um ein Jahr.

Die Gesamtkosten beziffert die Verwaltung weiterhin auf rund 1,6 Millionen Euro. In der überarbeiteten Beschlussvorlage stellt sie ausdrücklich klar, dass es sich um Bruttokosten handelt. Für 2026 soll der Finanzausschuss zunächst 70.000 Euro für die weitere Vorbereitung des Projekts freigeben. Außerdem will die Verwaltung zeitnah prüfen lassen, ob das Land das Vorhaben über die Förderrichtlinie Nahmobilität bezuschusst.

Verkehrsausschuss nicht beteiligt

Der erste Anlauf war unmittelbar vor der Kommunalwahl auf Widerstand gestoßen. Egerer hatte den Verkehrsausschuss nicht beteiligt, obwohl dieser bei Radwegeprojekten üblicherweise als Fachgremium mitberät. Politiker von CDU und FDP kritisierten damals neben dem Verfahren auch die aus ihrer Sicht fehlende Dringlichkeit. Der Stadtrat sprach sich schließlich dafür aus, den Vorgang nach der Wahl erneut im Verkehrsausschuss zu beraten.

Zusätzlich hatte das Rechnungsprüfungsamt Unklarheiten bei der Kostenaufstellung beanstandet. Das Mobilitätsdezernat räumte daraufhin ein, Planungskosten zwar berücksichtigt, aber falschen Kostengruppen zugeordnet zu haben. Mit der neuen Vorlage versucht Egerer nun, den vor mehr als einem Jahr vertagten Beschluss doch noch herbeizuführen. Dieses Mal ist auch der Mobilitätsausschuss beteiligt.

Nach dem Bau der Radspur würde die Situation auf der Uferpromenade vor der Altstadt bestehen bleiben. Um auch dort den Konflikt zwischen Radfahrern und Fußgängern aufzulösen, müsste der Radverkehr durch den Rheinufertunnel geleitet werden. Das wäre rechtlich aber erst nach einer umfassenden Sanierung möglich, um die technischen Voraussetzungen zu schaffen.