Am Spielplatz Münstereifeler Platz sollen Baucontainer stehen. Die Nachbarschaft kritisiert den Verlust eines Teils ihres Treffpunkts und Spielortes.
„Das ist unser Garten“Ärger um Baucontainer auf Sülzer Spielplatz

Anwohnerinnen und ihre Kinder auf dem Spielplatz Münstereifeler Platz. Auf dem Areal vor dem Sandkasten, an dem sie stehen, sollen die Container aufgestellt werden.
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Kinder hocken vor einem gelben Bagger am Sandkasten. Der ist allerdings kein Spielzeug. Mit seinen Riesenrädern steht das Baugefährt bedrohlich nah an den Klettergerüsten auf dem Spielplatz am Münstereifeler Platz, neben frisch aufgestellten Bauzäunen. Begeistert sind die jungen Besucher davon nicht: „Die Bauarbeiter sollen nicht auf unseren Spielplatz“, sagt der achtjährige Jonne. Seine Freunde Leo und Pablo finden das auch. Ihre Eltern sind ebenfalls empört, seitdem der Bagger anrückte, Zäune aufgestellt wurden und sie erfahren haben, dass Container auf einem Teil des kleinen Spielplatzes am Münstereifeler Platz aufgestellt werden sollen. Laut ihrer Informationen sollen es zehn Stück sein, verteilt auf zwei Stockwerke, jeweils fünf auf einer Etage. Auch zwei Dixiklos sollen danach aufgestellt werden.
Teil des Spielplatzes wird für Container geopfert
Die Fitnessgeräte wurden dafür bereits abgebaut. Eine Tischtennisplatte wird vorübergehend an eine andere Stelle des Platzes versetzt. Die Container sollen als Pausenräume für die Bauarbeiter dienen, die auf der Baustelle an der einige hundert Meter weit entfernten Gemeinschaftsgrundschule Manderscheider Platz arbeiten. Die Schule erhält einen für weitere Schulplätze dringend benötigten Erweiterungsbau. Der Schulhof wird umgestaltet und ist derzeit teilweise gesperrt.
Nachbarschaft kritisiert Beschlagnahme des Platzteils und deren Kommunikation
Die Nachbarschaft am Münstereifeler Platz ärgert sich darüber, dass nun ausgerechnet ihre Grün- und Spielfläche für einen Teil des Baustellenbetriebs herhalten muss, denn sie ist ein Mittelpunkt ihres alltäglichen Lebens: „Das ist unser Garten“, sagt Nachbarin Anna Voss. „Sehr viele Kinder spielen hier täglich. Wir treffen uns hier oft am frühen Abend mit Nachbarn und Nachbarinnen. Den Spielplatz nutzen auch mindestens zwei Tagesmütter mit Schützlingen.“
Der Bauarbeiter-Boxenstopp neben den spielenden Kindern wirft bei Nachbarin Anja Weidenbrücher Fragen auf: „Wird dann hier auf dem Spielplatz ein Alkohol- und Rauchverbot erteilt? Zu welcher Geruchsbelästigung kommt es durch die Dixiklos? Darauf gäbe es noch keine Antworten.
Am meisten ärgern sich die Anwohnerinnen und Anwohner aber darüber, dass sie nur wenige Tage vor den Umbauarbeiten auf dem Platz darüber informiert wurden und auch nur die Bewohnerinnen und Bewohner eines einzigen Wohngebäudes. Das weckt Misstrauen: Vielleicht habe man die Bürgerbeteiligung bewusst verhindert, mutmaßen einige.
Beschwerden und Gegenvorschläge hatten keinen Erfolg
Sie haben sich sofort bei der Gebäudewirtschaft beschwert – seien auf wenig Verständnis gestoßen, sagt Nachbarin Weidenbrücher. Man habe ihr gesagt, es gäbe kein Recht auf einen Spielplatz.
Die Nachbarinnen und Nachbarn machten eigene Vorschläge: Die Container könnten doch auf der wenig genutzten Grünfläche des viel größeren Manderscheider Platzes, der direkt gegenüber der Baustelle liegt, aufgestellt werden, oder schlicht auf ein paar Parkplätze in der Nähe der Grundschule. Auf die könne man eine Weile verzichten, statt den Spielraum für Kinder und Jugendliche und Treffpunkt der Nachbarschaft zu beschneiden. Die Stadt habe darauf nur zur Grünfläche auf dem Manderscheider Platz Stellung bezogen. Dabei handele es sich um eine ökologisch wertvolle Wiese. In Wahrheit, so findet die Nachbarschaft am Münstereifeler Platz, sei das eher ein Hundeklo. Ihr kleiner Platz sei aber ein wichtiger Freizeittreff für Jung und Alt.
Stadt sieht in dem Aufstellen der Container kein Problem
Die Stadt hält es jedoch für unproblematisch, dort die Container zu errichten. Sie würden lediglich auf einer kleinen Ecke des Spielplatzes für einen Interimszeitraum abgestellt, schreibt Eva Fiedler, Sprecherin der Stadt. Die dafür abgebauten Trainingsgeräte würden nach Fertigstellung der Schule durch neuwertige ersetzt, die Tischtennisplatte zurückversetzt. Es würde zudem geprüft, ob auf Wunsch von Anwohnenden noch eine weitere aufgestellt werden könnte. Die anderen Spielmöglichkeiten würden erhalten bleiben. Die Information für die Anwohner sei wegen der in Eile getroffenen Entscheidung kurzfristig und versehentlich nicht an alle verteilt worden. Das täte der Stadt leid. Einen alternativen Standort für die Container sucht sie allerdings nicht.
