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Open-Air-Veranstalter verunsichertKlubkomm fordert runden Tisch mit Stadt und Politik wegen Südbrücke

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04.08.2026 Köln. Klubkomm und Südbrücken-Betreiber informieren über Genehmigungsprozesse. Foto: Alexander Schwaiger

Das Open-Air-Gelände an der Alfred-Schütte-Allee in Köln-Poll.

Die Location Südbrücke darf zwar noch ausstehende Events durchführen. Aber auf eine langfristige Genehmigung wartet sie immer noch.

Düsseldorf hat gerade eine Open-Air-Fläche für Events mit bis zu 80.000 Menschen genehmigt, Bonn bewarb seine Location Kunstrasen in der Vergangenheit schon als schönste Open-Air-Fläche Kölns, weil es hier keine vergleichbare Fläche gibt. In Köln herrscht in Sachen Open-Air weiterhin weitestgehend Stillstand.

Das ist das Fazit der Kölner Klubkomm, des Verbands der Kölner Clubs und Veranstalterinnen, der am Mittwoch zur Pressekonferenz an die Location Südbrücke in Poll eingeladen hat. Das alternative, weiträumige Gelände an der Alfred-Schütte-Allee mit einer Bühne aus Übersee-Containern galt zu Pandemiezeiten als Hoffnungsträger für die damals gebeutelte freie Kulturszene, zumal Open-Air-Events im Jugendpark so gut wie nicht mehr möglich waren.

Doch fünf Jahre später wartet Geschäftsführer Boris Witschke immer noch auf eine langfristige Spielerlaubnis. Zuletzt eskalierte die Situation, da die Stadt Köln eine Ordnungsverfügung aussprach: Die Südbrücke darf nur mit Einzelgenehmigungen veranstalten. Die Location kann sich nicht mehr wie noch im Jahr 2025 auf einen recht neuen NRW-Erlass stützen, der regelt, dass Veranstalter für bis zu 25 Events im Jahr mit unter 5000 Besuchern keine Einzelgenehmigung der Bauaufsicht brauchen, sofern alle Gutachten wie etwa zu Schall- und Umweltschutz sowie Sicherheitskonzepte vorliegen.

04.08.2026 Köln. Klubkomm und Südbrücken-Betreiber informieren über Genehmigungsprozesse. Boris Witschke (li.) und Jens Ponke. Foto: Alexander Schwaiger

Klubkomm-Vorstand Jens Ponke (r.) und Südbrücken-Geschäftsführer Boris Witschke (l.) über langwierige Genehmigungsprozesse für Kultur- und Veranstaltungsorte.

Verunsicherung bei Kölner Open-Air-Veranstaltern

Für die Südbrücke gilt der Erlass in diesem Jahr als einzige Kölner Location nicht. Das begründet die Stadt mit einem Beschluss des Verwaltungsgerichts, in dem steht, dass der Erlass nur für Ausnahmen und temporäre Events gelte, die Südbrücke aber eine dauerhafte Bespielung anstrebe. Dem widerspricht Witschke, denn wo keine langfristige Genehmigung bestehe, könne nichts Dauerhaftes sein. Auch die Klubkomm bezeichnete das Vorgehen der Bauaufsicht als „willkürlich“ und „sprunghaft“ (wir berichteten).

Jens Ponke, Klubkomm-Vorstand und Betreiber der Bar Die Wohngemeinschaft, sagte am Mittwoch: „Wir nehmen die Situation mit der Südbrücke zum Anlass, weil wir ein Muster erkennen und an diversen Stellen ähnliche Probleme trotz unterschiedlicher Ausgangsvoraussetzungen herrschen.“

Heißt: langwierige, komplizierte Genehmigungsverfahren für Kultur- und Veranstaltungsorte, mangelnde Transparenz bei Entscheidungen und Ablehnungen von Anträgen, nicht abgesprochene Erweiterungen des Kriterienkatalogs während eines laufenden Verfahrens, wenig bis gar keine Kommunikation zwischen Bauaufsicht und Veranstaltern. „Als Verband spüren wir zwar einen großen Willen von der Politik, dass Neugründungen passieren und dass das Thema Open-Air vorangetrieben wird. Doch der politische Wille zu Kulturräumen wird von der Verwaltung nicht umgesetzt und verweigert“, so Ponke.

Kölner Klubkomm fordert runden Tisch

Daher fordert die Klubkomm einen runden Tisch, an dem sich Politik, Verwaltungsspitzen und beteiligte Ämter beteiligen. Der Verband beobachtet laut Ponke eine große Verunsicherung unter seinen Mitgliedern, auch hinsichtlich des im Falle der Südbrücke nicht mehr angewendeten NRW-Erlasses. „Der Rückfall auf die Einzelgenehmigung bedeutet mehr Kosten und mehr bürokratischen Aufwand. Veranstalter wollen sich aus Angst nicht äußern, weil sie denken, auch sie könnte es demnächst treffen“, so Ponke.

Für die Südbrücke gibt es nach wie vor keine Planungssicherheit. Nach dem öffentlichen Druck genehmigte die Verwaltung zwar die noch ausstehenden Events im Sommer, doch die Ordnungsverfügung hat sie nicht zurückgezogen. Das bestätigte die Stadt auf Anfrage. Dagegen haben die Südbrücken-Betreiber beim Verwaltungsgericht Klage erhoben. Witschke fordert eine auf zehn Jahre angedachte Spielerlaubnis. „Aus unserer Sicht steht ihr nichts im Wege.“