Rund 500 Meter nördlich der Bastei laufen derzeit die Abbrucharbeiten eines alten Bürogebäudes: An der Ecke Konrad-Adenauer-Ufer/Elsa-Brandström-Straße will die Commerz Real laut ihres Geschäftsberichtes bis 2028 drei neue und miteinander verbundene Bürogebäude bauen.
Die zwei angrenzenden, schon bestehenden Villen sollen bis 2028 und 2029 „revitalisiert“ sein, eines der beiden soll ein Ärztehaus werden. Im Erdgeschoss soll ein Restaurant betrieben werden, der Innenhof soll öffentlich zugänglich sein.
Sichtbar für viele Autofahrer
Insgesamt entstehen rund 250 Meter südlich der Zoobrücke etwa 21.000 Quadratmeter neue Fläche. Commerz Realm hatte das Grundstück vor fünf Jahren gekauft.
Für viele Autofahrer des viel befahrenen Konrad-Adenauer-Ufers ist die direkt an der Straße gelegene Baustelle gut zu sehen. Im Gegensatz zu bisher wird eines der Bürohäuser direkt an der Straße stehen. Die Commerz Real nennt das Projekt „Fünf Villen“, weil sie selbst die drei Bürohäuser ebenfalls als Villen bezeichnet.
Wie viel die Commerz Real an der Stelle investiert, wollte ein Sprecher auf Nachfrage nicht mitteilen. Das stehe erst nach dem Bau fest. Seiner Aussage nach ist es noch nicht fix, welche Mieter in die Häuser einziehen. Davon hängt ab, wie viele Arbeitsplätze dort entstehen.
Der Sprecher teilte mit: „Wir haben erst gerade mit der Ansprache potenzieller Mieter begonnen, sind aber zuversichtlich, das Ensemble komplett vermieten zu können.“
Büroimmobilien schwächeln
Allerdings entwickelt sich der Markt für Büroimmobilien rückläufig. Unter anderem der Immobilienberater BNP Paribas Real Estate überschrieb seine Analyse über die Neuvermietungen in Köln in den ersten neun Monate in diesem Jahr mit „Zurückhaltende Nachfrageseite“. Doch immerhin hat sich demnach der Leerstand moderner Flächen zumindest reduziert.
Laut des Beraterunternehmens Savills ist der Flächenumsatz im Vergleich zum Vorjahrszeitraum in Köln um 40 Prozent zurückgegangen, im Zehn-Jahres-Schnitt sogar um 49 Prozent. Julian Turner von Savills Köln sagt: „KI löst bei einigen Unternehmen Unsicherheiten bezüglich ihrer Flächenbedarfe aus und stellt Flächenentscheidungen infrage, die sie im Zuge hybrider Arbeitsmodelle gerade erst getroffen haben.“
Längere Zeit für Entscheidungen
Laut Turner bleibt eine Kluft zwischen dem Wunsch nach hochwertigen Flächen und den Kosten dafür. „Das verlängert Entscheidungsprozesse auf Nutzerseite und macht Eigentümer verhandlungsbereiter.“
Der Sprecher von Commerz Real antwortete auf die Frage, ob das Unternehmen ein Risiko sieht, weil es noch keinen Mieter hat: „Hochwertige Büros in sehr guten Lagen finden immer Mieter. Insofern sehen wir hier kein Risiko.“
Kurz und knapp
Das Neubauprojekt gehört zum offenen Immobilienfonds „Hausinvest“, der Teil Commerz Real. Die Firma ist eine hundertprozentige Tochter der Commerzbank. „Hausinvest“, besteht seit 1972 und hat laut eigenen Angaben 160 Immobilien in 17 Ländern auf vier Kontinenten.
Das Fondsvermögen beträgt demnach zum 31. März knapp 15 Milliarden Euro und ist damit knapp 2,5 Milliarden Euro niedriger als drei Jahre zuvor. Die Vermietungsquote liegt bei 93,1 Prozent.

