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Kommentar zum Kölner StadtarchivDer ausgehandelte Vergleich kann durchaus überzeugen

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Stadtarchiv dpa neu

Luftaufnahme von der Stadtarchiv-Katastrophe von Köln.

  • Rund elf Jahre ist es her, dass das Kölner Stadtarchiv eingestürzt ist.
  • Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ bereits berichtete, würde die Arge der Stadt als Ausgleich für den vor elf Jahren beim Einsturz des Historischen Archivs entstandenen Schaden 600 Millionen Euro zahlen.
  • Sollte der Stadtrat den Vergleich annehmen? Ein Kommentar.

Köln – Selbst erfahrenen Rechtsanwälten fällt es bei einem komplexen Vorgang wie dem Einsturz des Historischen Archivs nicht leicht, einzuschätzen, ob ein Vergleichsangebot angenommen oder abgelehnt werden sollte. Auf den ersten Blick scheint eine Summe von 600 Millionen Euro bei einem geschätzten Schaden von 1,3 Milliarden Euro zu wenig zu sein. Es besteht allerdings stets ein Unterschied zwischen einer Schätzung und der Summe, die ein Gericht einem tatsächlich zusprechen würde. Hinzu kommt, dass die Verzugszinsen eingerechnet wurden, so dass die tatsächliche Schadenssumme ohnehin geringer ausfällt.

Dass die Bauunternehmen auch die Fertigstellung des Tunnels und den Gedenkraum finanzieren wollen, sorgt zudem dafür, dass die Stadt weitere 100 Millionen Euro spart.

Das Stadtarchiv-Kapitel könnte endlich geschlossen werden

Die Ratspolitiker werden bei ihrer Entscheidung ohnehin abwägen müssen zwischen der Hoffnung auf ein klares Gerichtsurteil und dem Wunsch nach einer möglichst schnellen Inbetriebnahme der Nord-Süd-Stadtbahn. Eine vermutlich zehn Jahre und länger andauernde juristische Auseinandersetzung würde die Stadt nicht nur sehr viel Geld kosten – auch die Einsturzstelle am Waidmarkt ließe sich in dieser Zeit nicht beseitigen.

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Insofern kann der von der Stadt und ihren Beratern ausgehandelte Vergleich durchaus überzeugen, zumal die Ursache für den Einsturz abschließend geklärt und von allen Beteiligten anerkannt wäre. Für die Stadt und ihre Bewohner wäre es nach elf Jahren mit Sicherheit eine Erleichterung, das Kapitel endlich abschließen zu können.

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