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Tipps für Kenner und Neulinge
9 Orte, die man in Köln-Marienburg besucht haben muss

Lesezeit 5 Minuten
Der Südpark in Köln-Marienburg ist zum Spazieren ideal.

Der Südpark in Köln-Marienburg ist zum Spazieren ideal.

Das Veedel Marienburg ist über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Wir haben Tipps für Entdeckungen zusammengestellt, die Sie nicht verpassen sollten.

Kölns Villenviertel hat mehr zu bieten als nur hochherrschaftliche Häuser. Der Rhein fließt vor der Tür. Erstklassigen Kaffee gibt es am Kiosk. Und Aperol Spritz auch.

Spazieren im Südpark

Am Südrand von Marienburg liegt der Südpark, eine kleine, halbkreisförmige, hübsche Grünanlage. Angelegt wurde sie von 1898 bis 1901. Mit ihrem kleinen Kiefernwäldchen, vielen Rhododendren und immergrünen Sträuchern und Hecken war sie bis zum Zweiten Weltkrieg ein beliebtes Ausflugsziel der Kölner. Sie kamen zum Flanieren und auch zum Repräsentieren, letzteres vor allem im Südpark-Restaurant. Das Lokal wurde im Krieg zerstört, heute findet man an seinem ehemaligen Platz einen gut besuchten Spielplatz.

Im Südpark kann man eine Skulptur von beeindruckender Schönheit entdecken – einen Panther, der lebensgroß aus den Büschen herauszukommen scheint. Geschaffen wurde die Bronzeplastik um 1920 vom Fritz Behn – einem begabten Bildhauer, der sich in den Folgejahren zu einem strammen Nazi entwickelte.

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Mediterrane Esskultur

In Marienburg gibt es keine Geschäfte und keine Kneipen, aber in zwei Restaurants kann man gut und mediterran essen. Eines der beiden Restaurants ist die Osteria da Paolo in der Andernacher Straße. Hier geht’s italienisch zu, was sich gleich am Eingang durch den schönen, großen Pizza-Steinofen zeigt.

Das andere Restaurant, das Tullio-Ristorante, liegt im Osten des Stadtteils, zum Rhein hin. Seit mehr als 30 Jahren bietet es gehobene, mediterrane Küche. Vom Lokalinneren aus hat man Blick auf den Fluss, von der Terrasse aus schaut man in einen großen Garten.

Kölner Festungsmuseum

Verborgen im Grünen liegt das Zwischenwerk VIII b am Militärring nahe des Heinrich-Lübke-Ufers. Erbaut 1876, bildete es den südlichen Abschluss des äußeren Festungsgürtels.

Vom Zwischenwerk VIII b blieb recht viel erhalten, unter anderem der umlaufende Graben, die ehemaligen Schlaf- und Wohnräume der Soldaten, die Wache und eine Klappbrücke, die einzige heute noch existierende dieser Art in Deutschland. Seit 2004 befindet sich das Kölner Festungsmuseum, das von einem Verein betrieben wird, im Zwischenwerk. Der Verein bietet kostenlose Führungen an.

Kirche von Star-Architekten

Eingebettet in eine kleine, erhöhte Parkanlage neben dem Südpark liegt an der Goethestraße die Kirche St. Maria Königin mit einem Mauerwerk aus roten Ziegeln. Erbaut wurde sie von 1952 bis 1954 vom renommierten Architekten Dominikus Böhm. Der Turm wurde 1959/60 von seinem Sohn Gottfried Böhm angebaut. Die Südwand der Kirche ist komplett verglast und öffnet das Gebäude zum Südpark. Im farbigen Glas wird der Mantel der Himmelskönigin Maria dargestellt, umgeben von Blattwerk und Baummotiven.

An der Kirche ist vor allem die gläserne Taufkapelle bemerkenswert, die durch einen gläsernen Gang mit dem Kirchenraum verbunden ist. St. Maria Königin gilt als eines der bedeutenden Bauten der Nachkriegszeit. In der Vorweihnachtszeit finden hier viele Konzerte und Veranstaltungen statt.

Adresse: St. Maria Königin, Goethestraße 84

Villenspaziergang

Seit jeher wohnt in Marienburg der „Kölsche Adel“. Den Startschuss für den Stadtteil gab der Unternehmer Ernst Leybold. Der erkannte das Potenzial des unbebauten Gebietes, das damals weit vor den Toren der Stadt lag. Seine Idee: Es sollte ein Villenviertel nach britischem Vorbild entstehen. Der größte Teil Marienburgs wurde zwischen 1885 und 1914 und 1918 und 1939 gebaut. Eine besonders prominente Adresse findet sich an der Lindenallee 7. Hier steht die Villa Neuerburg, 1925 gebaut vom Tabakfabrikanten Heinrich Neuerburg im englischen Landhausstil.

Eine weitere schlossähnliche Villa steht an der Ecke Lindenallee/Schillingsrotter Weg. In ihr lebte in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts Paul Anton Brüning, Direktor der Deutschen Bank in Köln. Marienburg ist ein Fest für Architekturliebhaber, Gebäude unterschiedlichster Baustile finden sich in dem Veedel.

Puttenbrunnen

An der Parkstraße steht vor dem Eingangstor der Villa Marienburg ein hübscher, heller Brunnen, der Puttenbrunnen. Er wurde um 1906 von einem unbekannten Künstler erbaut, wohl im Auftrag des damaligen Villenbesitzers. Es ist ein Schalenbrunnen aus Kalkstein mit einem großen, ovalen Becken und vier Putten, zwei sitzend, zwei stehend. Die Stehenden halten mit erhobenen Händen eine Schale, in die von einer kleinen Fontäne das Wasser – wenn angedreht – fällt und von dort weiter nach unten ins Becken. Wenn man ohnehin in Marienburg unterwegs ist, lohnt sich ein kurzer Abstecher zum kleinen Wasserspiel.

Adresse: Parkstraße, vor dem Eingangstor der Villa Marienburg, nahe des Kreisels Lindenallee/ Unter den Ulmen

Flanieren am Rheinufer

Zwischen dem Bayenthalgürtel und der Rodenkirchener Brücke grenzt Marienburg an den Rhein. Hier kann man oben am Oberländer Ufer und Heinrich-Lübke-Ufer spazieren, Rad- oder Inliner fahren. Trotz Stadtbahn und Autoverkehr geht man schön auf einer breiten, von hohen Bäumen umrahmten Allee. An mehreren Stellen kommt man über schmale und steile Treppen nach unten ans Ufer.

Macht man eine längere Tour, kann man eine Pause an kleinem Biergarten-Imbiss einlegen, der nahe der Haltestelle Heinrich-Lübke-Ufer liegt und ab März wieder geöffnet ist, freitags bis sonntags und feiertags bei trockenem Wetter ab 12 Uhr, von Montag bis Donnerstag von 16 bis 22 Uhr.

Kaffeepause am Emma-Kiosk

Beschauliche Geselligkeit herrscht am Kiosk am Südpark. Das Backsteinhäuschen liegt an der Endhaltestelle der Buslinie 106. Neben dem üblichen Kiosk-Angebot gibt es hier Panini, Kuchen, belegte Brötchen, Aperol Spritz und verführerisch duftende Kaffeespezialitäten aus einem Profi-Automaten.

Adresse und Öffnungszeiten: Am Südpark 1, Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 7.30 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 8.30 bis 19 Uhr

Achterdeck – Biergarten mit Traumpanorama

Blick aufs Wasser, auf grüne Wiesen, auf den Dom, der Rhein unter und der Himmel über einem – sitzt man im Biergarten des Achterdecks, kommt schnell Urlaubsgefühl auf. Außer Schnitzeln, Salaten und Ofenkartoffeln Variationen können die Gäste auch badische Spezialitäten wie die „lange Rote“, eine Bratwurst aus Freiburg, und Schäufele, gebratene Schweineschulter, bestellen.