Wenn gute Leistung mit einem Preis belohnt wird, dann ist beste Laune programmiert. So auch am Montag, als die Vertreter des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) ihre Aufwartung bei der Firma Schoeller in Hellenthal machten, um die Auszeichnung „Vorbild Prävention!“ zu vergeben. Mit 10.000 Euro ist der Preis dotiert, der bis vor zwei Jahren noch als BEM-Prämie bekannt war und jetzt zum zweiten Mal vergeben wurde. Fünf Unternehmen wurden in diesem Jahr für ihre Anstrengungen im Bereich des Gesundheitsmanagements der Belegschaft ausgezeichnet.
Das Unternehmen kümmere sich, wenn es bei einzelnen Arbeitnehmern zu Problemen komme
In der Alten Schmiede im Hauptsitz des 199 Jahre alten Unternehmens überreichte Melanie Glücks, Abteilungsleiterin für den Bereich Begleitende Hilfen und Kündigungsschutz beim LVR-Inklusionsamt, den Preis an Vertreter von Belegschaft und Vorstand. „Sie können nicht nur Rohre, sie können auch Menschen“, lobte sie. Denn das Unternehmen kümmere sich, wenn es bei einzelnen Arbeitnehmern zu Problemen komme. „Wenn es nicht rundläuft im Leben, wenn man krank ist oder in eine Suchterkrankung rutscht, ist das oft nicht der große Moment des Arbeitgebers“, sagte sie. Es gebe viele Kündigungsfälle von schwerbehinderten Menschen, doch Schoeller sei da anders aufgestellt als andere Unternehmen. Das sei auch beim Betreten des Unternehmens zu merken, ergänzte Glücks. Alle, die sie getroffen habe, seien freundlich und gut gelaunt.
Für die Auszeichnung vorgeschlagen worden sei das Unternehmen von Monika Etzkorn von der Fachstelle für Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben beim Kreis Euskirchen. Bereits seit 20 Jahren sei sie in dem Amt tätig, das früher unter der Bezeichnung Fürsorgestelle bekannt gewesen sei. „Ich versuche, ein Gleichgewicht zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern herzustellen“, sagte sie. Am Anfang sei es schwer gewesen, bei dem Hellenthaler Unternehmen eine andere Denkweise hineinzukriegen, doch mittlerweile sei unheimlich viel erreicht worden. „Da hat ein Umdenken stattgefunden“, lobte sie.
Denn auch in Sachen Gesundheitsmanagement ist der Produzent von Stahlrohren aktiv. So wird das Angebot „Sport im Park“ des Kreissportbundes von Schoeller gesponsert. „Da fahren wir zusammen hin und machen Sport“, berichtete Evelyn Keul, Managerin Human Resources und Corporate Health. Auch habe das Unternehmen einheitliche Trikots angeschafft.

Dr. J. Magenheimer mit dem Preis.
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„Wir hatten letzte Woche noch ein Aufbautraining für Führungskräfte über Gesundheit und Führung, das von der AOK gesponsert war“, sagte Stefan Mager. So gebe es im Betrieb auch Zuschüsse für Beiträge im Fitnessstudio. Unfallverhütung und Prävention habe man ebenfalls im Blick, damit jeder Mitarbeiter wieder gesund nach Hause gehe. „Wir arbeiten viel an der Prävention, um den Krankenstand im Unternehmen zu senken“, so Mager.
Das gute Verhältnis der Arbeitnehmer untereinander und mit der Führungsebene zeige seine Wirkung, betonte Chief Sales Officer Dr. Jens Magenheimer. „Ich glaube, dass es wichtig ist, dass die Mitarbeiter glücklich und zufrieden sind“, sagte er. Dann komme die gewünschte Performance automatisch. „Sie merken ja hier, das ist wie eine kleine Familie“, führte er aus. Das sei, was Schoeller ausmache. Es sei wichtig, dass das Individuum in den Mittelpunkt gestellt werde.
Man habe eine „indirekte Performancesteigerung“ wahrgenommen. Doch es sei nicht immer möglich, alles in Zahlen widerzuspiegeln. „Wenn ein Kunde zu uns nach Hellenthal kommt und durch die Produktion geht, Mitarbeiter kennenlernt und sieht, wie die Kollegen arbeiten, kriegen wir meistens den Auftrag“, so Magenheimer.
Mit einer Plexiglasskulptur und einer Urkunde wurde das Unternehmen geehrt. Das Preisgeld sei kein Steuergeld, betonte Glücks: „Die Mittel stammen aus der Ausgleichsabgabe, die Firmen bezahlen, die nicht genug Menschen mit Behinderung beschäftigen.“

