Die Taverna Symposium in Leichlingen feiert ihr 50-jähriges Bestehen und blickt auf eine bewegte Familiengeschichte zurück.
Taverna SymposiumLeichlinger Restaurant feiert seit 50 Jahren griechische Gastlichkeit

Sie sind Cousins, führen gemeinsam das Restaurant und tragen den gleichen Namen: Zacharias und Zacharias Karapantsios.
Copyright: Charlotte Breidohr
Vor 50 Jahren legten Atanasius und Georgia Karapantsios den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte, die bis heute eng mit Leichlingen verbunden ist: Aus einem kleinen Imbiss mit Kneipe auf der Hochstraße wurde die Taverna Symposium, die inzwischen Generationen von Gästen begleitet hat. Zum Jubiläum blickt ihr Sohn Zacharias Karapantsios auf die Geschichte seiner Familie, Schicksalsschläge und die besondere Verbundenheit zu seinen Gästen zurück, die das Restaurant bis heute prägt.

Das Restaurant „Taverna Symposium“ hat drinnen 60 Sitzplätze, gegenüber gibt es einen Biergarten für 80 weitere Gäste.
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Vater Atanasius, genannt „Saki“, war mit 22 Jahren aus einem kleinen Dorf in Ostgriechenland nach Deutschland gekommen, um in der Produktion bei Bayer in Leverkusen zu arbeiten. Doch wie viele seiner griechischen Freunde träumte er von einer besseren Zukunft und einer Lokalität. Weder er noch seine Frau Georgia, die fortan als Köchin arbeitete, hatten zuvor gastronomische Erfahrungen gesammelt.
Im Restaurant aufgewachsen
„Das ist heute außergewöhnlich, aber damals war das so. Meine Mutter hat gekocht, erst einmal traditionelle Sachen, das, was sie konnte und was wir auch zu Hause gegessen haben. Das führen wir bis heute fort“, sagt Zacharias Karapantsios. Da war er sieben Jahre alt, sein jüngerer Bruder erst ein Jahr alt. „Wir haben über dem Laden gewohnt. Wir waren Kneipenkinder“, so der heutige Gastronom über seine Kindheit. Sechs Tage lang wurde gekocht und die Gäste bewirtet, montags war geschlossen – das ist bis heute so.

Im 110 Quadratmeter großen Lokal hängen viele Fotos und Erinnerungsstücke von Stammgästen.
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Kurz nach der Eröffnung der Taverna Symposium, was aus dem Altgriechischen kommt und in etwa „gemeinsames, geselliges Trinken“ bedeutet, erweiterte Vater Atanasius das Restaurant auf seine heutige Größe, rund 110 Quadratmeter und Platz für 60 Gäste. Viel habe er nicht verändert, seit er 2008 in den Familienbetrieb einstieg, sagt Zacharias Karapantsios: „Neue Tische, Stühle und ein neuer Boden, sonst ist es so wie früher.“ Viele Bilder von Gästen, Besuchen in der Heimat und Erinnerungsstücke aus der Vergangenheit hängen dort an den weißen Steinwänden. Neben der Titelseite des „Leverkusener Anzeiger“ vom Mai 1976 mit einer Werbeanzeige zur Eröffnung des Restaurants auch Fotos von den Gründern der beliebten Leichlinger Taverne, Atanasius und Georgia. „Bis 2014 waren wir ein reiner Familienbetrieb, 2016 sind meine Eltern innerhalb von 50 Tagen beide verstorben und ich musste viel ändern. Das war eine schwierige Zeit, bis wir das richtige Personal gefunden haben“, erinnert sich Zacharias Karapantsios. Bis heute bringen Gäste Blumen an ihr Grab.
Früher kamen die Großeltern, heute die Enkel.
Heute führt der 57-Jährige das Restaurant gemeinsam mit seinem Cousin, der den gleichen Namen trägt wie er, Zacharias Karapantsios (67). „Sein Spitzname ist Locke, meiner ist Glatze. Uns gibt es nur zusammen“, so der Gastronom. Das Schöne an der Arbeit: „Wenn die Tür aufgeht und die Musik angeht, dann kommen keine Leute einfach nur zum Essen, dann kommen ausschließlich Stammgäste. Viele sind Freunde geworden. Früher kamen die Großeltern, heute die Enkel. Man trifft sich auch draußen, es sind Nachbarn, manchmal fährt man zusammen in den Urlaub“, beschreibt Zacharias Karapantsios.

Die Taverna Symposium in Leichlingen feiert ihr 50-jähriges Bestehen.
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Ein halbes Jahrhundert über zwei Generationen hinweg erfolgreich ein Restaurant zu führen, ist keine Selbstverständlichkeit. „Es ist erheblich schwieriger geworden nach Corona, der Personalmangel hat sich verstärkt und die Preise sind drastisch angestiegen“, so der Leichlinger Gastronom. „Vor allem die Arbeit drum herum ist viel, aber es bereitet mir Freude. Es geht so weiter, bis es irgendwann mal Schluss ist. Ich weiß aber nicht, wann“, so Karapantsios. Seine Tochter habe kein Interesse, das Restaurant weiterzuführen.
Dass die Taverna Symposium auch nach einem halben Jahrhundert noch so viele Menschen zusammenbringt, zeigte sich beim eindrucksvollen Jubiläumsfest Ende Mai: Rund 600 Gäste feierten mit der Familie Karapantsios, auf der Straße gab es kein Durchkommen mehr, wie Fotos und Videos belegen. Sogar Leichlingens Bürgermeister Maurice Winter war gekommen und bedankte sich bei Familie Karapantsios für 50 Jahre „Engagement und Genuss“ in der Blütenstadt. Die Taverna Symposium sei ein „fester Bestandteil Leichlingens und ein Ort griechischer Gastfreundschaft“.
