Nach dem Wegfall von rund 60 Parkplätzen in der Bornheimer Straße und Alfterstraße, verteilt die Stadt kräftig Knöllchen. Die Anwohner warten auf die Prüfung von Alternativen.
Parkdruck und KnöllchenAnwohner in Zollstock werfen Stadt Untätigkeit vor

Würden die Autos ordentlich auf beiden Seiten halb auf dem Gehweg und halb auf der Fahrbahn parken, bliebe genug Platz für Fußgänger und große Fahrzeuge, meinen die Anwohner.
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Die Parkplatzsituation in Zollstock hat sich zugespitzt: Seit Mitte Mai verteilt das Ordnungsamt Knöllchen für Falschparker in der Bornheimer Straße und Alfterstraße. Bereits im vergangenen September hatte die Stadt das jahrzehntelang geduldete halbseitige Gehwegparken auf weiten Teilen beider Straßen aufgehoben. Rund 60 Parkplätze fielen dadurch weg – in einem Veedel mit ohnehin großem Parkdruck.
Besonders groß ist der Unmut bei Anwohnern darüber, dass eine angekündigte Prüfung möglicher Alternativen bis heute nicht abgeschlossen wurde. In einem Schreiben an Oberbürgermeister Torsten Burmester werfen die Beiräte von vier Eigentümergemeinschaften mit insgesamt knapp 500 Wohneinheiten in den betroffenen Straßen der Verwaltung Untätigkeit vor. „Zurzeit sind es zwei Ämter aus dem Mobilitätsdezernat, die durch Nichtstun eine konstruktive Lösung verhindern“, heißt es im Brief.

Seit einigen Wochen dürfen Autos nur noch auf einer Seite der Bornheimer Straße und Alfterstraße abgestellt werden. Anwohner wünschen sich ein Entgegenkommen der Verwaltung.
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Die Stadt begründet die Abschaffung des Gehwegparkens mit Messungen, wonach die vorgeschriebenen Mindestbreiten für Gehwege und Fahrbahn nicht eingehalten wurden. Zudem habe eine Feuerwehrbefahrung ergeben, dass größere Einsatzfahrzeuge die Straßen nur erschwert passieren könnten.
Anwohner wünschen sich Gehör für ihren Vorschlag
Die Anwohner bezweifeln jedoch die Ergebnisse. „Wir haben nachgemessen und kommen zu anderen Ergebnissen als die Stadt“, sagt Holger Kroker aus der Bornheimer Straße und Mitglied eines Eigentümerbeirats. Als Alternative schlagen die Anwohner markierte Parkflächen vor. „Wenn man auf beiden Straßenseiten halbseitiges Gehwegparken ermöglicht und die Parkflächen mit Linien kennzeichnet, bleibt ausreichend Platz für Fußgänger und auch für Rettungswagen“, erklärt Camen Siekmeyer aus der Alfterstraße und ebenfalls in einem Beirat.
Nach Angaben der Anwohner seien nicht die parkenden Autos grundsätzlich das Problem, sondern einzelne Fahrzeuge, die rücksichtslos parkten und damit die Durchfahrt blockierten. „Wir wollen natürlich auch, dass AWB, Rettungs- und Feuerwehrwagen hier durchkommen. Die Fahrzeuge, die die Durchfahrt behindern, sollen ruhig Knöllchen bekommen oder abgeschleppt werden“, betont Kroker.
Von Verwaltung ignoriert
Die Anwohner hatten schon im Mai 2025 inoffiziell erfahren, dass die Parkordnung in den Straßen geändert werden soll. Ihren Vorschlag hatten sie bereits im vergangenen Mai an das Ordnungsamt und im Sommer an Oberbürgermeisterin Henriette Reker geschickt. Über eine Eingangsbestätigung hinaus habe es keine Reaktion gegeben, ärgern sich die Anwohner.
Auch die Bezirksvertretung (BV) beschäftigte sich mit dem Thema. Manfred Giesen, Bezirksbürgermeister bis zur Kommunalwahl, vereinbarte mit Stadtdirektorin Andrea Blome, die Parksituation solle geprüft werden. Wiederholt wurden Entscheidungen in der BV vertagt, weil zunächst ein Ortstermin mit der Fachverwaltung stattfinden sollte. Dieser fand zwar im Februar statt, mit Vertretern von Feuerwehr, Ordnungsamt und Politik– es fehlten jedoch Mitarbeiter der Ämter für Verkehrsmanagement und für nachhaltige Mobilitätsentwicklung. „Feuerwehr und Ordnungsamt hielten unseren Vorschlag für absolut praktikabel. Unmöglich, dass niemand vom Verkehrsamt dabei war“, sagt Siekmeyer.
Jetzt, wo die Knöllchen verteilt werden, haben die Beiräte mit ihrem Brief an Burmester einen weiteren Anlauf gestartet, sich Gehör zu verschaffen. „Inzwischen sind drei Monate vergangen, und die Ämter ziehen es weiter vor, zu schweigen. Sie lassen damit alle anderen im Regen stehen“, kritisieren sie in ihrem Brief. Kroker sagt, man wisse, dass es in der Siedlung auch Anwohner gebe, die die neue Parkordnung begrüßten. „Wir sind aber überzeugt, dass wir die Interessen der großen Mehrheit vertreten. Außerdem wollen wir eine Lösung für alle“, sagt er.
Gleichzeitig beobachten er und seine Nachbarn eine weitere Entwicklung: „Durch die breitere Fahrbahn wird hier jetzt trotz Tempo 30 gerast. Die Bornheimer Straße entwickelt sich zunehmend zu einer Ausweichroute zur Vorgebirgsstraße“, schildert Kroker. „Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis hier etwas passiert“, sorgen sich Lea und Sven Quednau.
Auf Anfrage dieser Zeitung, warum sich die Verwaltung bisher nicht mit dem Vorschlag der Anwohner befasst und ihnen nicht geantwortet habe, antwortete die Stadt, die Verwaltung habe sich mit dem Vorschlag beschäftigt und eine fachliche Stellungnahme abgegeben. Diese wird voraussichtlich in der Sitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen am 22. Juni beraten. Der Stellungnahme ist zu entnehmen, dass Markierungen für Gehwegparken in der Bornheimer Straße und der Alfterstraße geprüft werden sollen, ebenso wie die Möglichkeit, das Parken großer Fahrzeuge in den Straßen zu untersagen. Dieser Zeitung gegenüber antwortete die Stadt jedoch ebenfalls, dass beidseitiges halbseitiges Gehwegparken hier nicht möglich sei, da die verbleibenden Gehwegbreite lediglich rund 1,65 Meter betragen würde und dies nicht dem vom Rat beschlossenen Masterplan Parken entspreche, der eine Mindestbreite des Gehwegs von zwei Metern vorgibt.

