Ein breites Bündnis im Stadtrat fordert die Stadtverwaltung auf, ein neues Angebot für Parkhäuser und Park-and-Ride-Angebote zu schaffen.
Überfüllte ParkhäuserStadt Köln soll Autofahrer in Echtzeit über freie Parkplätze informieren

Stau vor einem Parkhaus in der Kölner Innenstadt
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Die Suche nach einem freien Parkhaus in der Kölner Innenstadt gerät vor allem samstags, bei Großveranstaltungen und in der Adventszeit zu einem Glücksspiel. Ähnlich verhält es sich auf den beliebten Park-and-Ride-Parkplätzen, wie zum Beispiel im Stadtteil Weiden am westlichen Stadtrand.
Doch damit soll bald Schluss sein. Autofahrer sollen in Zukunft digital in Echtzeit verfolgen können, wie viele Parkplätze in welchem Parkhaus noch frei sind. So können sie sich lange Wartezeiten vor einem ohnehin schon überfüllten Parkhaus sparen. Gleichzeitig soll es zu weniger Stau kommen, und auch die Zahl der illegal abgestellten Fahrzeuge soll abnehmen.
Beschluss soll am 3. März kommen
Ein breites politisches Bündnis im Stadtrat will die Stadtverwaltung beauftragen, ein sogenanntes „Parkraum-Dashboard“ zu entwickeln und einzuführen. Dabei handelt es sich um eine Seite, auf der Daten übersichtlich dargestellt werden. Grüne, CDU, SPD, Linke, Volt und FDP/Kölner Stadtgesellschaft haben im Mobilitätsausschuss einen gemeinsamen Antrag dazu gestellt. Der Beschluss ist aufgrund der deutlichen Mehrheit für die nächste Sitzung am 3. März zu erwarten.
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Die Stadtverwaltung soll zunächst die Daten für alle städtischen Parkhäuser sowie die Park-and-Ride-Anlagen der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) auf der Seite anzeigen. Zusätzlich sollen möglichst viele Betreiber privater Parkhäuser und Tiefgaragen ihre Angaben zu freien Stellplätzen zur Verfügung stellen. „Die Verwaltung soll hierzu eine Zusammenarbeit mit der KVB und den privaten Parkhausbetreibern forcieren“, heißt es in dem Antrag.
Parken in Köln: Zugriff auf weitere Informationen
Zusätzlich zu den freien Stellplätzen soll das Dashboard auch diejenigen Parkhäuser, die aufgrund von Baustellen oder Absperrungen gerade nicht erreichbar sind, klar kennzeichnen und Alternativen in der Nähe anbieten. Auf der Seite sollen die Autofahrer darüber hinaus Zugriff auf weitere Informationen erhalten, wie etwa zu den Öffnungszeiten, Parktarifen, der Barrierefreiheit, Durchfahrtshöhen und -breiten, der Anzahl der Frauenparkplätze, der Anzahl und Ausstattung der Fahrradparkplätze und zu den Bezahlmöglichkeiten (mit Karte oder nur mit Bargeld).
Die Stadt soll außerdem mit Anbietern von Parkplatz-Apps für das Smartphone zusammenarbeiten und Schnittstellen ermöglichen, damit sich die Informationen auch mit dem System von Google Maps und der Navigationssoftware der Firma Tom-Tom abrufen lassen.
Die Stadt Köln verfügt derzeit bereits über ein ähnliches digitales Angebot. Dabei handelt es sich um die Internetseite www.koeln.de/apps/parken. Dort finden Autofahrer eine Übersichtskarte mit den Parkhäusern sowie einer Angabe zur Auslastung.
Die Seite sei allerdings kaum bekannt und befinde sich nicht auf dem neuesten Stand der Technik, argumentieren die politischen Fraktionen. „Für die Nutzenden ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich, welche Parkhäuser und Tiefgaragen überhaupt geöffnet und wie diese ausgelastet sind. Durch den geringen Bekanntheitsgrad und die aktuelle Darstellung bietet die Homepage momentan kaum einen Mehrwert“, heißt es in dem Antrag. Mit einem geringen Aufwand sei es jedoch möglich, die Seite und die Datenquellen so zu modernisieren, dass sie eine regelmäßige Hilfe bei der Parkplatzsuche in Köln darstellen würden.
Technisch soll die Stadt auf die bereits vorhandenen Livedaten des Parkleitsystems zugreifen. Die städtischen Parkhäuser und Tiefgaragen, die bisher keine aktuellen Zahlen liefern, sollen nach Willen der Politik nachgerüstet werden. Private Parkhausbetreiber soll die Stadt wiederum auffordern, ihre Technik selbst zu modernisieren. Wer von der Stadt ein Parkhaus oder eine Tiefgarage mietet und betreibt, wird in Zukunft zum Einsatz eines digitalen Erfassungssystems verpflichtet. Die KVB arbeitet in Kooperation mit Netcologne bereits an einer Nachrüstung für ihre 5000 Stellplätze an Park-and-Ride-Anlagen.

