Die Verkehrsbetriebe eröffnen ein knapp 6000 m² großes Lager für den Schienenverkehr. Sechs weitere Firmen haben auf dem Areal Flächen gemietet.
Umnutzungs-ProjektKVB ziehen in frühere Niehler Logistikhalle ein

Blick auf die Logistikhallen am Niehler Rheinufer: Die höhere der beiden Hallen, im Hintergrund, beziehen die KVB als Lagerstätte.
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„Unser Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Kölner Industrielandschaft verändert“, merkt Pressesprecherin Yvonne Hoberg an. „Das inoffizielle Motto könnte lauten: Aus eins mach sieben.“ Denn künftig sind in den beiden großen Hallen und den zwei angeschlossenen Bürogebäuden an der St.-Leonardus-Straße 1 gleich sieben Unternehmen ansässig. Das Gebäude liegt direkt nördlich von Alt-Niehl und dem Interimsstandort der Gemeinschafts-Grundschule Halfengasse am Rhein.
Zusammen mit dem Investoren-Partner Patron Capital hat der auf Leichtindustrie- und Logistikflächen spezialisierte Projektentwickler Inbright mit Hauptsitz in Berlin die insgesamt rund 14.700 Quadratmeter große Immobilie erworben, die auf einem Grundstück von 27.706 Quadratmetern liegt. Sie wurde in zwei Bauabschnitten in den Jahren 1999 und 2002 errichtet und gehörte einst dem Logistik-Unternehmen Rhenus SMG aus dem westfälischen Holzwickede.
Die größere der beiden Hallen, mit einer Grundfläche von 5724 Quadratmetern und rund 14 Metern Höhe, sowie eine 318 Quadratmeter große Bürofläche, haben die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) angemietet, die hier ein Ersatzteil-Lager für ihre Bahnflotte einrichten. Per Gleisanschluss, der baulich reaktiviert werden könnte, ist die Halle mit dem Güter- und Stadtbahnnetz verbunden. Die zweite, südlich auf dem Gelände gelegene Halle ist an sechs Firmen aus der Logistik- und Dienstleistungsbranche vermietet, die sich das Gebäude abschnittsweise teilen.
Photovoltaik auf den Dächern geplant
Im Rahmen der Neunutzung und Modernisierung sollen die Hallen eine neue Heizungsanlage erhalten; die Beleuchtung wird auf sparsamere LED-Technik umgestellt. Auf den Dächern sollen große Fotovoltaik-Anlagen entstehen; geplant ist eine Art „Mieterstrom“-Modell für die Nutzer der Gebäude, die Strom vom eigenen Dach beziehen könnten.
Besonders hebt das Unternehmen die durch die Umnutzung bestehender Hallen vermiedene Neuversiegelung von Flächen hervor, die CO₂‑Ersparnis gegenüber einem Neubau – sowie die schnellere Verfügbarkeit, da Planung, Genehmigungs- und Bauzeit wegfallen. Überhaupt sei die Nachfrage nach Logistikflächen recht gut, wie Frederik Keller-Berndorff aus Köln, Head of Transactions von Inbright, beim gemeinsamen Gang über das Gelände erläutert.
„Die Zurückhaltung, die wir derzeit in Teilen der Wirtschaft sehen, spiegelt sich in Köln, als von jeher starkem Logistikstandort, nicht wider. Mit einer Leerstandsquote von unter drei Prozent sind geeignete Flächen hier knapp, gleichzeitig suchen viele Unternehmen nach modernen, gut angebundenen Standorten. Genau deshalb sind wir von diesem Standort in Köln überzeugt.“ Innerhalb Kölns ist das Unternehmen auch in Marsdorf aktiv, im Viertel an der Max-Planck-Straße.
