Der Großbrand auf Kreta ist außer Kontrolle. Starker Wind erschwert die Löscharbeiten, tausende Menschen wurden evakuiert.
Wind facht Feuer anWaldbrand auf Kreta fordert weitere Opfer – und zwingt Tausende zur Flucht

Ein Waldbrand wütet in der Region Rethymno auf der südgriechischen Insel Kreta.
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Der schwere Waldbrand im Süden der griechischen Ferieninsel Kreta bleibt außer Kontrolle. Starke und wechselnde Winde erschweren die Löscharbeiten erheblich. Löschflugzeuge und Hubschrauber können deshalb nur eingeschränkt oder zeitweise gar nicht eingesetzt werden.
Nach Angaben der Feuerwehr sind 224 Einsatzkräfte mit 53 Fahrzeugen sowie Spezialeinheiten und Freiwillige im Einsatz. Die Feuerwehr konzentriert sich vor allem darauf, Wohnhäuser und wichtige Infrastruktur zu schützen. In den vergangenen Stunden wurden bereits landwirtschaftliche Flächen, Olivenhaine, Häuser und Stallungen zerstört. Auch Nutztiere kamen ums Leben.
8000 Menschen in Sicherheit gebracht – auch mit Booten
Besonders betroffen ist die Region um den Küstenort Agia Galini. Von dort wurden nach Behördenangaben rund 8000 Menschen in Sicherheit gebracht, darunter zahlreiche Urlauber. Mehrere Ortschaften wurden vorsorglich evakuiert, einige Touristen mussten mit Booten von der Küste gebracht werden. Die Vizegouverneurin Kretas sprach nach der Nacht von einer „albtraumhaften“ Situation.

Feuerwehrleute gehen während eines Waldbrands in der Region Rethymno auf der südgriechischen Insel Kreta mit Werkzeugen eine Straße entlang.
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Überschattet werden die Löscharbeiten vom Tod dreier Feuerwehrleute in Griechenland. Zwei Einsatzkräfte starben auf Kreta, nachdem sie im dichten Rauch die Orientierung verloren hatten und von den Flammen eingeschlossen wurden. Ein weiterer Feuerwehrmann kam auf der Halbinsel Peloponnes ums Leben. Nach ersten Erkenntnissen steht sein Tod jedoch vermutlich nicht in direktem Zusammenhang mit dem dortigen Brand.
Heißes Wetter soll anhalten und erschwert Löscharbeiten
Auch in anderen Teilen Griechenlands brennt es. Ein Feuer bei Sitia im Osten Kretas sowie ein Brand auf der Insel Lesbos konnten zwar unter Kontrolle gebracht werden. Entwarnung geben die Behörden dennoch nicht: Im trockenen Unterholz glimmen weiterhin Glutnester, zudem soll das heiße und windige Wetter anhalten. Dadurch könnten sich die Brände jederzeit wieder ausbreiten.

Bei einem Waldbrand in der Region Rethymno auf der südgriechischen Insel Kreta loderten die Flammen um einen Olivenbaum.
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Nicht nur Griechenland kämpft derzeit mit zahlreichen Waldbränden. Auch in Frankreich, Spanien und der Türkei mussten wegen der anhaltenden Hitze und starker Winde Tausende Menschen ihre Häuser verlassen.
Feuer wüten auch in Frankreich, Spanien und der Türkei
In Frankreich konnten mehrere Brände zuletzt eingedämmt werden. Besonders betroffen war die Region um Bordeaux, wo große Flächen zerstört wurden. Neue Feuer sorgen jedoch weiterhin für Einsätze der Feuerwehr, unter anderem im Süden des Landes.
Auch Spanien kämpft weiter gegen Waldbrände. Im Nordwesten des Landes mussten mehrere Ortschaften evakuiert werden. In einigen Regionen entspannte sich die Lage zuletzt, doch die Brandgefahr bleibt wegen Hitze und Trockenheit hoch. Ein Feuerwehrkonvoi aus NRW ist auf dem Weg, um zu helfen.
In der Türkei sind mehrere Brände ausgebrochen, vor allem in der Touristenregion Antalya. Viele Feuer konnten inzwischen gelöscht oder unter Kontrolle gebracht werden. Als Ursachen gelten extreme Hitze, starke Winde und trockene Vegetation. (dpa/afp/red)
