Die Ildefons-Herwegen-Grundschule in Junkersdorf kann nur zwei Klassen bilden – mit überdurchschnittlich hoher Schülerzahl. Eltern sind verärgert.
Erstklässler-Ärger in KölnWegen fehlerhafter Information erhält eine Grundschule zu wenig Anmeldungen

Schulpflegschaftsvorsitzende Anne-Christine Dann steht vor der Ildefons-Herwegen-Schule in Junkersdorf.
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Der erste Schultag wird Sechsjährigen mit einer Schultüte versüßt, denn ab jetzt müssen sie Hausaufgaben erledigen und Schreiben, Lesen und Rechnen lernen. Wie gut Kindern das gelingt, hängt stark von der Größe der Klasse ab. Je kleiner sie ist, umso besser können sich Lehrer und Lehrerinnen auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder, Interessen und Lerntempi einstellen und sie individuell fördern. In Nordrhein-Westfalen sind die Grundschulklassen im Vergleich zu anderen Bundesländern laut Landesbetrieb IT.NRW sowieso schon groß, mit durchschnittlich 23,9 Schülern und Schülerinnen.

Viele Kinder starten im September in ihr erstes Schuljahr. An der Ildefons-Herwegen-Schule sind es wegen eines Fehlers weniger als sonst.
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Weil in den Informationsschreiben an die Eltern von zukünftigen Erstklässlern aus dem Einzugsgebiet Junkersdorf versehentlich die Ildefons-Herwegen-Schule nicht aufgeführt war, hat sie weniger Anmeldungen bekommen als gewöhnlich. Und kann nun nur zwei erste Klassen einrichten – die nun übervoll sind. Dort werden ab dem kommenden Schuljahr jeweils 27 oder 28 I-Dötzchen zusammen lernen. Der Grund ist schlicht ein Fehler beim Anmeldeverfahren.
Korrigierte Schreiben wurden Ende September verschickt
Eltern, die bereits Kinder an der Schule haben, und die Aufforderung zur Anmeldung eines weiteren Kindes erhielten, wunderten sich darüber und informierten die Schulleitung. Sie wandte sich daraufhin an das Amt für Schulentwicklung, das neue Informations- und Anmeldebögen verschickte. „Die korrigierten Schreiben wurden am 29. September an die Erziehungsberechtigten versandt“, schreibt Eva Fiedler, Sprecherin der Stadt. Anne-Christine Dann, Schulpflegschaftsvorsitzende der Ildefons-Herwegen-Schule, die für zahlreiche Eltern spricht, schildert die Folgen: „Als die Eltern die korrigierten Schreiben im Oktober erhielten, waren bereits Termine für die Anmeldungen an den Schulen vergeben.“ Sie hätten sich dann nicht mehr umentschieden, vermutlich aus Angst, am Ende ohne Platz dazustehen. Und so hätte die Ildefons-Herwege-Schule jetzt zwei Anmeldungen zu wenig, um – wie sonst üblich – noch eine dritte Klasse einzurichten.
Dabei sei die Ildefons-Herwegen-Schule die traditionelle Veedelsschule, verfüge über ein gewachsenes und sehr gut zusammenarbeitendes Lehrerteam. Die andere Grundschule im Viertel, die Alfons-Nowak-Schule, sei vor vier Jahren eröffnet worden, auch um die Ildefons-Herwegen-Schule zu entlasten. Sie hätte nun einen sehr starken Zulauf gehabt und würde mit drei ersten Klassen starten, die ebenfalls jeweils 26 bis 27 Schüler und Schülerinnen aufnehmen. Bei der Alfons-Nowak-Schule handele es sich aber um eine Schule mit einem besonderen inklusiven Konzept, dem „gemeinsamen Lernen“, schildert Dann. Das spreche zwar viele Eltern an, sei aber auch nicht für jedes Kind ideal. Einige Eltern hätten möglicherweise die Idelfons-Herwegen-Schule bevorzugt, wenn sie gewusst hätten, dass sie ihre Kinder auch dort anmelden können.
Eltern wünschen sich Wechselmöglichkeit
Die Eltern sind verärgert darüber, dass ein Fehler beim Anmeldeverfahren zu schwierigeren Startbedingungen für ihre Kinder geführt hat, und wünschen sich die Möglichkeit, die Schule noch zu wechseln. Tatsächlich bestünde bis Ende Juli noch die Möglichkeit, Kinder umzumelden, sodass auch eine weitere Klasse an der Ildefons-Herwegen-Schule eingerichtet werden kann, betont Dann.
Die zuständigen Behörden bestätigen, dass die Schultüren für eine weitere Klasse offenstehen: „Grundsätzlich ist es möglich, dass Erziehungsberechtigte sich noch umentscheiden“, schreibt Fiedler. Über die tatsächliche Aufnahme entscheide die jeweilige Schulleitung unter Berücksichtigung der vorliegenden Aufnahmekapazität. „Falls insgesamt 57 Kinder an der Ildefons-Herwegen-Schule angemeldet würden, stände seitens des Schulträgers der Einrichtung einer dritten Klasse nichts entgegen“, so Fiedler.