Gegen elf Fußballanhänger des 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach wurden vor dem Spiel am Sonntag bereits Aufenthaltsverbote ausgesprochen.
Neue StrategieSo bereitet sich die Kölner Polizei auf das rheinische Derby vor

Die Gästefans von Borussia Mönchengladbach machten Stimmung gegen Köln, hier am 27. Spieltag der vergangenen Saison.
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Wenn der 1. FC Köln am Sonntag um 15.30 Uhr Borussia Mönchengladbach in Müngersdorf empfängt, geht es nicht nur um drei Punkte. Das von der Polizei als Risikobegegnung eingestufte sogenannte rheinische Derby ist der erste Härtetest für die im Juli erneuerte Stadionallianz NRW.
Die Kölner Polizei setzt bei dem Einsatz am Sonntag erstmals auf das überarbeitete Modell, das das Innenministerium NRW, die Vereine der ersten drei Profiligen, sowie Landes- und Bundespolizei gemeinsam entwickelt haben. Im Mittelpunkt der Stadionallianz, die es in ihrer ursprünglichen Form schon seit 2020 gibt, stehen frühzeitige Abstimmung, klare Zuständigkeiten und mehr Eigenverantwortung der einzelnen Clubs.

Pyrotechnik im Rhein-Energie-Stadion: Die im Juli erneuerte Stadionallianz NRW fordert hier schärfere Kontrollen von den Vereinen.
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Für die Sicherheit im Rhein-Energie-Stadion ist künftig stärker der Verein zuständig. Dafür sorgen sollen eigene Ordnungsdienste, Fanbeauftragte und Sicherheitsbeauftragte. Die Polizei konzentriert sich auf Gefahrenabwehr und Strafverfolgung. Um die Sicherheit bei der An- und Abreise mit der Bahn kümmert sich die Bundespolizei. Im Mittelpunkt stehe dabei die Sicherheit aller Beteiligten sowie der Besucherinnen und Besucher, betont die Kölner Polizei.
Wir treten bei Fußballspielen als Polizei mehr in den Hintergrund. Jetzt liegt der Ball sprichwörtlich im Feld der Fußballanhänger
„Im Rahmen der Stadionallianzen NRW engagieren wir uns als Polizei Köln noch enger mit dem 1. FC Köln, der Stadt, der Bundespolizei und den Fanorganisationen für Sicherheit im Fußball“, sagt dazu Einsatzleiterin Mareike de Valck. Auch wenn weniger Einsatzkräfte vor Ort seien, könne man auf spontane Entwicklungen reagieren, so de Valck: „Wir treten bei Fußballspielen als Polizei mehr in den Hintergrund. Jetzt liegt der Ball sprichwörtlich im Feld der Fußballanhänger.“ Die Beamten sollen laut Polizei am Spieltag insbesondere die An- und Abreisewege sowie bekannte Treffpunkte der Fans im Blick haben. Bei konkreten Gefahren oder Straftaten werden die Einsatzkräfte konsequent einschreiten, teilt die Polizei mit.
Dass die neuen Stadionallianzen NRW stark auf die Eigenverantwortung der Clubs und Fans setzen, sei „ein Vertrauensvorschuss, den wir als 1. FC Köln befürworten und dem wir verantwortungsvoll gerecht werden wollen“, sagt FC-Geschäftsführer Philipp Türoff. Details zum Sicherheitskonzept teilte der Verein auf Nachfrage nicht mit.
Hohe Polizeikosten im Fußball
Hintergrund der Neuauflage ist auch der Kurs von Innenminister Herbert Reul (CDU), der von den Vereinen schärfere Kontrollen gegen Pyrotechnik verlangt: „Wer zündelt, ist kein Fan, sondern begeht eine Straftat“, sagte er im Juli. Zudem verwies Reul auf die Kosten: Allein in der Saison 2024/25 seien rund 460.000 Polizei-Arbeitsstunden in den Fußball geflossen – umgerechnet 350 Vollzeitstellen. Ein Ziel der Stadionallianzen soll demnach auch die Reduzierung von Einsatzkräften sein. Die genaue Anzahl an Beamten, die jetzt am Sonntag im Dienst ist, könne laut Polizei aus einsatztaktischen Gründen jedoch nicht genannt werden.
Für das Derby am Sonntag bedeutet das konkret, dass auch im Vorfeld schon von Stadionverboten und präventiven Maßnahmen wie Platzverweisen Gebrauch gemacht wurde: Die Polizei hat gegen acht Kölner und drei Gladbacher Fans Bereichsbetretungs- und Aufenthaltsverbote ausgesprochen, 50 weitere Kölner Anhänger erhielten Gefährderansprachen.
Aufgrund des zu erwartenden hohen Verkehrsaufkommens kann es am Sonntag rund um das Stadion sowie auf den An- und Abreisewegen zu Verkehrsstörungen und zeitweisen Sperrungen kommen. Die Polizei empfiehlt, für die Anreise möglichst den öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen.
