Der Elektrotechniker gehörte bei der Handwerkskammer Aachen zu den jüngsten Absolventen. Mit seinem Vater Georg führt er ein Unternehmen in Iversheim.
ElektrotechnikMit 24 Jahren macht Fabian Stoll aus Bad Münstereifel seinen Meister

Fabian Stoll aus Bad Münstereifel hat im Alter von nur 24 Jahren die Meisterprüfung als Elektrotechniker bestanden.
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Als die Handwerkskammer Aachen Mitte April bei einer großen Feier in Alsdorf die Meisterbriefe an 263 neue Meisterinnen und Meister aus zwölf Gewerken verlieh, gehörte er zu den jüngsten Absolventen: Fabian Stoll aus Bad Münstereifel hat im Alter von nur 24 Jahren erfolgreich die Meisterprüfung als Elektrotechniker absolviert.
Wie er das in so jungen Jahren geschafft hat? „Ich habe immer fleißig weitergemacht“, berichtet der junge Mann aus Gilsdorf. Gleich nach dem Abitur am Bad Münstereifeler St.-Michael-Gymnasium begann er eine Lehre als Elektrotechniker im Schoeller-Werk in Hellenthal, die er um ein halbes Jahr verkürzen konnte. Zwei Jahre war er danach bei Schoeller in der Instandhaltung tätig, bevor er die Meisterschule in Vollzeit am Bildungszentrum BGE in Aachen absolvierte.
Fabian Stoll aus Bad Münstereifel macht nun seinen Betriebswirt
„Fast ein Jahr hat das gedauert“, berichtet Fabian Stoll. Mit der bestanden Meisterprüfung ist es für ihn aber noch nicht getan: Derzeit macht Fabian Stoll seinen Betriebswirt und steht dabei kurz vor dem Abschluss.
„Er war schon immer sehr zielstrebig“, erläutert seine Mutter Silvia Stoll. Eine Herausforderung war die Meisterprüfung natürlich trotzdem. Was ist ihm leicht gefallen in der Meisterschule, was fand er eher schwierig? „In der theoretischen Prüfung mussten wir ein Gebäude komplett planen und anbieten, mit genauen Plänen für Schalter und Steckdosen. Das war schon sehr umfangreich, das hatte ich vorher noch nie so gemacht“, berichtet Fabian Stoll.
Da er seine Ausbildung in der Industrie absolviert hat, bestand durchaus eine Affinität zu den dort vorherrschenden Tätigkeiten, zum Programmieren etwa oder zum Steuerungsbau. Viele andere Absolventen hatten damit weniger Berührungspunkte: „Von den 19 Leuten aus meiner Klasse kamen 17 aus Handwerksbetrieben und nur zwei aus der Industrie.“
Früh legte sich der Münstereifeler auf einen Handwerksberuf fest
Dass er einen handwerklichen Beruf ergreifen will, war für Fabian Stoll schon früh klar. „Es ist einfach toll, wenn man abends sieht, was man gemacht hat. Und wenn dann alles funktioniert, ist es doppelt schön“, berichtet der 24-Jährige. Sein Vorbild fand er in der Familie: Vater Georg ist ebenfalls Elektrotechnik-Meister. „Ich habe schon immer viel mitgearbeitet und wollte dasselbe machen“, berichtet der frischgebackene Handwerksmeister.
Bereits nach der Flut haben die beiden einen Betrieb angemeldet. Von der Garage im heimischen Gilsdorf aus sind sie mittlerweile nach Iversheim gewechselt, wo sie vor kurzem eine Halle am Bendenweg angemietet haben. Fabian Stoll hat dort das Heft in der Hand, Vater Georg hilft ihm nebenberuflich. Unter anderem bieten sie Hausinstallationen und Steuerungsbau an. So arbeitet Fabian Stoll gerade an einer Pumpensteuerung für einen landwirtschaftlichen Betrieb. Tätig ist er auch im Smart-Home-Bereich – also in der Installation von Haustechnik, bei der die Geräte miteinander vernetzt sind und sich zentral steuern lassen.
Unternehmen in Iversheim ist auf Wachstumskurs
„Im Moment sind wir noch ein Zwei-Mann-Betrieb“, berichtet Fabian Stoll. Doch die Zeichen stehen auf Wachstum: „Wir können uns im Moment über Arbeit nicht beklagen“, sagt der 24-Jährige. Ein größeres Auto muss jetzt schon her, damit alle Aufträge erledigt werden können. „Das könnte sogar stressig werden“, scherzt der junge Mann mit einem Augenzwinkern angesichts der derzeitigen Auftragslage.
Tätig ist er im ganzen Kreis Euskirchen, aber auch in Köln und im Umland der Domstadt. „Weiter wachsen“, lautet seine Devise für die Zukunft.
Seine Entscheidung fürs Handwerk bereut er jedenfalls nicht. Und er will andere junge Leute dazu ermutigen, ebenfalls einen handwerklichen Beruf zu ergreifen. „Das ist schon eine coole Sache, ich kann das nur empfehlen“, sagt Fabian Stoll.
Und zukunftssicher sei das Handwerk auch: Von der KI ersetzt werden – das könne einem Handwerker nicht so schnell passieren.
