In Bergneustadt feierte der Löschzug 1 drei Tage lang sein 150-jähriges Bestehen mit Gästen und Schauübungen.
JubiläumFeuerwehr Bergneustadt feiert 150 Jahre Einsatz und Ehrenamt

Bürgermeister Matthias Thul (M. ) überreichte den Stadtdukaten an Michael Stricker (l.) und Arno Röttger.
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Drei Tage lang hat der Löschzug 1 der Freiwilligen Feuerwehr Bergneustadt sein 150-jähriges Bestehen gefeiert. Den Auftakt machte ein Festkommers am Freitagabend im Festzelt in der Bahnstraße. In seiner Begrüßung dankte der stellvertretende Einheitsführer Christopher Judt nicht nur dem Musikzug Bergneustadt für dessen Begleitung, sondern auch für das zahlreiche Erscheinen regionaler uns auswärtiger Feuerwehren. Die weiteste Anreise hatte eine Gruppe aus Hamburg.
Vom Brandschutz zur modernen Hilfeleistung
„150 Jahre Feuerwehr sind auch 150 Jahre Ehrenamt“, sagte Löschzugführer Andreas Carduck. Damals sei bei einem Brand oftmals das gesamte Hab und Gut verloren gegangen. Während sich der Schwerpunkt der Feuerwehreinsätze früher auf Brände konzentriert habe, seien es heute vermehrt Technische Hilfeleistung und Unterstützung beim Katastrophenschutz. Was aber gleich geblieben ist, sei der unerschütterliche Wille, anderen Menschen zu helfen: „Darauf können sich die Bürger seit dieser Zeit verlassen.“ Bergneustadts Bürgermeister Matthias Thul sagte, dass er bei seinen Besuchen in den Schulen oftmals Darstellungen zeige, wie die Stadt früher ausgesehen habe.
Die Kinder würden dabei gleich an eine Ritterburg denken und fragen, warum das alles nicht mehr existiert. Da komme er nicht umhin, von mehren großen Stadtbränden zu erzählen. Der letzte ereignete sich im Jahr 1742 und damals habe es noch keine Feuerwehr gegeben. Ohne die sähe es heute mit Bränden, Hochwasser, Unfällen und Katastrophenschutz aber nicht viel besser aus. Thul betonte, dass sich seit deren Gründung im Jahr 1876 in Bergneustadt eine einzigartige Kameradschaft innerhalb der Feuerwehr entwickelt habe: „Wenn unsere Gesellschaft sich dies als Vorbild nähme, hätten wir viele Probleme weniger.“

Eine Schauübung gab es am Sonntagmorgen.
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In seiner Laudatio beschrieb Thul die unglaubliche Bereitschaft von Arno Röttger aus der Einheit Dörspetal, sich neben seiner selbstständigen Berufstätigkeit mehr als 50 Jahre lang für die Belange der Feuerwehr einzusetzen, bis hin zum stellvertretender Leiter der Feuerwehr. Er erinnerte an die Worte seines Vorgängers Wilfried Holberg: „Arno ist zur Stelle und immer da, wo man ihn braucht!“ Im Kreise der Landsknechte und Marketenderinnen ehrte er ihn mit dem Bergneustädter Stadtdukaten.
In ähnlicher Weise lobte er den Einsatz von Michael Stricker, seit 2010 Leiter der Feuerwehr. Besonders unterstrich er seine beratende Funktion in der Verwaltung und die Beteiligung an strategischen Terminen im Rathaus. Zudem schaffe er es, eine ganze Feuerwehr zu führen und sich dabei neuen Herausforderungen zu stellen. Andererseits gelinge es ihm, den Zusammenhalt in der Truppe zu stärken und die Kameradschaft aufrechtzuerhalten und zu fördern: „Er ist Motivator, Ausbilder und Erklärer, Streitschlichter und Vorbild in einer Person!“ Auch ihm verlieh er den Stadtdukaten.
Stricker blickte auf das Jahr 1876 zurück, als es um die Errichtung einer organisierten Feuerwehr ging. Damals sei im Stadtrat über die Anschaffung eines Zubringers – dem heutigen Löschfahrzeug – mit Zubehör und Äxten im Wert von 1400 Mark diskutiert worden. Doch habe bereits damals die Rheinische Provinzial-Feuer-Sozietät eine Zuschuss von 500 Mark geleistet: „Und das macht sie bis heute.“
Weitere Grußworte sprachen Landrat Klaus Grootens, Christoph Schöneborn als Vorsitzender des VdF NRW, Kreisbrandmeister Julian Seeger, der stellvertretende Bezirksbrandmeister Dirk Engstenberg und Bundestagsmitglied Jan Köstering. Am Samstagabend gab es eine Mega-Party im Festzelt mit mehreren Live-Acts. Nach einem Konzert am Sonntagvormittag des Musikzugs Bergneustadt zeigte die Jugendfeuerwehr den rund 200 Besuchern in einer Schauübung, wie ein brennender Holzstapel routiniert gelöscht wird. Später demonstrierte die Wiehler Rettungshundestaffel der Johanniter Rhein-Oberberg die Flächensuche einer vermissten Person.
