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Kölner KrebsforscherMichael Hallek vor möglichem Wechsel nach München

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Professor Michael Hallek, Direktor Klinik I für Innere Medizin der Universitätsklinik Köln, wird von der Uni München umworben.

Professor Michael Hallek, Direktor Klinik I für Innere Medizin der Universitätsklinik Köln, wird von der Uni München umworben.

Der Kölner Onkologe Michael Hallek hat ein Angebot der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und steht möglicherweise vor einem Wechsel.

Der renommierte Kölner Krebsforscher Michael Hallek steht möglicherweise vor einem Wechsel nach München. Nach Informationen dieser Redaktion versucht die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in der bayerischen Landeshauptstadt, den 67-Jährigen als Vorstandsvorsitzenden des Klinikums zu gewinnen. Hallek ist zurzeit Direktor der Klinik I für Innere Medizin der Kölner Uniklinik und des von ihm gegründeten Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) Köln, das im CIO Aachen Köln Bonn Düsseldorf (ABCD) zusammengeschlossen ist.

Eigentlich sollte Hallek nach Ablauf seiner jetzigen Tätigkeit in Köln eine Seniorprofessur erhalten. Er gilt als einer der weltweit einflussreichsten Onkologen, der Köln als Standort der Krebsforschung – etwa im Bereich Leukämie – in die Weltspitze geführt hat. Mit seinen Veröffentlichungen gehört Hallek laut der internationalen Rangliste „Highly Cited Researchers“ zu den am häufigsten zitierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern seines Fachgebiets.

Verhandlungen noch nicht abgeschlossen

Die Verhandlungen mit München sind dem Vernehmen nach weit gediehen, aber noch nicht abgeschlossen. Mit der Berufung Halleks scheint sich auch die bayerische Staatsregierung zu befassen. Der Wechsel stünde demnach frühestens im kommenden Jahr bevor. Hallek wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Auch das LMU Klinikum und das Universitätsklinikum Köln gaben keine Auskunft zu der Personalie und zum Stand des Verfahrens. „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu Personalangelegenheiten, Vertragsinhalten oder entsprechenden Spekulationen grundsätzlich nicht äußern“, teilte der Sprecher der Kölner Uniklinik Köln, Mirko Ristau, mit.

München ragt mit zwei Exzellenz-Universitäten als Standort heraus

In der deutschen Wissenschaftslandschaft ragt München mit zwei Exzellenzuniversitäten, der LMU und der Technischen Universität (TU), insgesamt heraus. Mit Unterstützung des Freistaats Bayern soll die Hauptstadt „Motor der Innovation“ nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa sein. Eine solch erklärte Konzentration auf einen Standort gibt es als Strategie in Nordrhein-Westfalen nicht.

Was die medizinische Forschung betrifft, erwarten Experten eine Art Verbund der Standorte München, Berlin und Heidelberg im Bemühen, zu einem Führungstrio in Deutschland zu werden – mit Absprachen untereinander, aber auch mit Plänen für Kooperationen der Kliniken an den einzelnen Standorten bis hin zu Fusionen: in Berlin die Charité mit drei großen Standorten unter einer Flagge, in München ein Verbund von LMU und TU, in Heidelberg ein Zusammenschluss mit dem Klinikum im benachbarten Mannheim.

Enge Mitarbeitende informiert

In Köln dagegen treten die Überlegungen für einen Klinikverbund auf der Stelle. Ob Hallek angesichts dieser Situation für ein Münchner Werben ein geneigteres Ohr hatte, erscheint als möglich. Insider sprechen aber hier von „Spekulationen“. In der Serie „100 Ideen für Köln“ des „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte Hallek einen Innovationshub Gesundheitswirtschaft für den Wissenschaftsstandort Köln und Region vorgeschlagen.

Wie zu erfahren war, hat Hallek sein engeres Mitarbeitenden-Team über die Vertragsverhandlungen und ein mögliches Ende seiner Zeit in Köln informiert, die 2003 begann.

Damals kam Hallek vom Münchner Klinikum Großhadern. Zuvor war er Oberarzt am Klinikum der Innenstadt der Uniklinik München. Sie zählt nach eigenen Angaben zu den größten Universitätskliniken in Europa, mit jährlich mehr als 500.000 Patientinnen und Patienten. Zu ihren Leuchtturm-Einrichtungen gehört das „Onkologische Spitzenzentrum“ OCC.

Der 1959 in Hof geborene Hallek ist seit 2023 Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. Außerdem ist er Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer. Er ist Mitglied in der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und im Wissenschaftsrat. Bundesweit bekannt wurde Hallek nicht zuletzt durch sein öffentliches Engagement während der Corona-Pandemie.