Schlechte Nachrichten für die Bundesregierung: Fast alle Spitzenpolitiker verlieren in der Gunst der Wählerinnen und Wähler.
Neues TrendbarometerUnion auf Tiefpunkt, FDP meldet sich zurück – Merz wird abgestraft

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einer Pressekonferenz.
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Die politische Stimmung in Deutschland bleibt angespannt – und das schlägt sich deutlich in neuen Zahlen nieder. Im aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer, erhoben von Forsa zwischen dem 26. Mai und 1. Juni 2026, verliert die Union erneut einen Punkt und fällt auf nur noch 21 Prozent. Das ist ein neuer Tiefststand für CDU und CSU – weit entfernt von den 28,5 Prozent bei der Bundestagswahl 2025.
An der Spitze liegt unverändert die AfD mit 27 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 15, der SPD mit 12 und der Linken mit 11 Prozent. Das BSW kommt auf 3 Prozent. Aufwind gibt es unterdessen für die FDP: Nach der Wahl von Wolfgang Kubicki zum neuen Parteichef klettert die FDP auf fünf Prozent.
Politiker-Ranking: Merz, Klingbeil und Bas stürzen ab
Das parallel erhobene Politiker-Ranking von RTL und ntv, das von Forsa zwischen dem 27. und 29. Mai unter 1514 Befragten durchgeführt wurde, zeigt unterdessen schwindendes Vertrauen der Wählerinnen und Wähler: 16 von 19 abgefragten Politikerinnen und Politikern verlieren an Zustimmung.
Besonders hart trifft es die Mitglieder der Bundesregierung: Kanzler Friedrich Merz verliert acht Prozentpunkte und kommt auf nur noch 25 Prozent Zustimmung in der Bevölkerung. Finanzminister Lars Klingbeil büßt sechs Punkte ein, Arbeitsministerin Bärbel Bas sogar sieben.
AfD-Spitze bleibt von roten Zahlen verschont
Auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), der zuletzt durch Spekulationen über einen möglichen Kanzlertausch in den Schlagzeilen war, fällt um fünf Punkte – offenbar hat ihm die öffentliche Debatte eher geschadet als genutzt. CSU-Chef Markus Söder kommt mit einem Minus von zwei Punkten noch glimpflich davon, verliert aber in den Reihen der CSU-Anhänger gleich fünf Punkte.

Bundeskanzler Friedrich Merz (l., CDU) zusammen mit Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und Paul Ziemiak, Generalsekretär der NRW-CDU. (Archivbild)
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Von den roten Zahlen unberührt sind die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla. Weidel legt einen Punkt zu und erreicht 21 Prozent, ihr Co-Chef bleibt unverändert bei 19. Beide rangieren damit allerdings weiter am Ende des Rankings.
Nur 13 Prozent sind mit der Arbeit von Kanzler Merz zufrieden
Die persönlichen Zustimmungswerte für Merz sind besonders auffällig: Einer gesonderten Forsa-Erhebung zufolge sind lediglich 13 Prozent der Deutschen mit seiner Arbeit als Kanzler zufrieden – 85 Prozent sind es nicht. Noch beunruhigender für die Union: Selbst 53 Prozent der eigenen CDU-Anhänger glauben nicht daran, dass Merz die geplanten Reformen erfolgreich umsetzen wird. Bei Anhängern anderer Parteien ist das Misstrauen noch größer.
Als einziger Politiker überschreitet Verteidigungsminister Boris Pistorius die Mehrheitsmarke: 55 Prozent sehen das Land bei dem SPD-Politiker in guten Händen – auch wenn er im Vergleich zur letzten Erhebung einen Punkt verliert. FDP-Chef Kubicki gelingt derweil ein beachtlicher Einstieg ins Ranking: Mit 31 Prozent Zustimmung belegt er direkt Platz 7. Auffällig: Selbst unter AfD-Anhängern kommt Kubicki auf 34 Prozent – mehr als Söder (31) oder Pistorius (26).
Auch insgesamt zeigt die jüngste Erhebung schwindendes Vertrauen in die Politik: 55 Prozent der Befragten trauen keiner einzigen Partei zu, die Probleme des Landes zu lösen – ein Höchstwert. Nur noch 12 Prozent glauben an eine sich verbessernde Wirtschaftslage. Die schlechte Konjunktur, steigende Kraftstoffpreise und die Debatten um die Reformen bei Rente, Krankenversicherung und Pflege belasten die Stimmung der Menschen spürbar. (das)
