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Neu in KölnDie „Kleine Freiheit“ in Sülz ist tagsüber Café und abends Bar

Kölsch für zwei Euro, Cocktails für vier: Die Kleine Freiheit in Sülz setzt auf vegane Küche, Brettspiele und beste Stimmung am Tresen.

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Eine junge Frau und einen Mann mit Brille in einem grün gestrichenen Café mit Sesseln, Sofas und Trockenblumen.

Die Betreiber Tim Rosnau und Olivia Kunz

Lange Zeit ist die „Südkurve“ unangefochtener Spitzenreiter im Veedel gewesen, was den günstigen Kölsch-Preis betrifft. Nun hat sich eine weitere Lokalität auf der Luxemburger Straße dazu gesellt, die das Kölsch (Reissdorf) ebenfalls für zwei Euro ausschenkt, aber obendrein auch bei den Cocktails Tiefstpreise aufruft: den Aperol-Spritz, Espresso-Martini sowie Gin-Tonic für vier Euro anzubieten – das könne er nur, sagt Tim Rosnau, weil die Getränke nach eigener Rezeptur vorgemischt seien und dann im Grunde wie Bier aus dem Zapfhahn sprudelten.

Rosnau stammt aus Hamburg, was die Namensgebung „kleine Freiheit“ erklärt. Die Nähe zur norddeutschen Metropole kann man allerdings nicht am Schild über der Tür oder bei Wandbildern erkennen. Wer auf einem der alten Sofas oder Sessel Platz genommen hat und nach draußen schaut, entdeckt auf einem Fenster groß die Elbphilharmonie – allerdings auch die Kölner Domspitzen.

Zu sehen ist die Theke eines Cafés mit Kreidetafel-Speisekarte, Espressomaschine und Barhockern, hinter der ein Mitarbeiter steht.

Tim Rosnau hinter der Theke der „Kleinen Freiheit“

Zweiter Laden in Köln: Paar übernimmt ehemalige Jack-Daniels-Bar

Der 34-Jährige Rosnau ist Koch. Da er seine Ausbildung im Hamburger Hotel Atlantic absolvierte, hat er hin und wieder auch das Essen für den berühmtesten Dauergast des Hauses zubereitet: Udo Lindenberg. In Köln machte er vor vier Jahren von sich reden, als er in Neuehrenfeld das Moselstübchen übernahm und dort – parallel zur deftigen Hausmannskost – eine Speisekarte mit veganen Gerichten einführte.

Eigentlich habe er gar nicht vorgehabt, einen zweiten Laden zu eröffnen, sagt er. Doch dann erzählte ihm ein Gast von seiner Immobilie in Sülz, in deren Erdgeschoss sich eine nach nur kurzer Betriebszeit wieder geschlossene Jack Daniels Bar befand. Rosnau und seine Partnerin Olivia Kunz schauten sich den Laden an und fanden beide: Da geht was.

Da den beiden kein großes Startkapital zur Verfügung stand, investierten sie hauptsächlich in eine neue Schankanlage und eine richtig gute Espressomaschine, während sie das Mobiliar teilweise sogar geschenkt über Ebay-Kleinanzeigen hereinholten. Einige Stücke, wie das sechs Meter lange Sofa an der Rückwand, hat Rosnau selbst gezimmert.

Die Kleine Freiheit ist tagsüber Café und abends Bar. Mit der Fokussierung auf ausschließlich vegane Gerichte und Kuchen, exzellente Kaffee-Produkte und alkoholische Getränke, die auch den studentischen Geldbeutel vergleichsweise wenig schröpfen, wollten Rosnau und Kunz einen Wohlfühlort schaffen. „Ein Zuhause außerhalb von zu Hause“. Die kleine Freiheit hat das Potenzial, das zu werden, was das „Alt & Jung“ auf dem Gottesweg eigentlich werden wollte, aber nicht wurde: eine Anlaufstelle für jedermann.

Neben den ständig wechselnden, ausschließlich selbst gebackenen Kuchen (4,80 Euro) gibt es kleine vegane Gerichte und Snacks wie Backfisch mit Remoulade (7,90 Euro), Gulasch (11,50 Euro) oder Chili sin Carne (9,50 Euro). Rosnau und Kunz sind allerdings nicht nur am sogenannten leiblichen Wohl ihrer Gäste interessiert, sondern auch am sozialen Miteinander. Deshalb ist die Kleine Freiheit auch ein Ort zum Spielen: Karten, Würfel oder was immer die Gäste mit einbringen. Es gibt einen 14-tägigen Wizard-Abend und es gibt Workshops – beispielsweise für Aquarell-Malerei oder Linoldruck.


Kleine Freiheit, Luxemburger Straße 156, Köln-Sülz. Öffnungszeiten: dienstags bis donnerstags 12–22 Uhr, freitags und samstags 12–24 Uhr, sonntags 12–20 Uhr, montags Ruhetag.