Die neue Einrichtung ist eine Schule für gutes Regieren.
TalentschmiedeDie Adenauer School ist ein Geschenk für Köln

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei der Eröffnung der „Adenauer School of Government“.
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Gründungsmomente sind die Magic Moments der Geschichte. Gründungsmomente prägen Institutionen für Generationen. In der Aula der Uni Köln war am Montag so ein magischer Augenblick, mit viel Gründergeist, reichlich hehren Worten und großer Aufbruchstimmung. Die Stadt Köln und ihre Universität sind mit der Eröffnung der Adenauer School of Government (ASG) um eine wichtige Institution reicher geworden.
Ein historischer Tag für Köln? Schon. Mehr oder weniger an derselben Stelle hat Konrad Adenauer vor fast genau 80 Jahren in seiner berühmten Universitätsrede die Grundlagen einer demokratischen Zukunft für das nazizerstörte Deutschland gelegt. An der Stelle, an der die Konturen der Bundesrepublik erstmals wahrnehmbar werden, redet nun ein amtierender deutscher Bundeskanzler zur Eröffnung einer akademischen Einrichtung und scheut sich nicht, vor einer Art zweiter Gründerzeit zu reden. So groß seien die Veränderungen, die wir Deutschen derzeit erlebten. Und genau deshalb sei es so wichtig, dass es jetzt die ASG gibt.
Der Bundeskanzler hat Recht - schon aus akademischer Sicht. Es ist ja nicht so, dass die Universität Köln vor Exzellenz strotzt, sie braucht akademische Hochleistung. Hier setzt die Government School starke Zeichen, gerade auch mit der Berufung des renommierten polnischen, in den USA lehrenden Ökonomen Piotr Dworczak: ein neuer akademischer Leuchtturm im Westen.
Zweitens ist die ASG auch Vorbild für die gesellschaftliche Verantwortung deutscher Unternehmer. Ja, die Alfred-Landecker-Stiftung ist auch als Art Wiedergutmachung für die Verstrickung der Familie Reimann während der Nazizeit gegründet worden. Umso bemerkenswerter ist die konzeptionelle Geradlinigkeit und die Großzügigkeit, mit der die Adenauer-School gegründet wurde. Peter Harf, dem legendären Kölner Unternehmer und Mitinitiator, ist, auch wenn der nicht im eigentlichen Sinne der Stifter ist, Dank zu sagen für diese Schule der Demokratie.
Womit bei Konrad Adenauer wären. Er wurde vor 150 Jahren geboren. Seine Weichenstellungen prägen das moderne Köln bis heute, er ist der mit Abstand wichtigste Gründervater unserer Republik und einer der Architekten des vereinten Europas. Eine Schule für gutes Regieren, die in Köln sitzt, sie muss seinen Namen tragen. Es ist sehr gut, dass wir sie jetzt haben.
