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Vision für KölnOberbürgermeister Torsten Burmester träumt von einer Seilbahn für Olympia

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Die Seilbahn in Koblenz

Die Seilbahn in Koblenz gilt als ein Vorbild für das Kölner Projekt.

Politik und Stadtverwaltung diskutieren bereits seit sieben Jahren darüber, ob ein Seilbahnsystem am Kölner Rheinufer entstehen soll. Eine Entscheidung steht noch immer aus.

Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) hat die Vision, eine Seilbahn von Blumenberg zum Rhein zu bauen, falls die Region Köln-Rhein-Ruhr den Zuschlag für die Olympischen Spiele erhalten sollte. Gegenüber von Blumenberg soll der neue Stadtteil Kreuzfeld entstehen, der auch ein Olympiastadion und das Olympische Dorf beherbergen würde. „Es gibt eine Vision für ein olympisches Dorf im Norden, für einen Olympiapark in Fühlingen, es gibt eine Vision für eine Seilbahn, die von Blumenberg über etwa einen Kilometer zum Rhein führt“, sagte er der „Kölnischen Rundschau“.

Andere Verkehrsprojekte priorisiert

Politik und Stadtverwaltung diskutieren bereits seit sieben Jahren darüber, ob ein Seilbahnsystem am Kölner Rheinufer entstehen soll oder nicht. Sogar ein Name dafür hat sich bereits durchgesetzt: Rheinpendel. Es liegt bereits eine Machbarkeitsstudie vor, eine Fahrstrecke zwischen Zoo, Rheinpark, Breslauer Platz, Deutzer Freiheit und dem Deutzer Hafen ist skizziert – nur in die Tat umgesetzt wird das Vorhaben bisher nicht.

Und das liegt vor allem am fehlenden Geld. Die Stadtverwaltung geht von Ausgaben in Höhe von 232,2 Millionen Euro aus, falls das Projekt tatsächlich realisiert werden sollte. Gleichzeitig ist der weitere Ausbau des Stadtbahnnetzes gefährdet, weil die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) in Zukunft nur noch einen begrenzten Zuschuss von 160 Millionen Euro aus dem Stadtwerke-Konzern erhalten sollen, um ihr Defizit auszugleichen. Das wirft die Frage auf, wie es zusammen passen würde, zwar keine neuen Stadtbahnstrecken zu bauen, dafür aber eine Seilbahn.

Hinzu kommt, dass wie berichtet für 172 Millionen Euro zwei neue Rheinbrücken für Fußgänger und Radfahrer entstehen sollen – ein Projekt, welches das frühere Ratsbündnis aus Grünen, CDU und Volt stets gegenüber einer Seilbahn priorisiert hatte. Und auch die Zoobrücke muss in den nächsten Jahren noch vollständig saniert werden. Das Budget für den Verkehr ist also ohnehin knapp, nicht nur angesichts der schwierigen Haushaltslage. 

Dass eine Seilbahn das Kölner Verkehrsnetz grundsätzlich sinnvoll ergänzen würde, meint zumindest der Verkehrsexperte Heiner Monheim.  Im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ beschrieb er das Projekt als „eine hochrelevante Option, die weiter verfolgt werden muss. Ein Rheinpendel könnte weltweit für Furore sorgen.“ Er erwarte enorm hohe „Reisezeiteffekte“. (red)