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Vor Kommunalwahl3000 FC-Fans demonstrieren für Ausbau des Geißbockheims

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1. FC Köln mit Großdemonstration zum Ausbau des Geißbockheim. Nach einer Kundgebung auf dem Heumarkt folgt ein Demozug durch die Kölner Innenstadt zum Neumarkt.

1. FC Köln mit Großdemonstration zum Ausbau des Geißbockheim. Nach einer Kundgebung auf dem Heumarkt folgt ein Demozug durch die Kölner Innenstadt zum Neumarkt. 

Nach einer Kundgebung auf dem Heumarkt zogen die Fans, angeführt von den Ultras, mit Sprechchören, Trommeln und Fangesängen am Rathaus vorbei zum Neumarkt.

Mehr als 3000 FC-Fans haben vor dem Heimspiel gegen Freiburg für den Ausbau des Geißbockheims demonstriert. Die Versammlung blieb friedlich und störungsfrei. Erwartet waren 4000 Teilnehmer, Anmelder der Demo „Geißbockheim ausbauen – Plätze für unsere Pänz“ war FC-Vizepräsident Carsten Wettich.

Zu Beginn gegen 14.15 Uhr hoben die Fans ihre Schals und sagen die FC-Hymne. „Geißbockheim blockieren? Stimmen verlieren“ stand auf einem Schild, „Weniger Phrasen, mehr Rasen“ und „Sportstadt Köln? Zeigt es endlich!“ auf anderen. „Unsere Geduld ist nach über 12 Jahren Stillstand endgültig erschöpft“, sagte FC-Geschäftsführer Philipp Türoff auf der Bühne. „Ich stehe hier und setze mich für Fußballplätze ein, die schon seit Jahren existieren müssen.“ Der Ausbau des Geißbockheims sei wirksam und demokratisch vom Rat der Stadt beschlossen worden und nie umgesetzt. Seither befinde man sich in einem „Spiel von immer neuen Überlegungen und Alternativen“, die am Ende doch wieder blockiert werden. „Dieses Spiel können wir nicht endlos fortsetzen, denn es ist ein Spiel mit der Zukunft des FC“, so Türoff.

Redner und Organisatoren auf der Bühne am Heumarkt.

Redner und Organisatoren auf der Bühne am Heumarkt.

Der Plan des FC zum Ausbau des Geißbockheims sei nachhaltig, betont Türoff, zudem gehe es nur um 0,6 Prozent des äußeren Grüngürtels. „Wir haben geplant, wir haben angepasst, wir haben endlos gewartet“, so Türoff. „Jetzt ist die Politik am Zug.“

Eckhard Sauren, Vizepräsident des FC, trat mit einem Sprechzettel ans Mikrofon. „Ich habe hier die Rolle, staatsmännisch herüberzukommen und keinen zu beleidigen, deshalb lese ich besser ab“, sagte er. Der FC müsse als Verein seiner sozialen Verantwortung für die Jugend in der Stadt gerecht werden. „Wir fordern keine Geschenke, wir fordern die Umsetzung eines demokratisch beschlossenen Rechts.“

Wettich: „Das wird bei den Wählern ankommen“

Nach einer Kundgebung auf dem Heumarkt zogen die Fans, angeführt von den Ultras, mit Sprechchören, Trommeln und Fangesängen am Rathaus vorbei zum Neumarkt. Zwischenfälle gab es laut Polizei keine. Um 15.35 wurde die Demonstration am Neumarkt für beendet erklärt.

Seit elf Jahren will der Club neue Kunstrasenplätze auf der bislang unbebauten Gleueler Wiese errichten, einen Steinwurf vom Geißbockheim entfernt. Gegner argumentieren mit Naturschutz, in der Kommunalpolitik sind die Pläne hochumstritten. Man wolle zwei Wochen vor der Kommunalwahl als 1. FC Köln ausdrücklich keine Wahlempfehlung für eine konkrete Partei abgeben, sagte Wettich vor Journalisten.

Klar ist aber: Einzig die SPD (19 von 90 Sitzen im Stadtrat) unterstützt derzeit die Pläne des Vereins. Sowohl die Grünen (27 Sitze) als auch die CDU (20 Sitze) lehnen den Ausbau ab. Am Heumarkt bedankte sich Carsten Wettich bei den anwesenden Köln-Fans: „Das wird bei den Politikern ankommen“, sagte er. „Das wird Gewicht haben, das wird auch bei den Wählerinnen und Wählern ankommen.“