Bevor es dazu kommt, muss die Stadt Köln erst alle anderen Mittel ausschöpfen, die sonst noch zur Verfügung stehen, sagt unser Autor.
Luxemburger StraßeWeniger Autospuren müssen für die Stadt Köln das allerletzte Mittel sein


Die Luxemburger Straße könnte für Autos einspurig werden.
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Es steht außer Frage, dass Lärm ein Auslöser für schwere Erkrankungen sein kann. Deshalb gibt es Grenzwerte, die gesetzlich vorgeschrieben sind und die einzuhalten sind. Entlang der Luxemburger Straße ist das ganz offensichtlich nicht der Fall. Deshalb ist es im Grunde genommen richtig, etwas gegen den Lärm zu unternehmen.
Verkehrsberuhigung durch die Hintertür
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass eine wichtige Hauptverkehrsachse einer Millionenstadt für den Autoverkehr zum Nadelöhr werden muss. Der Wegfall einer Autospur zugunsten eines Radwegs darf allerhöchstens das letzte Mittel der Wahl sein.
Bevor es dazu kommt, muss die Stadt Köln erst alle anderen Mittel ausschöpfen, die sonst noch zur Verfügung stehen: Sie muss Flüsterasphalt verlegen, den Anwohnern besonders schallisolierte Fenster bezahlen, wie es im Umfeld von Flughäfen üblich ist, und dafür sorgen, dass die Stadtbahnen der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) möglichst wenig Lärm erzeugen. All das ist bis heute allerdings nicht geschehen. Dauert zu lange, ist zu teuer, geht nicht. Das sind die äußerst schwachen Argumente, die vonseiten der Stadt Köln kommen.
Straße gehört zum Autogrundnetz
Es drängt sich deshalb der Verdacht auf, dass es in erster Linie gar nicht um den berechtigten Lärmschutz der Anwohnerinnen und Anwohner geht. Es soll offenbar eine Beruhigung des Autoverkehrs durch die Hintertür erzwungen werden. Ansonsten würde die Verwaltung alles dafür unternehmen, auf der Luxemburger Straße zwei Autospuren zu erhalten.
Dass diese notwendig sind, erklärt sich fast von selbst. Es handelt sich um eine Bundesstraße, die das Mobilitätsdezernat selbst dem Grundnetz für den Autoverkehr zugeordnet hat. Das bedeutet, dass Kraftfahrzeuge und der Wirtschaftsverkehr dort Vorrang haben. Es bleibt die Frage, wie das möglich sein soll, wenn in Zukunft nur eine Fahrspur pro Richtung zur Verfügung stehen würde. Die Antwort lautet: Überhaupt nicht.
Es geht im vorliegenden Fall auch nicht darum, den Radverkehr, den es dort gibt, auszublenden. Es gibt bereits seit langer Zeit Pläne, die parallel verlaufende Berrenrather Straße in eine Fahrradstraße umzuwandeln. Das Mobilitätsdezernat sollte die 270.000 Euro für das Verkehrsgutachten besser benutzen, um dieses wichtige Projekt endlich umzusetzen.
