Köln – Sozialpolitikerin in der FDP zu sein, ist kein Widerspruch, findet die Müngersdorfer Ratsfrau Katja Hoyer. Liberale Politik schließe soziale Verantwortung nicht aus. Die sozialpolitische und integrationspolitische Sprecherin der FDP-Ratsfraktion, die im Wahlkreis 16 kandidiert und wieder mit einem guten Platz auf der Reserveliste zur Spitzenmannschaft der FDP gehört, beschäftigt sich gerne mit der Frage, wie man Menschen in schwierigen Situationen unterstützen kann.
„Wegen der Freiheit“
In die Partei trat sie vor 19 Jahren „wegen der Freiheit“ ein, wie sie sagt. Sie teilt die Überzeugung, dass sich Menschen Dinge am besten aus eigener Kraft erarbeiten - wie sie selbst. Die 59-Jährige wuchs auf dem Land auf, in der Nähe von Borken. Dort besuchte sie zunächst die Hauptschule, dann die Realschule und schließlich das Gymnasium, um anschließend Politikwissenschaften, Publizistik und neuere Geschichte studieren zu können.
Ihr Interesse für Politik wurde ihr in die Wiege gelegt. „In meinem Elternhaus wurde immer heftig über politische Themen diskutiert.“ Das jüngste der vier Kaufmannskinder lernte, mitzudiskutieren und den Begriff der „Freiheit“ aus einer bestimmten Perspektive zu sehen – als Raum für Entwicklung und Individualität, als Toleranz, die auch den Schutz von Minderheiten bezweckt. Sie nahm einen Auftrag aus dem Elternhaus mit auf den Weg: „Nimm dein Leben in die Hand und versuche Dich einzubringen.“ Das tat sie bei den Jungen Liberalen, fand dort Freunde sowie den Mann fürs Leben, dem sie später nach Köln folgte.
Dozenten waren ihr „zu links“
Ihren ersten politischen Erfolg in der FDP in Münster, verbuchte sie, als es gelang den Schulweg für blinde und sehbehinderte Kinder sicherer zu machen. Sie setzte den Bau einer Ampel durch, die den Schülern mit Summtönen signalisieren, wann sie die Straße überqueren können. Das Fach „Soziologie“ verstießt sie damals allerdings von ihrem Stundenplan und tauschte es gegen Medienwissenschaften. Grund: „Die Professoren an der Uni Münster waren sie mir zu links.“ Als FDP-Politikerin hat sie ihren eigenen sozialen Ansatz. „Das Thema Senioren ist mir wichtig“, sagt Hoyer, „die Idee der Seniorennetzwerke, dass sich die älteren Leute dort selbst engagieren und selbst aktiv werden. Das ist eine total liberale Idee.“
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Sie engagiert sich für Wohnungsbau und Wirtschaftsförderung. Ein einschneidendes Erlebnis sei das Attentat auf Henriette Reker 2014 gewesen, das sie aus nächster Nähe mitansehen musste.. Es habe sie danach ein wenig Abstand zu den Menschen nehmen lassen. Eine Weile fühlte sie sich unwohl, wenn Bürger sich am Wahlstand näherten. Aber das ist mittlerweile vorbei. Hoyer hat wieder Spaß am Wahlkampf.



