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Gegen Erweiterung des 1. FC Köln
Initiative „Grüngürtel für alle“ als Raupe Nimmersatt

Grüngürtel Raupe 1 BUCCO

Der FC als rot-weiße „Raupe Nimmersatt“

Köln-Lindenthal – In der Geschichte „Raupe Nimmersatt“ gibt es ein versöhnliches Ende: Die gefräßige Raupe wird zum Schmetterling. Solch ein „schönes Ende“ wünscht sich auch Irmgard Schenk-Zittlau von der Initiative „Grüngürtel für alle“, die am Sonntagnachmittag mit einer Protestaktion am Decksteiner Weiher den Stopp der Ausbaupläne des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln im Grüngürtel fordert.

Von ihr stammt die Idee, den Kölner Fußballclub als rot-weiße Raupe darzustellen, die sich „durchfresse“ und immer ein Häppchen mehr des Grüngürtels verlange. Die zehn Menschen umfassende Raupe führte den Marsch um den Decksteiner Weiher an: Etwa 90 Personen nahmen an dem Protest teil.

„Wir haben die Hoffnung, dass der Stadtrat umdenkt und nicht nur die Gewinnoptimierung im Sinn hat. Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass bisher noch nichts entschieden wurde“, sagt Harald Grieser von der Bürgerinitiative, die 2016 eine Petition gestartet und 15000 Unterschriften gesammelt hat. „Wir werden Einsprüche einlegen, wenn der Plan vorliegt“, so Grieser. Und notfalls werde die Initiative gegen die Stadt klagen, sollten sie dem Vorhaben zustimmen.

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Noch sei aber Zeit, ein Umdenken einzuleiten, nachdem die Ausbaupläne sich abermals verzögert haben: Statt wie geplant Anfang diesen Jahres, geht die Stadt nun davon aus, dass die rechtliche Grundlage für das Projekt erst im Frühjahr 2020 geschaffen wird. Grund seien noch fehlende Gutachten zu Themen wie Verkehr und Umwelt. Denn wenn Bäume und Grünflächen wegfallen, muss für Ausgleich gesorgt werden.

„Grünes Herz“ von Köln ist gefährdet

„Alle reden über Klimaschutz, schlechte Luft und die Versiegelung von Flächen“, beschwert sich Veronika Hergert, eine Anwohnerin, die am Protest teilnimmt. Man wisse inzwischen, wie wichtig grüne Flächen für den Klimaschutz sei. Für die Initiative ist es nicht tragbar, dass das „grüne Herz“ von Köln, um das die Domstadt überall beneidet werde, von Partikularinteressen eines Fußballvereins gefährdet sei. „Das Allgemeinwohl muss mehr gelten als das Privatinteresse des FC“, findet auch der Kölner Jan Freyn.

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