Vor allem bekannt ist der Kölner Liedermacher für seine Mitsingkonzerte. Auch das Euskirchener Publikum stimmte bei seinen Songs mit ein.
JubiläumstourIm Euskirchener Casino spielte Björn Heuser ein mitreißendes Konzert

Schon nach wenigen Minuten ließen sich die Zuschauer von den stimmungsvollen Liedern mitreißen.
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Musik und insbesondere Livekonzerte können ein Publikum in unterschiedlichste Gefühlswelten, aber auch gedanklich in andere Regionen der Erde versetzen. Mit geschlossenen Augen den Klängen von Musikerinnen und Musikern zu lauschen, ist neben im Takt schunkeln oder sogar aufstehen und tanzen nur eine von vielen Möglichkeiten, derartige Auftritte zu genießen.
Der Kölner Liedermacher Björn Heuser hat für sein Publikum eine andere Variante gewählt, sich auch selbst lautstark an den Liedbeiträgen beteiligen zu können. „Björn lebt und träumt kölsch, das ist einfach er“, betonte Manager Michael Neißen. „Sein Publikum mit dieser Begeisterung für die Sprache und das ganze Lebensgefühl mitzureißen, ist für ihn das Größte. Egal ob in der ausverkauften Arena, im Gaffel am Dom oder auch hier im Casino.“
Björn Heuser spielte auch Stücke aus seinem neuen Album
Rund ein Jahr nach seinem ersten Besuch feierte der 44-Jährige am Montagabend ein Wiedersehen mit seinen Euskirchener Fans und hatte für diese ein topaktuelles Programm zusammengestellt. Erst Anfang März ist unter dem Titel „Levve“, pünktlich zum Start seiner Jubiläumstour, sein inzwischen zwölftes Studioalbum veröffentlicht worden, und zahlreiche Songs davon präsentierte er auch in der Kreisstadt.
„Wenn man selbst Kinder hat und sieht, wie schnell sie groß werden, dann kommen einem die 30 Jahre, die ich jetzt schon auf der Bühne stehe, gar nicht mehr so lang vor“, führte Björn Heuser aus, natürlich komplett in kölscher Mundart. „Hält man sich dann aber einmal vor Augen, was sich in diesen 30 Jahren alles verändert hat, dann merkt man doch, dass viel Zeit vergangen ist.“
Wenn man selbst Kinder hat und sieht, wie schnell sie groß werden, dann kommen einem die 30 Jahre, die ich jetzt schon auf der Bühne stehe, gar nicht mehr so lang vor.
Schon mit 14 Jahren sammelte der Kölner seine ersten Bühnenerfahrungen an der Seite seines Vaters. Seitdem ist es ihm gelungen, allein im Gaffel am Dom, wo er jeden Freitag zu Gast ist, fast 800 Auftritte zu absolvieren. „Und dabei war er nur an vier Freitagen krank“, betonte Michael Neißen.
Zu seinen größten Erfolgen zählten seine Konzerte in der Lanxess-Arena mit bis zu 20.000 Besuchern und das große Weihnachtssingen, ebenso Auftritte bei Heimspielen des 1.FC Köln im Rheinenergie-Stadion. Doch egal, ob ein paar hundert oder viele tausend Gäste – eines hatten all diese Shows gemeinsam: den Ansporn, sein Publikum als großen Chor hinter sich zu haben.
Am Montag nutzte er die Gelegenheit, auf die vergangenen drei Jahrzehnte zurückzublicken und gemeinsam mit den Konzertbesuchern im voll besetzten Casino in wohligen Erinnerungen zu schwelgen. Angefangen bei den zahlreichen Menschen, die ihn während seiner Karriere über den Weg liefen, erinnerte er an den bereits verstorbenen Sänger der Höhner, Peter Horn, der ihm mit den Worten „Einfach trecke un blose un trecke un blose“ das Mundharmonikaspielen beibrachte. Ihm widmete Björn Heuser an diesem Abend den Titel „Ich ben 'ne Räuber“, ein Lied, mit dem er selbst groß geworden sei.
„Anders als bei seinen wöchentlichen Auftritten im Gaffel geht es heute nicht nur ums Mitsingen, sondern auch ein wenig darum, Björns Anekdoten über seine Bühnenzeit zuzuhören“, erklärte Michael Neißen. Mit „De jeilste Johre“ unternahm der Liedermacher eine musikalische Reise in die eigene Jugend, erinnerte mit „Minge ahle Hoot“ an all die gesammelten Erfahrungen und kam, stets stimmgewaltig von den Casino-Besuchern begleitet, schließlich zu einem hoffnungsvollen Fazit: „Et Levve es schön.“

