Kurz vor der Kommunalwahl melden zwei Parteien einen Vandalismus-Vorfall an ihren Parteibüros.
Polizei ermitteltVandalismus mit Buttersäure bei Die Partei und Gut & Klima Freunde

Die Briefkästen von "Die PARTEI" und "GUT & KLIMA FREUNDE" wurden mit Sprühlack beschmiert und mit Buttersäure gefüllt.
Copyright: Die PARTEI im Rat der Stadt Köln
In der Nacht auf Montag haben Unbekannte ein Geschäftshaus in der Kölner Altstadt beschädigt, in dem sich die Büros der Wählergruppe „Gut und Klima Freunde“ und der Partei „Die Partei“ befinden. Da gezielt das Firmenschild von „Die Partei“ beschmiert wurde, gehen beide Parteien von einer politisch motivierten Tat aus, wie sie gegenüber dieser Zeitung angeben. Sämtliche andere Firmenschilder an der Hauswand blieben unbeschädigt. Die Polizei ermittelt.
Wie aus einer Pressemitteilung von „Die Partei“ hervorgeht, sollen der oder die Täter Buttersäure in die von außen zugänglichen Briefkästen gefüllt, sowie die Briefkastenschlösser und das Türschloss mit Sekundenkleber verklebt haben. Die Kamera der Gegensprechanlage sei angezündet worden. Außerdem seien die Namensschilder an Briefkästen und Klingelschildern mit schwarzem Sprühlack unkenntlich gemacht worden. Verletzt wurde niemand.
Parteien vermuten politisches Motiv
Auf Anfrage äußerte sich Fraktionsgeschäftsführer Michael Hock von „Die Partei“ zu dem Vorfall: „Der materielle Schaden hält sich in Grenzen, trotzdem bin ich natürlich fassungslos über diesen feigen und übelriechenden Anschlag“. Noch ist das Tatmotiv unklar. Ebenso ist unklar, ob es sich tatsächlich um einen politischen Anschlag handelt. Michael Hock vermutet, dass der Vorfall mit der Mahnwache der Partei am Brüsseler Platz unter dem Titel „Schützt die Trinker*innen – Einführung von Kölsch- und Aktionsflächen“ zusammenhängt. Hierbei sei es in der Vergangenheit häufiger zu Anfeindungen gekommen.
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Die Wählergruppe „Gut & Klima Freunde“ reagierte am Montag mit einem Instagram-Post. Karina Syndicus, die für die Wählergruppe im Kölner Stadtrat sitzt, sieht in dem Vorfall ebenfalls einen gezielten Angriff: „Wir haben kein eigenes Firmenschild, das hätte besprüht werden können, aber unsere Briefkästen sind genauso betroffen.“ Sie berichtet von Drohungen in den Sozialen Medien bezüglich ihres Engagements zur Gleueler Wiese, die die Wählergruppe als unbebaute Wiese erhalten möchte.
Die Polizei Köln teilte auf Anfrage mit, dass die Abteilung Staatsschutz eingeschaltet sei und die Ermittlungen liefen. Eine Häufung solcher und ähnlicher Vorfälle im Rahmen anstehender Wahlen sei nicht zu erkennen.