Ideale WetterbedingungenKölns Wälder und Parks leuchten - Glühwürmchen haben Hochsaison

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03.07.2025, Frechen, Glühwürmchenwanderung Leuchtende Spuren: Es braucht Geduld und eine gute Ausrüstung, um Glühwürmchen mittels Langzeitbelichtung im Flug zu fotografieren.

In zahlreichen Kölner Parks und Wäldern sind aktuell Glühwürmchen zu sehen (Archivfoto aus Frechen).

In diesem Jahr gibt es besonders viele Glühwürmchen – wo sie in Köln zu finden sind und warum Sie sich beeilen sollten.

Wer in diesen Tagen nach Einbruch der Dunkelheit zum Beispiel durch den äußeren Grüngürtel, das Takufeld oder den Stadtwald spaziert, kriegt sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zu sehen: Winzige Lichtpunkte schweben zwischen den Bäumen, andere glimmen am Boden. Es ist Glühwürmchenzeit. Und die hat gerade ihren Höhepunkt erreicht.

„Im Moment ist Hochsaison“, sagt der Kölner Geologe und Naturkundler Sven von Loga, der seit Jahren nächtliche Glühwürmchen-Exkursionen in Zollstock und Frechen-Königsdorf anbietet. In einem Zeitraum von etwa zwei Wochen rund um den 24. Juni fliegen die Glühwürmchen in der Regel; wann genau und wie lange, hänge immer vom Wetter ab, so von Loga. „So warm, wie es gerade ist, mögen es die Glühwürmchen ziemlich gerne. Außerdem hat es am letzten Wochenende ja noch viel geregnet, also ist es nicht zu trocken.“ 

Warmes Wetter ist für Glühwürmchen ideal, aber Trockenheit gefährlich

Nur für eine kurze Zeit von etwa zwei Wochen werden die erwachsenen Glühwürmchen sichtbar. Sie leuchten, um sich zu paaren: Bei der in Köln häufigsten Art, dem Kleinen Leuchtkäfer, fliegen die leuchtenden Männchen durch die Dunkelheit. Die Weibchen sitzen am Boden und senden ihr eigenes Lichtsignal aus. Findet ein Männchen das leuchtende Weibchen, kommt es zur Paarung. Das Weibchen legt dann mehrere Dutzend bis über 100 Eier ab, danach sterben die erwachsenen Glühwürmchen. Nach einigen Wochen schlüpfen Larven, die dann für zwei bis drei Jahre verborgen in Laub und Totholz leben.

Auch das Umweltbildungszentrum im Gut Leidenhausen in Köln-Porz bietet Exkursionen zu den Leuchtkäfern an, allerdings finden am 26. und 27. Juni schon die letzten Termine statt. „Das Interesse ist exorbitant – das ist eine unserer besten Führungen überhaupt, mit langen Wartelisten“, sagt Robert Schallihn, Biologe und Geschäftsführer des Umweltbildungszentrums.

Nach meinem Gefühl haben wir dieses Jahr deutlich mehr Glühwürmchen als sonst.
Robert Schallihn, Umweltbildungszentrum Gut Leidenhausen

In dieser Saison sei ihm etwas Besonderes aufgefallen: „Nach meinem Gefühl haben wir dieses Jahr deutlich mehr Glühwürmchen als sonst“, so Schallihn. „Ich würde das darauf zurückführen, dass letztes Jahr wegen des vielen Regens auch ein sehr gutes Schneckenjahr war - und die essen die Larven nun mal.“ Trockenheit sei gefährlich für die Glühwürmchen, da die Larven selbst austrocknen können, aber auch ihre Nahrung dadurch gefährdet wird. Solange es oft genug regnet, gelte für die Leuchtkäfer im Sommer: Je wärmer, desto besser. „Letzte Woche war der Hammer – da waren wirklich hunderte zu sehen“, so Schallihn begeistert.

Dennoch falle ihm bei den Führungen immer wieder auf, wie viele Menschen noch nie ein Glühwürmchen gesehen haben: „Oft mindestens die Hälfte der Leute“. Und das, obwohl die Tiere nicht selten seien. In Parks oder Wäldern komme man nach Einbruch der Dunkelheit aktuell kaum an ihnen vorbei, „aber überall dort, wo es hell ist, verschwinden die Glühwürmchen grundsätzlich.“ Und das ist in Städten an den meisten Orten der Fall.

Zu viel Licht stört das Paarungsverhalten der Tiere

Lichtverschmutzung gehört nach Einschätzung von Sven von Loga zu den größten Problemen für die Glühwürmchenbestände. „Wenn es zu hell ist, finden die Männchen die Weibchen nicht“, erklärt er. Schon Straßenlaternen, Gartenbeleuchtung oder Autoscheinwerfer könnten die Orientierung der Tiere stören. Selbst eine Taschenlampe habe Auswirkungen: „Wenn ich im Wald mein Licht anmache, machen die erst einmal ihr eigenes Licht aus.“

Auch die Stadt Köln beschäftigt mit dem Schutz der Leuchtkäfer. Bei einer Glühwürmchen-Kartierung haben Bürgerinnen und Bürger mehr als 1.000 Beobachtungen gemeldet. Die daraus entstandene Karte zeigt Vorkommen vor allem im äußeren Grüngürtel, aber auch im inneren Grüngürtel und zahlreichen weiteren Parks. Die Stadt Köln weist darauf hin, dass die Tiere trotz der zahlreichen Meldungen auf geeignete, möglichst dunkle Lebensräume angewiesen bleiben.

Wer einen eigenen Garten hat, kann selbst etwas für den Bestand der Glühwürmchen tun. Von Loga empfiehlt, den Garten nicht zu ordentlich zu halten und möglichst auf nächtliche Gartenbeleuchtung zu verzichten. „Totholz, Laub und Ästestapel sollte man einfach mal liegen lassen, so dass es da ein bisschen vor sich hin modern kann.“ Dort finden nicht nur die Glühwürmchenlarven Unterschlupf, sondern auch ihre Lieblingsspeise: Schnecken und andere Kleintiere.